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Gattung Magnolia

Systematik

Familie: Magnoliengewächse (Magnoliaceae)

Gattung: Magnolia

Arten

Generelles

Die Gattung Magnolien (Magnolia) enthält über 240 Arten, von denen die meisten sommergrün, einige aber auch immergrün sind. Magnolien wachsen als mittelgroße Sträucher, kleine oder mittelgroße Bäume und man erkennt sie zumeist an den sehr auffälligen, großen, duftenden Blüten. Doch auch schon vor de Blüte kann man Magnolien an den sehr großen Blütenknospen erkennen, die im Pflanzenreich nahezu einzigartig sind und höchstens mit den ebenfalls sehr großen Knospen der Rosskastanie verwechselt werden können. Natürliche Hauptvorkommen der Magnolie finden sich in Amerika oder Ostasien, allerdings finden sich Magnolien als Ziergehölze in den meisten wintermilden Zonen, in ausgewählten und anspruchsvollen Ziergärten. Neben der Verwendung als Ziergehölz werden einige Magnolien-Arten auch als Heilmittel in der Tradiionellen Medizin oder als Nahrungsmittel angebaut und verwendet. Aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume und durch die ungezügelte Ausbeutung als Nutzpflanze, laufen inzwischen ca. 130 Magnolien-Arten Gefahr auszusterben. Wenn Sie sich also für die Anpflanzung einer Magnolie entscheiden, tragen Sie zu einem kleinen Teil zum Erhalt dieses wunderschönen Gehölzes bei und sichern ihm einen kleinen Platz auf diesem Planeten.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Magnolien wachsen als sommer- oder immergrüne Arten, wobei immergrüne Arten zumeist in wintermilden Gebieten vorkommen. Die Blätter, die sich bei den sommergrünen Arten meistens nach der Blüte zeigen, sind häufig länglich-oval bis elliptisch, wechselständig und weisen häufig eine glänzende Wachsschicht auf. Der Blattrand ist immer glatt und Nebenblätter, die mit dem Austrieb ebenfalls entstehen, fallen nach kurzer Zeit ab. Regelmäßig kommt es zu einer Häufung der Blätter an den Astenden.
Die Blüten aller Magnolien-Arten sind sehr auffällig, da sie häufig sehr groß und stark duftend sind. Sie finden sich an den Enden der Zweige (endständig) und können von weißer, rosa, violetter, grüner oder gelber Farbe sein. Beachten sollte man, dass bei einigen Magnolien-Arten die Frühlings-Blüten schon im Herbst des Vorjahres angelegt werden und einen gegebenenfalls notwendigen Pflanzschnitt entsprechend anpassen. Anders als bei anderen Bäumen, sind die Blüten der Magnolie nicht in Blütenblattkreisen (zyklisch) sondern azyklisch aufgebaut und wachsen in einer Schraubenform um die Astenden. Die Formen der Blütenhüllblätter können sehr unterschiedlich sein und im Handel finden sich einige wunderschöne Arten wie z.B. die Stern-Magnolie (Magnolia stellata) mit schmalen, langen, weißen Blütenblättern, die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangiana) mit sehr großen, tulpenförmigen Blüten oder die Sumpf-Magnolie (Magnolia virginiana), deren Blütenblätter weit geöffnet, den Blick auf die festen Staubblätter freigeben, womit sie eher der Blüte einer Passionsblume ähnelt.

