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Gewöhnliche Waldrebe:

eine heimische Clematis

Die Gewöhnliche Waldrebe, auch als wilde Schwester unserer Garten-Clematis bekannt, ist eine der wenigen Lianen, die hierzulande wachsen. Im Sommer zieht sie mit ihren kleinen, aber zahlreichen Blüten Schmetterlinge und andere Insekten an. Im Winter machen ihre wattebauschähnlichen Samenstände sie zum optischen Kracher. Doch so harmlos wie sie zunächst klingt, ist die Pflanze nicht. Sie wächst rasant und kann mit ihrer ungestümen Art Bäumen den Tod bringen. Aber nur, wenn man sie lässt.

Wäre Tarzan in Deutschland unterwegs, wäre die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) vermutlich eines seiner liebsten Fortbewegungsmittel. Die Pflanze gehört nämlich zu den sogenannten Lianen, ist also eine Kletterpflanze mit verholzenden Sprossachsen. Die auch als Echte oder Gemeine Waldrebe bekannte Pflanze ist bei uns heimisch und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Sie kommt vor allem am Waldrand, in Auwäldern und an Hecken vor, manchmal auch an Autobahnen, Böschungen und am Rande von Bahngleisen, wo sie nicht klettert, sondern flächig wächst.

Die Waldrebe mag einen schattigen Boden

Die Gewöhnliche Waldrebe ist eine wilde Verwandte der Clematis-Arten, die als großblütige und farbenreiche Zuchtformen in vielen Gärten Fassaden und Zäune begrünen. Sie kann im Extremfall bis zu 30 Meter hoch klettern, wird aber normalerweise selten höher als drei bis zehn Meter. Wie alle anderen Clematis-Arten auch mag die Gewöhnliche Waldrebe einen beschatteten Fuß- und Wurzelbereich. In der freien Natur sorgt die natürliche Strauchschicht für eine gute Abdeckung des unteren Pflanzenbereichs. Im Garten kann man mit einer passenden Bepflanzung nachhelfen. Besonders gut machen sich etwa Prachtspiere, Wald-Geißbart und Purpurglöckchen.

Rückschnitt der starkwüchsigen Kletterpflanze

Für kleine Gärten ist die Gewöhnliche Waldrebe nur dann geeignet, wenn jedes Jahr im März geschnitten wird – und zwar radikal bis auf rund einen halben Meter über dem Erdboden. Wird auf diesen Rückschnitt verzichtet, übernimmt die ungestüm wachsende Pflanze in kurzer Zeit das Ruder. Das kann in größeren Gärten durchaus gewünscht sein. Eine Benjeshecke beispielsweise lässt sich gut mit der Pflanze begrünen. Und wer eine ganze Hauswand zur Verfügung hat, kann sicher auch auf den jährlicher Rückschnitt verzichten. Klettert die wilde Clematis jedoch an Bäumen hoch, ist Vorsicht geboten. Es kann zwar wunderschön aussehen, wenn die monatelang blühende Pflanze einen Baum umgarnt, aber das Gewicht ihrer Blätter und Ranken stellt für den Baum eine große Belastung dar. Hinzu kommt, dass die Clematis ihrem Klettergerüstbaum in zunehmendem Maße das Licht nimmt. Wenn der Gärtner hier nicht regulierend eingreift, kann diese Umarmung für den Baum tödlich enden. Auch dem Menschen kann die Gewöhnliche Waldrebe Schaden zufügen, denn sie ist in allen Teilen giftig. Schon die Berührung mit dem Pflanzensaft kann zu Hautreizungen führen. Daher ist es sinnvoll, beim Schneiden Handschuhe zu tragen.

Die Gewöhnliche Waldrebe als Insektenweide

Während viele Menschen dem Duft der Gewöhnlichen Waldrebe wenig abgewinnen können, fliegen viele Insekten auf die kleinen, cremeweißen Blüten. Von Juli bis September erscheinen sie in großer Fülle an den im selben Jahr gewachsenen Trieben. 35 Schmetterlingsarten tanken den Nektar der Pflanze oder nutzen die Blätter als Raupenfutter. Aber auch Honigbienen, einige Wildbienen, Käfer und Fliegen schätzen den blühfreudigen Kletterer. Praktisch für viele Singvögel, die hier einen gedeckten Tisch vorfinden und die Pflanze auch gerne zum Bau ihrer Nester nutzen.

Zum Flechten, Binden und Dekorieren

Auch die Menschen bedienen sich gerne der Waldrebe. Früher wurden die Stängel als Seile verwendet, unter anderem für die Befestigung von Pfahlbauten. Im Mittelalter nutzte man die Pflanze zum Flechten von Körben, und auch heute noch kommt sie zum Einsatz. Ihre silbrig-weißen Fruchtstände, die sie im Herbst bildet, sind so dekorativ, dass Floristen und Bastelfüchse sie häufig für herbstliche Kränze verwenden. Noch attraktiver sind allerdings die Samen, die erst im Winter reifen und ebenfalls Kränze und andere Basteleien mit ihrer Zartheit bereichern. Sie sind jeweils zu mehreren kugelartig angeordnet. Und jeder einzelne Samen ist ausgestattet mit einem federähnlichen Haar, was der ganzen Pflanze bis zum Frühling einen flauschig-weißen Look verleiht. Das erklärt auch den sonderbaren Namen, den die Engländer der Pflanze gegeben haben: Old Man’s Beard. 

 Im Frühjahr verweht der "Bart des alten Mannes". Viele Samen nimmt der Wind mit, und manche werden von Tieren verschleppt. Sie bleiben bei Berührung am Fell hängen und breiten sich so aus. Auch Vögel tragen zur Verbreitung bei, indem sie die flauschigen Samen zum Auskleiden ihrer Nester nutzen.

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