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Trockenmauer aus Natursteinen bauen

Eine Trockenmauer bringt ein bisschen Romantik und Märchenhaftes in den Garten. Sie gibt Struktur, bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und ist gar nicht so schwer zu bauen – vorausgesetzt man hat genügend Muckis und Motivation. Besonders in naturnahen Gärten kommt dieses dekorative Gestaltungselement gut zur Geltung.

Wer einen Hang befestigen möchte, hat viele Möglichkeiten. Er kann Pflanzen wie Efeu, Frauenmantel oder Storchschnabel setzen, oder aber Gabionen, Palisaden oder Matten nutzen. Eine besonders attraktive Möglichkeit ist die Trockenmauer. Sie wird, wie der Name vermuten lässt, trocken gebaut – also ohne den Einsatz von Mörtel. Die Steine liegen einfach lose aufeinander.

Für große Höhen eignen sich Trockenmauern nicht, kleinere Höhen lassen sich mit ihnen jedoch problemlos überbrücken. Mit Muskeln und Geschicklichkeit können Hobbygärtner Trockenmauern bis zu einer Höhe von einem Meter selber setzen. Wenn es darüber hinaus geht, sollten aus Sicherheitsgründen Fachleute hinzugezogen werden. Aber Achtung: Auch bei niedrigen Mauern kann einiges schief gehen. Deshalb ist zu überlegen, ob eine Terrassierung, also die Anlage mehrerer Ebenen, infrage kommt. Hierbei würde die zu überbrückende Höhe nicht von einer einzigen Mauer abgefangen, sondern von zwei oder mehreren kleineren Mauern. Wenn der Abstand zwischen diesen Mauern groß genug ist, verringert sich die Einsturzgefahr erheblich.

Der Nutzen einer Trockenmauer

Wer sich für eine Trockenmauer entscheidet, schafft Lebensraum für viele verschiedene Pflanzen und Tiere. Unter ihnen etliche Arten, die sich im Garten nützlich machen. Manche Wildbienen etwa, die kostbare Bestäuberarbeit leisten, nisten in den Fugen der Mauer. Auch Kröten, Eidechsen oder Blindschleichen, die Schnecken und andere Schädlinge verspeisen, nutzen die Hohlräume als Unterschlupf. Und Vögel finden hier auch reichlich Futter, denn Spinnen, Käfer und andere Insekten gehören ebenfalls zu den Bewohnern solcher Mauern.

Während bei klassischen Ziegelmauern der Bewuchs mit Moos oft als störend empfunden wird, trifft das auf Trockenmauern nicht zu. Sie gewinnen dadurch eher, wirken mit der Zeit lebendiger, natürlicher und manchmal auch märchenhafter.

Ein weiterer Vorteil, den eine Trockenmauer mit sich bringt, ist die Vergrößerung der Pflanzfläche. Denn nicht nur Fuß und Krone können bepflanzt werden, sondern auch die Fugen der Mauer. Das trägt zur Stabilisierung der Mauer bei und ist gleichzeitig ein Eyecatcher.

Steine besorgen

Trockenmauern sehen am urigsten aus, wenn man sie aus Natur- oder Bruchsteinen aufbaut. Ein Steinbruch in der Nähe wäre eine Anlaufstelle bei der Suche nach dem benötigten Material. Eine andere Möglichkeit liegt haufenweise am Feldrand: Lesesteine, die die Bauern Jahr für Jahr von den Äckern schaffen. Einfach mal den Landwirt ausfindig machen und nachfragen. Oft darf man die Steinhaufen sogar kostenlos abräumen. Und dran denken: Nicht nur ganz große Steine, sondern auch kleinere Exemplare werden zum Mauerbau benötigt. Besonders gut geeignet sind Steine mit rauer Oberfläche, unregelmäßiger Form und hohem Eigengewicht. Sie lassen sich am besten stabil ineinander verkanten.