Früchte

Wurden die Blüten der Magnolie im Sommer von Käfern befruchtet, bilden sich zum Herbst an den Astenden die balgförmigen Früchte, die jeweils mehrere, rötliche Samenkörner enthalten. Beginnt sich die Balgfrucht zu öffnen, hängen diese an langen, klebrigen Fäden aus dem Fruchtkörper heraus und werden zumeist von Vögeln als Futter geschätzt und durch sie auch verbreitet (Menschen hingegen sollten die Körner nicht essen, denn sie gelten als schwach giftig und können somit Vergiftungssymptome hervorrufen). Trotz der Verbreitung des Samens durch Vögel, kommt es in Mitteleuropa so gut wie nie zu einer natürlichen Vermehrung oder Ansiedlung von Magnolien, denn zur Keimung benötigen die Samen feuchtwarme, schattige Standorte, an denen der Boden mit einer lockeren bis modrigen Erdschicht bedeckt ist, so wie sie sich vorzugsweise in tropischen Waldgebieten findet. Dort überdauern sie mehrere Monate, bevor die Samenhülle soweit zersetzt und aufgeweicht ist, dass der Samen aufquellen und keimen kann. Wer im heimischen Garten sein Glück bei der Nachzucht von Magnolien versuchen möchte, sollte sich an eine der Anleitungen halten, die zahlreich im Internet zu finden sind.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Aufgrund ihres langsamen Wuches, ihrer breiten, lockeren Krone und der zahlreichen Blüten, werden Magnolien hauptsächlich als solitäre Ziergehölze in Parks oder größeren Gärten sehr geschätzt. Zu beachten ist hierbei, dass der Baum ausreichend Platz nach allen Seiten hat, damit sich die Krone gut entfalten kann. Wächst die Magnolie an einem solchen Standort, kann sie eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen. Normalerweise benötigt sie bei ausreichend Platz keinen Rückschnitt und unter diesen Umständen kann sie ein Alter von bis zu 120 Jahren erreichen.
Im Handel sind aber auch Exemplare erhältlich, die kleiner bleiben und sich deshalb für die Kukltivierung im Pflanzkübel eignen. Die Sorte "Satisfaction der Tulpen-Magnolie (Magnolia × soulangeana), ist eine Sorte, die in der Regel nicht höher als 2 Meter wird und sich deshalb hervorragend zur Begrünung von Balkonen oder Terrassen eignet, sofern einige wichtige Hinweise beachtet werden. Zu beachten ist zunähst, dass das Pflanzgefäß eine ausreichende Größe aufweist. Ein Kübel, der in etwa 1,5 mal so groß ist wie der Wurzelballen, dürfte hier die richtige Wahl darstellen. Gefüllt wird der Kübel mit nährstoff-, bzw. humusreicher Gartenerde, die genügend Feinanteile besitzt, damit die Feuchtigkeit ausreichend lange gespeichert werden kann, ohne dass sich Staunässe bildet. Bitte achten Sie darauf, dass Sie den Wurzelballen nicht zu stark austrocknen lassen, denn Magnolien standen einst im Unterholz feuchter "Regenwälder" und vertragen dehalb Trockenheit sehr schlecht.
Eine weitere Nutzungsform, die allerdings auf Asien beschränkt zu sein scheint, ist die Verwendung in der Traditionellen Chinesichen Medizin. So gilt das Magnolienextrakt beispielsweise als antimikrobiell und pilzhemmend und teilweise wird verarbeitete Magnolien-Rinde als Nahrungsergänzungsmittel verwendet um Asthma oder Magenprobleme zu behandeln.
Da es sich bei diesen Mitteln aber um verarbeitete Arzneimittelprodukte handelt, ist dringend davon abzuraten "auf eigen Faust", Rinde oder Knospen der Magnolie zu verspeisen.

Empfehlungen

Alle Magnolienarten sollten stets ausreichend feucht gehalten werden, ohne dass sich Staunässe bildet. Besitzt man ein immergrünes Exemplar, bevorzugt es geschützt zu stehen und bei tiefen Temperaturen sollte die gesamte Pflanze mit einem Frostschutz versehen werden. Der Boden muss humos und nährstoffreich sein, so dass er nicht allzu schnell austrocknet und mit dem hohen Nährstoffanteil, optimal den Waldboden simuliert, aus dem die Magnolien ursprünglich stammen. Haben Sie sich für eine groß wachsende Sorte entschieden, sorgen Sie bitte dafür, dass die Pflanze (auch später noch) ausreichend Platz nach allen Seiten hat. So stellen Sie sicher, dass sich die wunderschöne Krone optimal entfalten kann und sie sparen sich Pflegearbeiten, denn unter diesen Umständen benötigt die langsam wachsende Magnolie keinen Rückschnitt. Entscheiden Sie sich für eine kleinere Sorte, können Sie diese im Kübel auch auf dem Balkon oder der Terrasse positionieren. Ebenso wie im Freiland gilt aber, dass sie nicht austrocknen sollte. Breitet sich die Magnolie auf Ihrer Terrasse doch einmal zu sehr aus, können die Spitzen der Triebe leicht eingekürzt werden.

