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Gattung Euonymus

Systematik

Familie: Celastraceae (Spindelbaumgewächse)

Gattung: Euonymus

Arten

Generelles

Die Gattung Euonymus stammt aus der Familie der Celastraceae. Sie umfasst ca. 190 Arten, sowohl sommer- als auch immergrüne Arten. Sie haben meist eine aufrechte Strauchform, kommen jedoch auch als Kletterpflanze, kriechende Pflanze oder als Baum vor [5]. Die Gattung ist auch unter dem Namen “Spindelstrauch” geläufig [6].

In Deutschland kultivierte Arten sind u.a. E. europaeus, E. alata oder E. japonica, wobei E. europaeus im gesamten mitteleuropäischen Raum heimisch ist [2]. Andere Arten grenzen in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten an Deutschland an wie E. verrucosa im Osten oder E. latifolia im Süden [4].

Ausgewachsen erreichen die Strauchformen Höhen von 2 bis 6 m, nur selten sind sie in der Baumform höher [6] [2] [4]. Das Höchst-Alter von E. europaeus beträgt 50 bis 60 Jahre. E. verrucosa wächst langsamer und wird nur 30 bis 40 Jahre alt [4].

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Die Blätter sind gegenständig angelegt, mit Ausnahme von E. nanus. Die Zweige sind vierkantig. [5]. E. europaeus hat unbehaarte Blätter und zierliche Korkleisten, die sich zwei bis drei Jahre am Zweig halten. Die Zweige sind je nach Schatten- (grün) oder Lichtseite (rotbraun) unterschiedlich gefärbt [6] [2].

Die Blütezeit der unterschiedlichen Arten ist zwischen Mai und Juni. Es werden gelblich-grüne und unscheinbare Blüten gebildet, die hauptsächlich von Schwebfliegen, Haarmücken, Ameisen und Fliegen bestäubt werden [3] [2].

Früchte

Die Früchte sind fünfkantige, karmesinrote Kapseln, die im Zeitraum September bis Oktober ausgebildet werden [4]. Die Früchte von Euonymus europaeus ähneln der Kopfbedeckung der katholischen Priester, woher sich der Name “Pfaffenhütchen” ableitet [7].

Verbreitung

Die meisten Euonymus-Arten kommen aus dem ostasiatischen Raum, sie sind weltweit jedoch in Europa, Nord- und Mittelamerika sowie Australien beheimatet [5]. E. europaeus kommt hierzulande bis in Höhen von 800- 1200 m ü. NN. vor, E. latifolia bis zu einer Höhe von 1500 m, im Kaukasus oder den Gebirgen Algeriens sogar bis 3000 m Höhe [6] [2] [4]. E. europaeus hat ein breites ökologisches Spektrum und besiedelt sowohl feuchte Auen-Wälder bis sehr trockene Standorte (Hecken, Gebüsche, Felsen). Kalkboden wird bevorzugt. Gleiches gilt für die Arten E. latifolia oder E. verrucosa [6]. E. europaeus hat ein flaches, stark verzweigtes Wurzelsystem. Im Freistand führt die Fähigkeit der Wurzelbrut zu einer flächigen Ausbreitung. Ansonsten werden die Samen überwiegend durch Vögel verbreitet [4].

Verwendung im Gartenbau

Euonymus-Arten bestechen durch ihre frühe Blüte und ihre interessanten vierkantigen Astform mit zierlichen Korkleisten. So eignen sie sich als besondere Zierde im Garten, auch aufgrund der rötlichen Blattfärbung im Herbst [7]. In mitteleuropäischen Parks und Gärten sind oft ausländische Arten wegen ihrer teils spektakulären Herbstfärbung, der bunten Früchte oder ledrigen Blätter reichlich vertreten [5]. Jedoch sollten sie nicht an Spielplätzen oder Kindergärten gepflanzt werden, da ihre Früchte giftig sind [3].

Als Zier-Gehölze eignen sich vor allem ausländische Arten wie z.B. E. alata aus Asien oder E. altropurpurea aus Amerika [6]. E. japonica und E. fortunei sind immergrüne Vertreter der Spindelsträucher mit ledrigen Blättern. Letzterer ist dabei frosthärter und als vielgestaltiger Kletter-Spindelstrauch von Gärtnern geschätzt, die mithilfe von Haftwurzeln (var. radicans) an allen möglichen Gegenständen emporwachsen kann [5].

E. europaeus weist ein starkes Ausschlagvermögen auf. Dieser kann wie E. latifolia auch baumförmig erzogen werden, wenn die basalen Innovationsknospen entfernt werden. Er verzweigt sich bei monopodialem Wachstum stets unter akrotoner Förderung (typisches Baumwachstum - im Gegensatz zur Basitonie, die das Wachstum der basalen Knospen bezeichnet.) [2] [6].

Lebensbereiche

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Nutzung

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Die Bezeichnung als “Spindelstrauch” rührt daher, da das Holz unter anderem für die Herstellung von Garnspindeln genutzt wurde. Begehrt war das Holz von Drechslern, Schreinern und Instrumentenbauern, die Etuis, Schachbretter oder Orgelpfeifen daraus herstellten. Auch Holznägel oder Stricknadeln wurden daraus hergestellt. Die Kohle eignet sich als hochwertige Zeichenkohle, da es eine gleichmäßige Struktur und einen geringen Mineralstoffgehalt aufweist [7] [2].

Wegen des hohen Latex-Gehaltes im Milchsaft der Wurzelrinde wird E. europaeus in Russland auf Plantagen angebaut zur Herstellung von sogenanntem Guttapercha, welches Ähnlichkeiten zum Naturkautschuk aufweist [2].

