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Essbare mehrjährige Kletterpflanzen

Wein kann ja jeder! Aber wie sieht es aus mit der Akebie oder dem Kraut der Unsterblichkeit? Wir stellen hier vier unterschiedliche und noch weitgehend unbekannte Kletterpflanzen vor, die Augen und Gaumen gleichermaßen erfreuen.

Man will ja gar nicht alles sehen: unansehnliches Mauerwerk zum Beispiel oder eine heruntergekommene Schuppenwand. Auch Zäune oder Trennwände sind nicht immer eine Augenweide. Wer hier zu Kletterpflanzen greift, kann unattraktive Flächen in lebendige, blühende Areale verwandeln. Aber auch wer nichts zu verbergen hat, kann von Kletterpflanzen profitieren. Rankhilfen, Spaliere, eine Pergola oder ein Rosenbogen bieten den Pflanzen die nötige Unterstützung. Und auch ein alter, langsam absterbender Baum oder Strauch kann Kletterern eine attraktive und zudem kostenlose Hilfe sein.

Ein i-Tüpfelchen lässt sich auf solche Arrangements setzen, wenn man Kletterpflanzen nutzt, die nicht nur schön aussehen, sondern zudem essbar sind.

1. Akebie (Akebia quinata)

Wegen ihres Duftes wird sie auch Schokoladenwein genannt, wegen ihres Aussehens Fingerblättrige Klettergurke: die Akebie. Die pflegeleichte Kletterpflanze stammt aus den ostasiatischen Bergwäldern und kann mit ihren schlingenden Trieben eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen. In den ersten Jahren wächst die Pflanze langsam, dann zunehmend schneller. Auch was die Blütenbildung betrifft, gehört die Pflanze zu den Trödlern. Bis zu fünf Jahre muss man warten, bis sich Ende April die ersten Blüten zeigen. Die sind dafür aber ausgesprochen schön. Die weiblichen purpurfarbenen Blüten werden bis zu drei Zentimeter groß, die männlichen rosafarbenen Blüten sind mit einem Durchmesser von einem Zentimeter deutlich kleiner.  

Die Akebie braucht einen warmen und geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort. Sonst gibt's keine Früchte. Was sehr schade wäre, denn die Früchte wirken aufregend exotisch. Sie werden bis zu zehn Zentimeter lang, sind bläulich bereift, haben eine gurkenähnliche Form und schmecken süß. Bei Vollreife im Oktober platzt die Frucht auf und offenbart ihr Inneres: weißliches Fruchtfleisch und dunkle Kerne.

2. Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum)

Da kann der Ginseng einpacken! Die aus Südchina stammende Jiaogulan-Pflanze (Foto) soll nämlich noch heilkräftiger wirken. Ihr wird nachgesagt, dass sie stressreduzierend und krebshemmend wirkt, bei Einschlafstörungen hilft, Blutdruck, Blutfettwerte und den Blutzuckerspiegel senkt und und und. Kein Wunder also, dass sie auch als „Kraut der Unsterblichkeit“ bezeichnet wird.

Die dünnen Triebe, die in unseren Breiten drei bis fünf Meter lang werden können, sterben im Winter ab und treiben im darauffolgenden Frühjahr wieder aus. Die also ziemlich rasant wachsende Pflanze braucht einen möglichst sonnigen, geschützten Platz und einen humusreichen, durchlässigen, neutralen bis schwach sauren, nicht zu lehmhaltigen Boden. Wenn nachwachsende Triebe nicht an Rankgerüsten nach oben geleitet werden, sondern in Bodenkontakt kommen, bilden sich neue Wurzeln aus, und die Pflanze breitet sich aus.

Sowohl aus frischen als auch aus getrockneten Blättern lässt sich ein Tee zubereiten. Aber auch als Salatzutat sind die Blätter geeignet. Sie schmecken ein bisschen nach Lakritz.

3. Mini-Kiwi (Actinidia arguta) 

Die meisten Menschen denken bei dem Wort „Kiwi“ an die haarigen, braunen Früchte aus dem Supermarkt. Dass Kiwis auch ganz anders aussehen können, wissen die wenigsten. Die kleinen Verwandten der gemeinhin bekannten Kiwis, die sogenannten Mini-Kiwis oder auch Kiwibeeren, sind nur etwas größer als Stachelbeeren und haben eine glatte, essbare Schale. Im Gegensatz zu ihren großen Verwandten können sie auch hierzulande erfolgreich angebaut werden. Sie sind deutlich frosthärter und zudem weniger anfällig. Erntereif sind die kleinen Früchtchen je nach Sorte zwischen September und Ende Oktober. Sie schmecken ähnlich wie normale Kiwis, haben aber weniger Säure.

Kiwibeeren wachsen als schlingende Klettersträucher mit langen, dünnen Trieben und können drei bis sechs Meter hoch werden. Ihre Blüten, die sie im Juni zeigen, sind bei den meisten Sorten cremeweiß. Auch im Herbst sind die Kiwibeeren mit ihren leuchtend gelben Blättern sehr schön anzusehen. Am liebsten wachsen die Pflanzen auf einem durchlässigen, humusreichen und schwach sauren Boden.

4. Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius)

Sie sehen aus wie etwas zu klein geratene Himbeeren, schmecken aber anders: süß-säuerlich, aromatisch und irgendwie eigen. Man kann die Beeren direkt von der Pflanze naschen, aber sie eignen sich genauso zur Saft-, Marmeladen- und Geleeherstellung.

Humosen, tiefgründigen, durchlässigen und neutralen bis kalkhaltigen Boden hat die Japanische Weinbeere am liebsten. Während sie ihren Fuß gerne schattiert hat, mag der Rest der Pflanze es am liebsten vollsonnig. Dann bringt sie die höchsten Erträge und die süßesten Beeren. Auch optisch macht die Pflanze, die übrigens als nahezu schädlingsfrei gilt, was her: Mit ihrer roten Rinde, den roten Haaren und zusätzlichen Stacheln sowie den hellrosa Blüten ist sie ein echter Hingucker.

Sie kann maximal drei Meter hoch und knapp zwei Meter breit werden. An Mauern oder Wänden braucht sie eine Rankhilfe, denn selber festhalten kann sie sich nicht. An Spalieren oder Zäunen werden die Ranken hochgebunden. Es ist allerdings auch möglich, die Pflanze ohne Stütze wachsen zu lassen. Wenn die dann überhängigen Triebe mit dem Boden in Berührung kommen, bilden sie an der Kontaktstelle neue Wurzeln.


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