Anfälligkeiten

Obwohl die Magnolie als recht widestandsfähig gilt, können sich an ihr einige Symptome zeigen, die hauptsächlich auf schlechte Standortbedingungen zurückzuführen sind.
"Bakterielle Blattfleckenkrankheit"
Diese, auch als Pseudomonas-Blattflecken bezeichnete Krankheit, wird durch das Bakterium Pseudomonas syringae pv. syringae hervorgerufen. Sie ist daran zu erkennen, dass sich auf dem Blatt schwarze, teils eckige Flecken zeigen, die häufig durch Blattadern begrenzt werden. Nicht selten sind diese schwarzen Flecken von einem gelblichen Hof umgeben, was die Krankheit zusätzlich identifizierbar macht. In einem späteren Stadium können die Flecken aufreißen oder es können sich auch Flecken an den Blütenblättern zeigen.
Begünstigt wird der Ausbruch durch dauerhaft kühles Wetter (unter 15 Grad), sowie eine Bewässerung "von oben", denn das Bakterium kann über das Gießwasser in die Pflanze gelangen. Neben dem Gießen der Pflanze "von unten" wird empfohlen, dass befallene Blätter und Äste abgesammelt und das Herbstlaub entfernt wird. Auch ein Rückschnitt befallener Triebe kann dabei helfen den Befall einzudämmen.
Mehltau
Sind die Standortbedingungen schlecht, kann auch ein Befall mit Mehltau nicht ausgeschlossen werden. Hat die Pflanze zu wenig Sonne, steht sie zu eng oder ist sie anderen Stressoren ausgesetzt, kann sich schon bald der weißliche Belag an der Pflanze zeigen. Können Sie die Standortbedingungen nicht verbessern, könnte hier der Einsatz eines Fungizids unvermeidlich sein.
Schildläuse
Da die Äste der Magnolie relativ weich sind und die Saugrüssel der Schildläuse so leicht eindringen können, kann es auch zu einem Befall mit diesem Insekt kommen. Ebenfalls wie bei den eben bereits beschriebenen Krankheiten ist aber zu beachten, dass dies häufig dann geschieht, wenn die Pflanze bereits geschwächt ist. Eine Behandlung gegen die Schildläuse ist dann zwar durch im Fachhandel erhältliche Produkte möglich, wird aber nicht von Dauer sein, wenn nicht auch gleichzeitig die Standortbedingungen in den blick genommen werden.

Fun Fact

Es wird angenommen, dass es die Gattung Magnolia schon gab, bevor sich die Bienen entwickelten, da die Fortpflanzungsorgane der Magnolie recht grob sind und die Bestäubung der Pflanze deshalb hauptsächlich durch Käfer erfolgt. Dabei ist die Magnolie nicht auf eine bestimmte Käferart festgelegt sondern "nimmt, was sie kriegen kann". Die Bestäubung läut dabei so ab, dass die Käfer durch ein duftendes Sekret angezogen werden, dass die Pflanze an der Blüte ausscheidet. Da auch die Farben der Magnolien anziehend auf die Kägfer wirken, finden diese den teilweise langen Weg zu den Blüten, krabbeln über sie herüber und nehmen dabei den Blütenpollen auf. Fliegen oder krabblen sie dann zur nächsten Blüte weiter, geben sie die Pollen dort ab, was zur Befruchtung der Blüte führt. Sind die Blüten dann befruchtet, bildet sich im Laufe der nächsten Monate die große Balgfrucht, die zahlreiche kleine Samen enthält.