Die zermahlenden, giftigen Früchte wurden früher als Insektizid gegen die Bekämpfung der Kopflaus verwendet [2].

Holzeigenschaften

Es bestehen keine nennenswerten Unterschiede im Aussehen und zwischen den mechanischen Eigenschaften des Holzes von E. europaeus und E. latifolia [4]. Das Holz ist zerstreutporig. Die Holzfärbung ist durchgehend gelblich hell, die Jahrringgrenzen sind gut zu erkennen. Es ist hart und zäh, schlecht spaltbar, jedoch wenig dauerhaft. Das Holz enthält weder Zug- noch Druckholz. Optisch ähnelt das Holz dem des Buchsbaumes. Die Härte und Rohdichtwerte liegen hier jedoch deutlich tiefer. Bei E. europaeus liegt es bei 0,70 g/cm³ [7] [2].

Empfehlungen

Die verschiedenen Spindelstraucharten sind gut geeignet für einen strukturreichen Garten, insbesondere wegen der Blattfärbung im Herbst ist die Pflanzung empfehlenswert. Die unterschiedlichen Arten haben auch leicht unterschiedliche Wuchsbedingungen. E. europaeus und E. latifolia bevorzugen kalkhaltige, lehmige und feuchte Böden. Sie sind wärmeliebend und gedeihen gut im Halbschatten. E. alatus bevorzugt humosen Boden und einen sonnigen Stand. E. fortunei ist als Bodendecker und eher anspruchslos ähnlich wie E. planipes [3]. E. verrucosa verträgt kontinentale Klimaverhältnisse wie Sommerdürre und kalte Winter, sie stellt ebenfalls nur geringe Bodenansprüche, kann auf Sanden, Lehmen und Felsen gedeihen, bevorzugt ebenfalls Kalkstandorte und ein eher armes Stickstoffangebot [4].

Anfälligkeiten

Im späten Frühsommer sind die Sträucher häufig kahl gefressen und von dichten Gespinsten durchzogen. Dies ist die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymellus). Die verpuppten Raupen schlüpfen etwa im Juli als weiße Motten mit schwarzen Punkten [7], [2]. Die schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) richtet an Euonymus geringere Schäden an, nutzt diesen jedoch nur als Nebenwirt und befällt im Frühsommer Rüben, wo sie zu wirtschaftlich schwereren Schäden führen kann [2]. Der Mehltau-Pilz (Microsphaera euonymi) führt zu Blattverfärbung und Blattabfall [4] [2]. Gegenüber oberflächlichen Salzeintrag in den Boden zeigen die Euonymus-Arten keine Toleranz [1], die Widerstandsfähigkeit wird jedoch unterschiedlich beurteilt [2].

Fun Fact

Einige Euonymus-Arten sind in allen Pflanzenteilen giftig, bei den meisten Arten sind nur die Blätter, die Früchte und Samen giftig [6] [5]. Die Samen enthalten starke Herz- und Rauschgifte, die nach Verzehr Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufstörungen verursachen und zum Tod in Bewusstlosigkeit führen können [3] [2]. Die Vergiftungserscheinungen treten erst nach 12 bis 18 Stunden auf, lähmen die Kaumuskulatur und führen zu tonisch-klonischen Krämpfen. Selbst Holzstaub soll Schwindelgefühl und Übelkeit auslösen. Auch Schafe und Ziegen sind gefährdet, wenn sie an den Rinden der Stämme schälen [2].

Quellenangabe

[1] Ellenberg, Heinz ; Weber, Heinrich E. ; Düll, Ruprecht ; Wirth, Volkmar ; Werner, Willy: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa, Scripta geobotanica. Bd. Volume 18. 3., durchgesehene Auflage. Göttingen : Verlag Erich Goltze; Verlag Erich Goltze GmbH & Co KG, 2001 — ISBN 3884525182 [2] Lang, Ulla M.: Euonymus europaea. In: Roloff, A. ; Schütt, P. ; Weisgerber, H. ; Lang, U. M. ; Stimm, B. (Hrsg.): Enzyklopädie der Holzgewächse, Ecomed Biowissenschaften. Landsberg am Lech; Weinheim : ecomed; Wiley-VCH, 1994 — ISBN 3609720301 [3] Mayer, Joachim ; Schwegler, Heinz W.: Welcher Baum ist das? Bäume, Sträucher, Ziergehölze, KosmosNaturführer. 26. Aufl. Stuttgart : Kosmos, 2008 — ISBN 978-3-440-11273-1 [4] Roloff, A. ; Schütt, P. ; Weisgerber, H. ; Lang, U. M. ; Stimm, B. (Hrsg.): Enzyklopädie der Holzgewächse: Handbuch und Atlas der Dendrologie, Ecomed Biowissenschaften. Landsberg am Lech; Weinheim : ecomed; Wiley-VCH, 1994 — ISBN 3609720301 [5] Schütt, Peter: Euonymus. In: Roloff, A. ; Schütt, P. ; Weisgerber, H. ; Lang, U. M. ; Stimm, B. (Hrsg.): Enzyklopädie der Holzgewächse, Ecomed Biowissenschaften. Landsberg am Lech; Weinheim : ecomed; Wiley-VCH, 1994 — ISBN 3609720301 [6] Lexikon der Baum- und Straucharten: Das Standardwerk der Forstbotanik ; Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baum- und Straucharten, Schütt, Prof. Dr. P. ; Schuck, Dr. H. J. ; Stimm, Dr. B. (Hrsg.). [7] Spohn, Margot ; Spohn, Roland: Welcher Baum ist das?, Die neuen Kosmos-Naturführer. Stuttgart : Kosmos, 2007 — ISBN 978-3-440-10794-2