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Gattung Berberis

Systematik

Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)

Gattung: Berberis

Arten

Generelles

Berberitzen (Berberis) gehören zur Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) und bilden mit ca. 500 -600 Arten eine der größten Pflanzengattungen. Sie wachsen eher als Strauch, denn als Baum und sind in der Regel leicht zu identifizieren. Unverwechselbare Kennzeichen der Berberitzen sind die ein-, bis mehrzähligen Dornen an den Langtrieben (Äste) und die meist elliptisch bis ovalen Blätter, an deren Blattrand sich dornenspitze Zähne befinden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Gelbfärbung von Rinde und Holz. Meint man einen Berberitzenstrauch identifiziert zu haben, sollte man mit einem Findernagel leicht das Holz an einem Ast abkratzen. Kommt ein gelber Farbton zum Vorschein, hat man es sehr wahrscheinlich mit einer Sorte aus der Gattung der Berberitzen zu tun. Da Berberitzen in allen Pflanzenteilen (außer in den Blättern) das Gift Berberin enthalten, sollte man sich aber anschließend unbedingt gründlich die Hände waschen.
Eine ganz besondere Eigenschaft von Berberitzen-Gewächsen ist, dass sie als Pionierpflanzen gelten. Dies macht sie zu sehr wertvollen Gehölzen, gelten Pioniergewächse doch als besonders anpassungsfähig in Hinblick auf Standortansprüche und Klimabedingungen. Sie werden bevorzugt an Standorten angesiedelt, an denen bis dato keine oder kaum Vegetation existierte. Durch die Anpflanzung von (widerstandsfähigen) Pionierpflanzen werden langfristig die Bodeneigenschaften z.B. dadurch verbessert, dass die Pflanze mit ihren Wurzeln den Boden auflockert oder ihn entwässert und Nährstoffe (Mineralien) in ihren Pflanzenteilen bindet. Absterbende Pflanzenteile wiederum fallen auf den Boden wo sie vermodern und so viele Nährstoffe wieder an den Boden abgegen und zur Belebung der Bodenfauna beitragen. Dieser Kreislauf führt langfristig dazu, dass sich auch anspruchsvollere Pflanzen (mit mehr Nährstoffbedarf oder empfindlich gegen Staunässe) in zunächst kargen oder unbesiedelbaren (z.B. zu feuchten) Gebieten ansiedeln können.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Berberitzen wachsen überwiegend als Sträucher, selten sollen sie auch als kleine Bäume zu finden sein. Sie kommen als sommer- oder immergrüne Gewächse vor, deren Blätter sich sehr stark in Form und Aussehen voneinander unterscheiden können. Die Blattformen reichen von rundlich, elliptisch (Berberis vulgaris), über länglich bis lang lanzettlich (Berberis trigona), bis zu tief gelappt (Berberis trifoliolata). Das Aussehen der Blattspreiten unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, dass die Blattränder entweder glatt (ebenfalls Berberis trigona), mit leichten (Berberis vulgaris) oder mit scharfen Spitzen (Berberis Berberis empetrifolia, Berberis trifoliolata) besetzt sind. Ein ebenfalls wichtiges Erkennungsmerkmal sind die zwei-, bis fünfzähligen Dornen an den Langtrieben der Pflanze. Bei ihnen handelt es sich um Blattmetamorphosen. Im Unterschied zu Stacheln lassen sich diese Dornen nicht einfach von der Pflanze enfernen.
Die Blüten der Berberitzen sind zwittrig (es finden sich männliche und weibliche Organe in einer Blüte. Ihr Aussehen und ihr Aufbau sind kelchförmig und obwohl es vorkommt, dass sich einzelne Blüten in den Blattachseln bilden, wachsen sie hauptsächlich in verschiedenartigen Blütenständen. So kann eine Sorte eher doldige Blütenstände aufweisen, während eine andere Art Blütenstände ausbildet, die an Rispen erinnern. Die Blütenfarben reichen von leuchtend gelb bis gelborange.

