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Rote Johannisbeeren pflanzen, pflegen und schneiden

Es gibt viele Gründe, sich Johannisbeeren in den Garten zu holen: Sie brauchen wenig Platz, sind pflegeleicht, liefern Insektenfutter, sind fruchtbehangen ein toller Hingucker und schmecken wunderbar süßsauer nach Sommer und Frische. Hier gibt es wichtige Fakten über das köstliche Beerenobst, und ihr bekommt ein Rezept für eine besondere Nascherei.

Die Pflanzenfamilie der Stachelbeergewächse ist ziemlich klein. Sie hat nämlich nur ein einziges Mitglied, und zwar nicht etwa die Gattung der Stachelbeeren, sondern die der Johannisbeeren (Ribes). Diese ist deutlich besser besetzt. Rund 140 bis 160 Arten gehören ihr an. Unter ihnen die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum), die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) und die Weiße Johannisbeere (Ribes sativum). Rote Johannisbeeren sind in unseren Breiten heimisch. Die Sträucher werden je nach Sorte ein bis zwei Meter hoch.

Standort und Bodenansprüche

Rote Johannisbeeren stehen am liebsten an einem windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Platz. Ein vollsonnig gelegener Platz ist nicht ideal, weil der Boden dort sehr leicht austrocknet. Das sollte er aber nicht, ganz besonders nicht in der Reifezeit. Neben einem eher feuchten, aber keinesfalls staunassen Boden mögen es die Pflanzen auch, wenn der Boden leicht sauer ist.

Rote Johannisbeeren pflanzen

Johannisbeeren können einzeln oder in Reihe gepflanzt werden. Auch Heckenpflanzungen sind möglich, ebenso wie der Einsatz als Kübelpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse. Veredelte Pflanzen können auch als Hochstämmchen gezogen werden. Bei der Pflanzung sollte man darauf achten, dass die Johannisbeere ein paar Zentimeter tiefer gesetzt wird, als sie im Container stand. Ruhende Knospen an der Triebbasis werden dadurch nämlich geweckt und zum Austreiben angeregt. Außerdem bilden sich an der Basis der Haupttriebe zusätzliche Wurzeln, die die Versorgung der Pflanze unterstützen.

Gute Nachbarn für die Beerensträucher

Rote Johannisbeeren können gut alleine stehen, müssen sie aber nicht. Besonders bewährt hat sich die Kombination mit Wermut, dem nachgesagt wird, die Sträucher gegen Säulenrost zu schützen. Die meisten anderen Pflanzen mögen die direkte Nachbarschaft zu Wermut aber gar nicht. Daher sollte auf ausreichend Abstand geachtet werden. Außerdem lässt sich das Beerenobst gut mit Josta- und Stachelbeeren kombinieren, aber auch mit Frühblühern wie Primeln. Ist auf der Baumscheibe eines Apfelbaums Platz hat, kann man die Rote Johannisbeere auch gut dahin setzen. Aber nur so dicht, dass beide Pflanzen ungehindert wachsen können.

Natürlich kann man auch verschiedene Sorten der Roten Johannisbeere kombinieren. Wer darauf achtet, Sorten zu wählen, die zu unterschiedlichen Zeiten reifen, kann die Erntezeit erheblich verlängern.

Pflege und Schnitt

Rote Johannisbeeren sind ziemlich pflegeleicht. Die Pflanzen brauchen nicht mehr als eine Portion reifen Kompost und ein bisschen Beerendünger zu Beginn des Frühjahrs. Eine Abdeckung des Bodens mit Rasenschnitt, Laub und Strauchschnitt hält die von den Pflanzen benötigte Feuchtigkeit im Boden. 

 Um einen optimalen Ertrag mit längeren Trauben und dickeren Früchten zu erzielen, müssen die Roten Johannisbeeren regelmäßig geschnitten werden. Gute Zeitpunkte dafür sind direkt nach der Ernte oder im frühen Herbst. Da die Sträucher am zwei- bis dreijährigen Holz am besten tragen, schneidet man Triebe, die älter als vier Jahre sind, bodennah zurück. Zu erkennen ist das Alter der Triebe an ihrer Farbe. Je älter sie sind, desto dunkler sind sie auch. Außerdem sind alte Äste in der Regel dicker und oft mit Flechten bewachsen. Auch wenn es weh tut: Es sollten höchstens acht Haupttriebe pro Pflanze stehen bleiben. Idealerweise ist eine Rote Johannisbeere so aufgebaut, dass sie Triebe aus jedem der letzten vier Jahre hat.

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Blüten und Befruchtung

Von April bis Mai zeigen die Beerensträucher ihre kleinen, grüngelben Blüten, die in Trauben zusammenstehen. Sie kommen nach menschlichen Maßstäben zwar eher unspektakulär daher, werden aber von Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlingen gerne angeflogen. Bei Imkern ist die Rote Johannisbeere wegen des hohen Zuckergehaltes im Nektar eine sehr beliebte Nebentracht. Eigentlich sind die Pflanzen selbstfruchtbar, brauchen zur Fruchtbildung also keine weiteren Johannisbeeren in ihrer Nähe. Aber: Wer mehr Früchte pro Strauch ernten möchte, pflanzt zusätzlich noch eine andere Sorte.

Die Früchte und ihre Verwendung

Viele Sorten sind rund um den Johannistag am 24. Juni reif. Daher kommt auch der Name Johannisbeere. Allerdings gibt es mittlerweile viele Sorten, die zu anderen Zeiten reifen. Das Erntefenster ist oft relativ groß, sodass über viele Tage, manchmal sogar einige Wochen lang nach Bedarf geerntet werden kann. Amseln, Rotschwänzchen und einige andere Vogelarten ernten übrigens eifrig mit. Die Früchte schmecken frisch vom Strauch gepflückt genauso gut wie verarbeitet. Sie veredeln Quarkspeisen, Joghurts und Obsttorten, verfeinern Schorlen, können zu Marmelade, Gelee, Saft oder Roter Grütze verkocht werden.

Fruchtleder

Auch für die Herstellung von Fruchtleder sind die Beeren super geeignet. Für alle, die diese gesunde Köstlichkeit noch nicht kennen: Fruchtleder erinnert vom Geschmack und der Konsistenz her an Gummibärchen und ist ganz leicht herzustellen. Die Johannisbeeren werden püriert und mit Zucker oder einer Alternative wie Honig oder Agavendicksaft gesüßt. Ist die Masse sehr flüssig, kann man sie beispielsweise mit Leinsamen oder Nussmus ein wenig andicken. Danach wird sie auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech dünn verteilt und sechs bis acht Stunden bei etwa 60-70 Grad Celsius Umluft im Backofen getrocknet. Damit die Feuchtigkeit abziehen kann, sollte man den Backofen entweder einen Spalt breit offenlassen oder ihn hin und wieder kurz öffnen. Ist die Oberfläche trocken und nicht mehr klebrig, ist das Fruchtleder fertig und kann vom Backpapier abgezogen, in Streifen geschnitten und aufgerollt werden.

Lust auf Fruchtleder, Rote Grütze oder Johannisbeersaft?


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