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Obstgehölze

Ob Apfel, Birne, Pflaume oder Kirsche - Obstgehölze sind etwas wundervolles. In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen die besten Tipps & Tricks zur richtigen Pflege der verschiedenen Bäume. Zusätzlich haben wir besondere Exemplare und außergewöhnliche Sorten für Sie heraus gesucht, direkt mit Pflanz- & Pflegeanleitung. So bleiben Ihre Obstbäume über Jahre hinweg gesund und tragen reichlich Früchte.
Hier finden Sie eine große Auswahl an Obstbäumen




Überblick

Die Lebensspanne eines Obstbaumes

Wenn Ihr Bäumchen bei Ihnen ankommt, ist er im häufigsten Falle noch relativ jung. Diese jungen Pflanzen sind deutlich empfindlicher und brauchen mehr Hilfe & Pflege, um in einen gesunden, erwachsenen Baum zu wachsen.
Gießen Sie regelmäßig, da die junge Pflanze noch keine tiefen Wurzeln hat um sich selber mit genügend Feuchtigkeit zu versorgen. Und auch das Düngen sollten Sie nicht vergessen. Schon beim Einpflanzen kann etwas Langzeit-Dünger hinzugegeben werden. Dieser versorgt den jungen Baum mit reichlich Nährstoffen über mehrere Monate lang.
Solange das Gehölz noch recht jung ist, sollte es keine Früchte tragen, sondern die gesamte Kraft in den Wachstum stecken. Erst im erwachsenen Alter ist er soweit, um seine Kraft in die Vermehrung, sprich die Bildung von Früchten zu stecken.

Ein erwachsener Baum verfügt über starke Äste, welche die schweren Früchte ohne Probleme tragen kann. Auch als Klettergelegenheit werden diese dann gerne genutzt.
Damit der Baum lange gesund und frei von Schädlingen bleibt, sollten Sie einmal pro Jahr vorsichtig lose Borke entfernen. Hierbei helfen spezielle Werkzeuge, Besen oder Metallschwämme.
Achten Sie dabei darauf, die Rinde nicht zu verletzen!

Mit den späten Jahren wird der Baum schwächer, trägt nicht mehr so viele Früchte und Laub. Damit die Äste nicht brechen, können Sie mit Stützen nachhelfen. Diese alten Gesellen brauchen besonders vorsichtige Pflege, sie sind oft deutlich schnittempfindlicher. 



Winterschutz

Damit junge Bäume den Winter gut überstehen, sollten einige Maßnahmen getroffen werden. Durch Ihre glatte Rinde sind sie anfällig für Frostschäden, die bei älteren Obstbäumen meist nicht mehr vorkommen.
Um diese zu vermeiden, hilft ein Kalkanstrich. Dieser hilft, das Sonnenlicht zu reflektieren. So kann der Baum gleichmäßig aufwärmen und es kommt nicht zu Spannungsrissen. Anstatt eines Kalkanstrichs können Sie den Stamm des Baumes auch mit Jute, Stroh oder Rohrmatten schattieren.
Leimringe helfen dabei, Larven im Frühjahr aus den Baumkronen fernzuhalten.
Vor Wintereinbruch nicht mehr düngen! Dies führt nur zu einem Energieschub zur falschen Zeit.
Der richtige Schnitt im Spätherbst sorgt für einen gesunden Wuchs im Frühjahr, sollte allerdings zu stark im unbelaubten Zustand geschnitten wird, kommt es zu Wasserreisern. Diese sollten, falls nicht gewollt (z.B. für den Aufbau einer neuen Krone) entfernt werden.
Frisch geschnittene Baumkronen können im Winter vor Frosteinbruch geschützt werden, da diese durch die Verletzungen besonders Empfindlich für starke Temperaturabfälle sind.
Faules Obst sollte spätestens im Winter entfernt werden, dieses infiziert sonst die Blüte im Frühjahr oder die späteren Früchte.



Der richtige Schnitt

Mit dem richtigen Schnitt fördern Sie nicht nur einen gesunden Wuchs und Neubildung von Ästen/Zweigen, sondern Sie können die Wuchsform Ihres Baumes auch maßgeblich beeinflussen. So können Sie selber entscheiden, ob Ihr Baum eine große, lichte oder doch eine kompakte Krone haben soll. Wollen Sie viele Früchte, einen Schattenspender, einen Kletterbaum? All dies können Sie mit dem richtigen Schnittansatz erreichen.
Generell richtet sich der Schnitt nach dem Alter, bzw. der Lebensphase des Baumes.

Beobachten Sie genau, wie der Baum darauf reagiert. So werden Sie jedes Jahr sicherer, wenn Sie die Schere in der Hand haben.

Geschnitten wird an frostfreien Tagen im Winter oder Vorfrühling. Hier beschreiben wir Ihnen das Schnittverfahren für Buschbäume, Halb- und Hochstämme, nicht jedoch für Spindel-bäume und Spaliere. Sollten Sie hier Probleme haben, senden Sie uns gerne eine Email, wir helfen Ihnen weiter.

