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Foto: BlackRabbit3 / Shutterstock.com

Christrose:

winterblühende Staude mit Symbolkraft

Christrosen gehören zu den wenigen Pflanzen, die in der kalten und dunklen Jahreszeit ihren großen Auftritt haben. Mit ihren wunderschönen, weißen Blüten bringen sie Leben in den winterlichen Garten und inspirieren nebenbei Mönche und Legendenerzähler.

Ein Licht in dunkler Nacht! Die Symbolkraft der Christrose (Helleborus niger) ist nicht ohne. Die Pflanze erblüht, wenn um sie herum alles leblos erscheint. Ihre leuchtende Ankunft in der Ödnis des Winters läuft wie parallel zum Erscheinen von Jesus Christus in der Welt. Plötzlich ist Hoffnung da. Diese Verbindung spiegelt sich in verschiedenen Erzählungen wider. Eine von ihnen ist die Legende um den heiligen Laurentius, der im 16. Jahrhundert bei einem Waldspaziergang eine Christrose fand. Ihre Blüte soll ihn zu dem bekannten Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“ inspiriert haben.

Helleborus niger – der lateinische Name sorgt für Klarheit

Die Christrose, auch als Schneerose oder Nieswurz bekannt, gehört zur Gattung Helleborus, der 19 Arten angehören, von denen einige auch bei uns heimisch sind. Da der Name Christrose im allgemeinen Sprachgebrauch auch für andere Arten der Gattung verwendet wird, kommt es mitunter zu Missverständnissen. Diesen kann man aus dem Weg gehen, wenn man die lateinische Bezeichnung der Pflanze beachtet. Denn im Gegensatz zu den regionalen Namen der Pflanzen, sind die lateinischen Namen eindeutig. Die einzig echte Christrose – also die, die um die Weihnachtszeit herum blüht – ist die Art Helleborus niger. Und wer sich jetzt fragt, wieso eine so strahlend weiß blühende Pflanze „niger“ (= schwarz) im Namen hat, der kann sich ja mal Rhizom und Wurzeln der Christrose anschauen. Die sind nämlich richtig schwarz.

Standort und Bodenansprüche

Die Christrose ist eine sehr langlebige Staude, die – am richtigen Standort gepflanzt – bis zu 25 Jahre alt werden kann. Sie wächst am liebsten halbschattig, gerne unter sommergrünen Bäumen oder Sträuchern. Diese bieten ihr zweierlei Schutz. Im Sommer vor der Sonne und im Winter durch das herabfallende Laub vor der Kälte. Im Vollschatten, beispielsweise unter immergrünen Pflanzen, gedeiht die Christrose zwar auch, bildet aber weniger Blüten. Die Stauden bevorzugen einen humus- und nährstoffreichen Boden. Und sie lieben Kalk. Daher tut man ihnen Gutes, wenn man bei der Pflanzung etwas Kalkschotter in den Boden einarbeitet. Besonders bei schweren Böden, die sehr tonhaltig und damit nicht sehr wasserdurchlässig sind, eignet sich Kalkschotter gut für die Anlage einer Drainageschicht. Staunässe nämlich können Christrosen nicht vertragen.

Christrosen kombinieren

Die maximal 30 Zentimeter hoch werdenden Pflanzen machen sich sowohl in Einzelstellung als auch als Grüppchenpflanzung gut. Wer Christrosen mit anderen Pflanzen kombinieren möchte, findet im Frühlings-Alpenveilchen einen guten Partner, da dieses ebenfalls kalkigen Boden und eine halbschattige Lage präferiert. Auch ein Mix mit frühblühenden Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Schneeglöckchen oder Winterlingen geben ein stimmiges Bild ab. Weitere gute Beetnachbarn sind Elfenblumen, Lungenkraut, Scheinhasel, Zaubernuss und etliche immergrüne Gräser.

Trickreiche Blüten

Während die Ursprungsart der Christrose mit ihrer Blütezeit Weihnachten mitunter knapp verfehlt, gibt es verschiedene Sorten, die zuverlässig auch an den Weihnachtstagen blühen. Ganz voran Helleborus niger Praecox, eine Züchtung, die schon ab November bis Januar blüht. Manch andere Sorten von Helleborus niger blüht bis in den April hinein. Während die Blütenmitte gelb erstrahlt, sind die Blütenblätter weiß und je nach Sorte im Verblühen rosa angehaucht. Am Ende der Blütezeit passiert etwas Ungewöhnliches: Nach der Bestäubung werden die Blütenblätter teilweise grün. Sie übernehmen dann die Photosynthese, damit die Pflanze, deren Laubblätter inzwischen abgestorben sind, die sich bildenden Früchte mit Nährstoffen versorgen kann. Sind die Früchte reif, entwickeln die Pflanzen neue Blätter. 

 Mit ihrem intensiven Duft und ihren strahlenden Blüten lockt die Christrose, die sowohl Pollen als auch Nektar liefert, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge an. Ist es so kalt und nass, dass bestäubende Insekten nicht fliegen, kommt die Pflanze auch ohne tierische Hilfe klar. Im Notfall können die Pflanzen den eigenen Pollen aufnehmen und sich so selber bestäuben. 

 Christrosen sind auch gute Schnittblumen und halten sich viele Tage in der Vase, wenn sie schräg wie Rosen angeschnitten werden. Da die Pflanzen sehr giftig sind und der Saft schon bei Berührungen zu Hautreizungen führen kann, sollte man beim Schneiden Handschuhe tragen. 

 Zum Schluss noch eine weitere Christrosen-Legende: Ein Hirte war auf dem Weg nach Bethlehem. Weil er kein Geschenk für das neugeborene Jesus-Kind hatte, war er so traurig, dass seine Tränen auf den Boden tropften. Genau an dieser Stelle wuchsen plötzlich wunderschöne Christrosen aus dem Boden. Und der Hirte hatte das perfekte Geschenk.

Wenn ihr auch noch überlegt, was ihr zu Weihnachten verschenken könntet, hätten wir ein paar gute Ideen:


Praecox

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HGC Wintergold

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Christrose

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