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Foto: Marlon Boenisch / Shutterstock.com

Hochbeet befüllen:

vier Schichten und ein Extratipp

Wenn man so will, ist ein Hochbeet eine Gemüsekiste. Keine, die wöchentlich prall gefüllt vor der Haustür abgestellt wird, sondern eine, die erst im Laufe des Jahres bestückt wird. Wie ertragreich diese Gemüsekiste wird, hängt zu einem großen Teil von ihrer Befüllung ab. Mit Erde allein ist es nicht getan. Hier verraten wir euch, wie der ideale Schichtaufbau aussieht und geben euch zusätzlich einen Tipp zur geschmeidigen Nachbarschaftspflege.

Das Hochbeet ist eine Weiterentwicklung des Hügelbeets. Gemeinsam ist ihnen, dass der Anbau nicht ebenerdig, sondern in der Höhe erfolgt und dass in den Tiefen der Beete eine spezielle Füllung für einen Wachstumsboost sorgt. Der Unterschied der beiden Beetformen liegt in der Begrenzung. Während ein Hügelbeet keine künstlichen Grenzen hat und zu den Seiten flach ausläuft, ist ein Hochbeet auch durch seine Seitenwände definiert.

Schutzfolie und Kaninchendraht

Hochbeete aus Holz sind in der Regel mit einer Folie ausgekleidet, die das Holz vor Erdkontakt und der damit verbundenen Feuchtigkeit schützt. Wer plastikfrei gärtnern möchte und auf die Folie verzichtet, nimmt in Kauf, dass im Laufe der Jahre nicht nur die Füllung des Hochbeets verrottet, sondern auch das Hochbeet selbst. Bei dieser Variante ist es besonders wichtig, dass das Holz des Hochbeetes naturbelassen ist, weil sonst Rückstände des Imprägniermittels die Erde verunreinigen können. Hochbeete lassen sich viel leichter wühlmaussicher machen als ebenerdige Beete. Um die kleinen Gemüsefresser abzuwehren, empfiehlt es sich, den Boden mit Kaninchendraht auszulegen und diesen lückenlos am inneren Rand des Beets zwei bis drei Handbreit nach oben zu biegen. Und falls euch interessiert, welche weiteren Vorteile ein Hochbeet mit sich bringt, dann bitte hier entlang!

Die Befüllung: vier Lagen und viele Materialien

Für eine üppige Ernte ist die richtige Befüllung des Hochbeets mit mehreren Schichten aus unterschiedlichen Materialien entscheidend. Diese versorgen das Gemüse viele Jahre lang mit Nährstoffen und wachstumsfördernder Verrottungswärme. Von unten nach oben werden die Materialien zunehmend feiner. Die folgende Aufstellung bezieht sich auf klassische Hochbeete mit Erdanschluss und einer Höhe von rund 80-100 Zentimetern. Bei Tischbeeten entfällt diese Schichtung. Stattdessen erhalten sie einen Mix aus Pflanz- und Komposterde.

Die erste und unterste Schicht: grobes Material wie Äste

Ganz unten im Beet, direkt auf dem Kaninchendraht, findet die erste Lage Platz. Äste und Zweige, aber auch Holzhäcksel sind gut geeignet. Die Schicht kann ruhig bis zu 25 Zentimeter dick sein. Durch dieses recht großteilige Material kann überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen. Auf diese Weise wird Staunässe verhindert, die die Ernte buchstäblich ins Wasser fallen lassen könnte.

Die zweite Schicht: Grassoden, Laub, Rasenschnitt

Um die feineren Materialien, die weiter oben eingefüllt werden, am Durchrieseln nach unten zu hindern, wird nun eine Lage aus umgedrehten Grassoden, Laub oder Rasenschnitt aufgebracht. Sie kann dünner sein als die untere Schicht und muss nicht alle drei genannten Materialien enthalten. Wer sein Hochbeet auf einer Rasenfläche aufbauen möchte, braucht nicht lange zu überlegen, wo er die Grassoden herbekommt. Einfach ausstechen und fertig. Schwieriger wird es, wenn keine eigene Rasenfläche vorhanden ist. Oft lohnt es sich, in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis nachzufragen. Eine Idee, wie ihr anderen Menschen ihren Rasen abschwatzen könnt: Ihr bietet ihnen an, die Grassoden selbst abzuheben und nehmt ihnen damit den wichtigsten und arbeitsintensivsten Schritt zur Anlage eines neuen Beets ab. 

 Was Laub und Rasenschnitt betrifft: Falls nicht genug Material vorhanden ist, fragt ebenfalls bei Nachbarn oder Freunden. Die meisten sind froh darüber, ihre Gartenabfälle so bequem loswerden zu können.

Die dritte Schicht: halbverrotteter Kompost und Mist

Als Nächstes folgt eine Schicht aus halbverrottetem Kompost. Ideal wäre zusätzlich noch Stallmist von Pferden, Rindern oder Schafen. Kompost und Mist sind nicht nur nährstoffreich, sondern helfen auch bei der Bodenbelüftung und haben zudem eine gute Wasserspeicherfähigkeit. Nach Möglichkeit sollte man einen Bio-Hof ansteuern, weil der Mist weniger belastet ist. Wer keinen Zugriff auf geeigneten Mist hat, verwendet stattdessen mehr Kompost. Ist die Schicht insgesamt rund 25 Zentimeter hoch, ist das perfekt.

Die vierte und oberste Schicht: feine Gartenerde und reifer Kompost

Ganz oben, am besten rund 30 Zentimeter hoch, wird die letzte Schicht aufgebracht: gute Garten- oder Pflanzerde und reifer Kompost. Vor der Aussaat oder Bepflanzung sollten noch ein paar Tage vergehen, damit die Füllung Zeit hat, sich zu setzen. Sinken die Schichten zu stark ab, wird einfach ein bisschen Erde nachgefüllt.

Jahre später: Erde ernten!

Im Laufe der Jahre sackt die Erde durch die Verrottung der Materialien immer mehr zusammen. Im Frühjahr vor Saisonbeginn bringen ein paar Eimer Erde und Kompost das Beet wieder auf das gewünschte Niveau. Nach etwa fünf oder sechs Jahren ist aber Schluss. Die gesamte Füllung ist dann nämlich zu Humus abgebaut. Und dann ist der Zeitpunkt gekommen, eine ganz besondere Ernte einzufahren – nämlich Erde. Die ist perfekt geeignet, um im Rest des Gartens den Boden zu verbessern. Und dann beginnt im wieder leeren Hochbeet die nächste Runde.

Ein Hochbeet: eine Gemüsekiste der etwas anderen Art und zugleich eine tolle Geschenkidee!


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