Stark wachsende Bäume sollten Sie möglichst im Herbst und im Frühjahr einmal schneiden um höhere Erträge zu erzielen.

Der erste Schnitt bei einem Obstbaum erfolgt direkt nach der Pflanzung. Beim sogenannten Pflanzschnitt schneiden Sie die Äste um ein Drittel ihrer Länge zurück. Belassen Sie nur drei Leitäste an Apfel und Birne, bei Zwetschge und Sauerkirsche 4-5. Die Leitäste sollten in einem Winkel von 45° abgehen, dazu müssen Sie diese mithilfe von
Wäscheklammern abspreizen oder mit Gewichten herunter binden.

Erziehungsschnitt

In den folgenden Jahren wird der Baum versuchen, möglichst steil nach oben zu wachsen. Das verhindern Sie mit einem Erziehungsschnitt:

- Sie sollten nur einen einzigen senkrechten Trieb, die Stammverlängerung, anstreben. Diesen schneiden Sie konsequent
  jedes Jahr um ein Drittel zurück.
- Alle Steiläste, die sich bilden, sollten Sie herausschneiden.
- Nach oben gebogene Seitenast-Verlängerungen kürzen Sie bis auf einen flach wachsenden Seitenast ein ("Ableiten").
  Alle Seitenäste sollten auf etwa einer Höhe enden.
- Das oberste Auge am geschnittenen Trieb sollte immer nach außen zeigen. So stellen Sie sicher, das die neu
  entstehenden Triebe ausreichend Licht bekommen.


Erhaltungsschnitt

Wenn Ihr Bäumchen die finale Höhe erreicht hat und nicht mehr in Richtung Himmel will, wird es Zeit für Erhaltungsschnitte. Dieser bremst übermäßiges Wachstum, ersetzt vergreistes Fruchtholz und bewahrt viele Fruchttriebe. Beim Schnitt sollten Sie beachten, dass ein Trieb immer an seiner höchsten Stelle weiter wächst:

- Das abgeerntete Fruchtholz sollten Sie deshalb kurz hinter dem neu gebildeten Trieb abschneiden, ebenso kranke und
  nach innen wachsende Äste. Ist der Neutrieb zu lang, können Sie diesen einkürzen
- Achten Sie aber bei allen Schnittmaßnahmen darauf, die Pyramidenform beizubehalten. Nicht fachgerecht ist es, wenn
  Sie die Neutriebe abschneiden und nur die bogenförmig nach unten hängenden Äste belassen.

Bei allen Schnittmaßnahmen gilt: Lieber einen großen Ast herausnehmen als 10 kleine!

Apfel, Birne und Sauerkirsche: 
Schneiden Sie nicht an jedem kleinen Zweig herum. Entweder der Ast ist überflüssig, oder er ist es nicht. Jeden Neutrieb zurückschneiden ist nicht sinnvoll und mindert den Ertrag. Kirschen schneidet man erst nach der Ernte! 

Pfirsich und Nektarine:
Diese Arten sollten Sie jährlich stark zurückschneiden, sonst vergreisen sie schnell. Bester Schnittzeitpunkt ist die Blüte. Ganz wichtig ist, Triebe ohne Blüte auf 1-3 Augen zurücknehmen.

Süßkirsche:
Wird Ihr Kirschbaum zu hoch, so kürzen Sie die entsprechenden Äste am besten einfach bis zu einem Seitenast ein. Dieses Vorgehen ist auch während der Ernte möglich, Sie sparen sich dann viel Kletterei. Kirsche schneidet man außerdem erst nach der Ernte, außer natürlich sie gehen wie oben erwähnt vor.

Zwetschge und Mirabelle:
Wird die Krone zu dicht, sollten Sie all paar Jahre vergreiste Äste herausnehmen.



Alte Sorten

Mittlerweile gibt es unzählige verschiedene Sorten Obst. Die Früchte wurden speziell für die Vorstellungen des Konsumenten gezüchtet, so sollen zum Beispiel Äpfel möglichst groß, rot und glatt sein. Dies geht leider zumeist auf Kosten des Geschmacks und ein vermehrtes Vorkommen von Allergien. Vor einiger Zeit haben wir schon einmal Allegiker-freundliche Äpfel vorgestellt.
Hier können Sie den Beitrag nachlesen.
Es soll jetzt aber nicht nur um Allergiker-Äpfel gehen, sonder um alte traditions Sorten, welche noch immer von Liebhabern gezüchtet werden und Sie sogar bei uns erhalten können.

Da alte Obstsorten für den gewerblichen Handel nicht mehr gezüchtet werden, sind diese Bäume echte Raritäten. Sie sind zumeist äußerst Robust und anspruchsloser als ihre modernen Verwandten.
Auch der Geschmack der Früchte ist ein großer Pluspunkt, Sorten wie die Ananas-Renette, der rote Eiserapfel oder der Altländer Pfannkuchenapfel überzeugen mit einem ausgeprägtem Aroma. Der rote Eiserapfel ist zum Beispiel besonders gut für das Einmachen, zur Saftherstellung oder zum Backen geeignet.

Eine komplette Auswahl unserer alten Obstsorten finden sie hier