Neben den Steinen für das sichtbare Mauerwerk werden noch größere Mengen Kies oder Schotter benötigt. Sie dienen als Füllmaterial für das Fundament der Mauer und sorgen als Drainage dafür, dass überschüssiges Wasser ungehindert abfließen kann. Auch beim Kies ist es wichtig, dass er rau und griffig ist, damit er sich gut ineinander verkanten kann. Kies aus Seen oder Flüssen ist daher ungeeignet. Das passende Material kann man entweder im Baumarkt beziehen oder aber von Kiesgruben.

Bauanleitung: Ein Fundament für die Trockenmauer

Wenn die Mauer in einen vorhandenen Hang hineingebaut werden soll, muss man den Hang entlang der geplanten Mauer so abtragen, dass eine Steilwand entsteht. Danach hebt man direkt vor dieser Wand über die ganze Länge hinweg einen rund 30 bis 50 Zentimeter tiefen Graben aus und verdichtet seine Sohle. Anschließend werden Kies oder Schotter bis wenige Zentimeter unterhalb des restlichen Bodenniveaus eingefüllt. Geebnet und verdichtet wird die Schotterschicht am besten lagenweise. Ist die Mauer sehr niedrig und der Graben daher nicht so tief, kann die Verdichtung mit den Füßen erfolgen. Bei höheren Mauern und tieferen Gräben hilft ein Stampfer. Im hangzugewandten Bereich des Fundaments kann ein Drainagerohr für zusätzlichen Wasserabfluss sorgen.

Bauanleitung: Stein auf Stein

Am Fuß sollte die Breite der Mauer mindestens ein Drittel ihrer gesamten Höhe betragen. In der unteren Reihe werden möglichst große Steine mit einer breiten Auflagefläche so ins Schotterbett gelegt, dass sie sich ein wenig Richtung Hang neigen. Ist die erste Reihe gelegt, hinterfüllt man die Freiräume zwischen den Steinen und der Hangwand mit einem Gemisch aus Kies und Erde und gleicht die Auflagefläche zur zweiten Reihe hin mit lehmigem Mutterboden aus.

Dann folgt die zweite Steinreihe. Beim Legen dieser und aller weiteren Reihen ist zu beachten, dass die Steine zur jeweils vorangegangenen Reihe so versetzt gelegt werden, dass keine so genannten Kreuzfugen entstehen können. Denn die würden destabilisierend wirken. Die Mauer wird nicht senkrecht aufgebaut, sondern Reihe für Reihe ein Stückchen weiter zum Hang hingeneigt. Der Winkel zwischen der Senkrechten und der tatsächlich gelegten Mauer sollte 10-15 Prozent betragen.

Nach jeder gelegten Reihe wird wie bei der ersten Reihe der entstandene Freiraum hinterfüllt und die Auflagefläche ausgeglichen. Manchmal können flache Keilsteine helfen, eine plane Auflagefläche zu erhalten. Noch mehr Stabilität erreicht man, wenn die Steine unterschiedlich tief in die Hinterfüllung hineinragen. Das fördert die Verbindung zwischen der Mauer und der Hinterfüllung. Die letzte und damit oberste Reihe sollte aus möglichst flachen und vor allem großen und schweren Steinen bestehen. Sie halten die Mauer zusammen. Hinter dieser Deckschicht kann nun gepflanzt werden. Und nicht nur da! Auch am Fuße der Mauer kann gesät oder gepflanzt werden, genauso wie in den Fugen. Geeignet für sonnig gelegene Mauern sind etwa Steinbrech, Hauswurz, Mauerpfeffer, Blaukissen, Gelbes Sonnenröschen, Grasnelke, Teppich-Phlox, Thymian und Lavendel. Zimbelkraut, Porzellanblümchen, Waldsteinie oder Tüpfelfarn hingegen bevorzugen eher schattige Mauern.

Übrigens: Wer schon während des Mauerbaus die eine oder andere Pflanze in größere Fugen hineinsetzt, spart Zeit und Arbeit.