Früchte

Die Früchte der Berberitzen, die sich aus den bestäubten Fruchtknoten entwickeln, sind grundsätzlich giftig. Allerdings gibt es einige Arten, deren Früchte essbar sind. Die Früchte dieser Arten sind sehr reich an Vitamin C und aus diesem Grund sehr sauer. Üblicherweise werden sie deshalb zu Gelees, Marmeladen oder Saft verarbeitet. Man kann sie auch als Trockenfrüchte erhalten, die evtl. Müslis beigemischt oder zum Kochen verwendet werden können. Möchte man die Früchte ernten um die genannten Produkte selbst herzustellen, sollte darauf geachtet werden, dass vor der Verarbeitung die Kerne entfernt werden, da diese bitter sind und nicht mitgegessen werden sollten. Nach neueren Erkenntnissen gibt es scheinbar lediglich zwei Sorten, deren Früchte sich für den Verzehr eignen: Berberis vulgaris (Gemeine Berberitze / Sauerdorn) und Berberis Amur v. amurensis (Amur-Berberitze, jedoch ohne Gewähr was die Verträglichkeit der Früchte angeht).
Um Verwechslungen mit anderen Berberitzen-Arten oder mit Früchten der Mahonie zu vermeiden, sollte man sich der Bestimmungsmerkmale von z.B. Berberis vulgaris sehr sicher sein. Man sollte das Aussehen des Blattes und der Früchte kennen. Diese sind bei der Gemeinen Berberitze von rötlicher Farbe, haben in etwa die Größe von Rosinen und sind schlank-oval. Sie bestehen aus dem Fruchtfleisch (Pulpa) und dem innenliegenden Kern. Früchte anderer Berberitzen-Arten sollten sich in Form (größer, kleiner, rundlicher, etc.) und Farbe (bläulich angelaufen, heller, etc.) von denen der Gemeinen Berberitze unterscheiden.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Wie oben beschrieben, sind Berberitzen sehr vielseitig und flexibel in ihren Nutzungsmöglichkeiten.
Im privaten Bereich kann die Berberitze sehr gut als Hecke genutzt werden, da sie schnittverträglich ist und kaum besondere Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit stellt. Allerdings sollte einem unbedingt bewußt sein, dass die Pflanze scharfe Dornen besitzt, weshalb sich die Pflanzung einer Berberitzen-Hecke evtl. nicht unbedingt anbietet, wenn man weiß, dass kleine Kinder im Garten spielen. Dasselbe gilt entsprechend wenn geplant ist die Berberitze im Topf zu kultivieren um sie auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen. Eine Nutzung kann auch ins Auge gefasst werden, wenn man die Früchte ernten möchte um diese zu verarbeiten. Welche Arten sich dafür eignen (vorsicht, denn viele Arten sind giftig), finden Sie im Abschnitt "Früchte", weiter oben auf dieser Seite.
Ein breiteres Einsatzspektrum erfahren Berberitzen im gewerblichen Bereich. In der Siedlungsbegrünung könnte es sich anbieten Berberitzen dort zu pflanzen, wo "Trampelpfade" verschlossen werden sollen, oder dort wo wervollere Pflanzen mit einer Barriere von Berberitzen geschützt werden sollen.
Schaut man in die Landschaftsplanung, bieten sich die Verwendung als Vogelschutz- und als Pioniergehölz an. Hier sind allerdings noch die Anmerkungen unter "Anfälligkeiten" zu beachten, denn Berberitzen können auch Überträger von Pflanzenkrankheiten sein.
Unabhängig von der privaten oder gewerblichen Nutzung, gelten Berberitzen als ausgesprochene Vogelschutzgehölze, da sie die Tiere mit ihren Beeren in großer Zahl ernähren und ihnen aufgrund ihrer Dornen und dichten Verzweigung, viel Schutz bei Brut und Aufzucht ihrer Nachkommen bieten.

Empfehlungen

Die bei uns erhältlichen Berberitzen-Arten gelten als widerstands- und anpassungsfähig. Sie haben eine sehr hohe Standorttoleranz, was bedeutet, dass sie überall dort zufriedenstellend wachsen sollten, wo zumindest Halbschatten vorhanden und eine genügende Versorgung mit Nährstoffen (bei normaler Gartenerde ausreichend gewährleistet), gesichert ist.
Soll die Berberitze nicht als Hecke gepflanzt werden, kann sie je nach Bedarf zurückgeschnitten werden. Wird sie länger nicht geschnitten, werden ihre Äste mit der Zeit leicht überhängen. Wegen der scharfen Dornen sollte man beim Umgang mit Berberitzen unbedingt ausreichend dicke Handschuhe (z.B. dornen- oder stichsichere Handschuhe) tragen um unangenehme Erfahrungen zu vermeiden.
Ist eine Pflanzung von Berberitzen z.B. auf Friedhöfen vorgesehen, kann eine immergrüne Art wie z.B. Berberis buxifolia "Nana", Berberis frikartii "Amstelveen" oder Berberis candidula verwendet werden.

Anfälligkeiten

Zu den wichtigsten und gefährlichsten Krankheiten, die Beberitzen-Arten befallen können, zählt der Getreiderost (Puccinia graminis), der auch Getreidepest genannt wird. Obwohl dieser Pilz für die Berberitze nicht allzu gefährlich ist, hat sein Auftreten fast zur gänzlichen Ausrottung von Berberitzen in der Landschafsbegrünung geführt. Die Gefahr rührt daher, dass der Getreiderost Getreidearten wie Weizen, Gerste, Hafer und Roggen befällt und die Berberitze als wichtigste Wirtspflanze gilt. Erst im 18. Jahrhundert ist dieser Zusammenhang aufgefallen und hatte daraufhin die Vernichtung vieler Berberitzen-Kulturen zur Folge. Um Festzustellen ob Ihre Berberitze vom Getreiderost befallen ist, achten Sie auf gelb-rote Pusteln auf den Blattober- und große, hellgelbe Flecken auf den Blattunterseiten, die die Blätter im weiteren Verlauf schwarz verfärben bis diese abfallen. Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich ein starker Rückschnitt aller infizierten Pflanzenteile bis ins gesunde Holz hinein. Der "Abschnitt" sollte dann unbedingt im Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden, da andernfalls, sollte die Entsorgzng über den Kompost stattfinden, die Gefahr besteht, dass sich der Getreiderost weiter ausbreitet.
Weitere wichtige Krankheiten sind Läuse (Napfschildlaus, Blattlaus), Mehltau und Insekten (Sauerdorn-Bohrfliege, Berberitzen-Blattwespe)

Fun Fact

Weitere Namen der Berberitze sind "Zitrone des Nordens", "Sauerdorn", "Spießdorn", "Hasenbrot" und "Geissenlaub". Wie oben bereits erwähnt, können nur die Früchte weniger Berberitzen-Arten genossen werden, jedoch werden ausgewählte Früchte bestimmter Arten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe in der Naturheilmedizin verwendet.
Die wichtigsten Inhaltstoffe und ihre Eigenschaften sind Berbamin, Berberin, diverse Fruchtsäuren, Gerbsäure und Vitamin C. Sie wirken antibakteriell, fiebersenkend, kräftigend, schleimlösend, schweißtreibend und tonisierend und können folglich bei Krankheiten wie Erkältungen, Fieber und Zahnfleischentzündungen verwendet werden.
Aufgrund der Giftigkeit raten wir allerdings dazu, dass Berberitzen-Produkte aus dem Handel bezogen und nicht selbst hergestellt werden sollten.