+++ 10% auf Freilandpflanzen +++ Code: COUNTDOWN +++ close

Mulchen im Gemüsegarten: Warum, womit und wie?

Wenn Gärtner vom „Mulchen“ sprechen, meinen sie damit die Abdeckung des Bodens mit organischen Materialien wie Rasenschnitt oder Laub. Eine Mulchschicht schützt den Boden nicht nur vor schneller Austrocknung, sondern hat noch viele weitere Vorteile – für Gärtner und für Gurken!

In der freien Natur geht niemand Laub harken oder abgefallene Äste einsammeln. Der Boden ist immer bedeckt – entweder mit Pflanzen, mit Laub oder anderem organischen Material, das daliegt wie eine schützende Decke. Wer in seinem Garten Mulch ausbringt, der tut es der Natur gleich und profitiert mehrfach.

Welche Vorteile bringt Mulch im Garten?
Gut gemulchte Beete sorgen dafür, dass viele mitunter ungeliebte Gartenarbeiten nicht mehr so häufig anfallen. Man muss weniger gießen, weil der Mulch als Verdunstungsschutz wirkt, die Erde also länger feucht bleibt. Man muss weniger Unkraut jäten, weil der Wildwuchs unter der Mulchschicht kaum eine Chance hat, durchzudringen oder überhaupt erst zu keimen. Außerdem greift man seltener zur Hacke, denn die Erde unter der Mulchschicht bleibt locker und feinkrümelig.

Auch Dünger kommt nicht mehr so oft zum Einsatz, weil die Mikroorganismen bei der Zersetzung des Mulchmaterials Nährstoffe produzieren, die die Pflanzen begierig aufnehmen. Besonders effektiv arbeiten sie, wenn die Bodentemperaturen nicht zu stark schwanken. Eine Mulchschicht kann genau das bewirken. Im Winter hält sie die Wärme im Boden, und im Sommer kühlt sie ihn. Auch gegen Erosion, also die Abtragung des Bodens durch Regen und Wind, ist ein bedeckter Boden besser geschützt als ein frei daliegender. Und eine weitere Gefahr, die der Regen mit sich bringt, wird durch eine Mulchdecke ebenfalls reduziert: die Verschlämmung des Bodens, die dazu führt, dass der Boden weniger Wasser aufnehmen kann. Also Vorteile über Vorteile!

Nachteile, die Mulchen mit sich bringt
Der großen Menge an Vorteilen stehen ein paar Nachteile gegenüber. Der eine Nachteil hat keine Beine, der andere gleich vier: Schnecken und Wühlmäuse. Wer viele dieser Gärtnerschrecks beherbergt, verzichtet besser auf die Bodenabdeckung oder trägt sie nur sehr dünn auf (-> Tipps zum freundlichen Schneckenverschrecken). Außerdem sollte man wissen, welche Materialien als Mulch geeignet sind. Wer hier nämlich Fehler macht, der schadet seinem Gemüse möglicherweise mehr, als dass er ihm hilft.

Grüne und braune Mulchmaterialien
Die organischen Mulchmaterialien lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Zum einen gibt es das frische, feine, grüne Material wie Rasenschnitt oder Gemüsereste, das reich ist an Stickstoff und sich schnell zersetzt. Zum anderen gibt es die braunen, holzigen Materialien wie Holzhäcksel oder Stroh, die nur wenig Stickstoff, dafür aber viel Kohlenstoff enthalten. Bei ihrer Zersetzung, die deutlich langsamer vonstatten geht, werden zwar Nährstoffe frei, aber gleichzeitig benötigen die Mikroorganismen im Boden zusätzlichen Stickstoff.

Nutzt man zum Mulchen seiner Gemüsebeete also nur braunes Material, könnte dem Gemüse der dringend benötigte Stickstoff streitig gemacht werden. Um so einen Stickstoffmangel gar nicht erst entstehen zu lassen, mischt man Grünes mit Braunem, oder man verwendet vorab Hornspäne oder anderen stickstoffhaltigen Dünger.

Neben den organischen Mulchmaterialien gibt es auch anorganische wie Mulchpapier, Tonscherben, Folien oder Steine. Sie schützen den Boden zwar auch, aber sie nähren ihn nicht.

Mulch auf Gemüsebeeten
Bevor gemulcht wird, sollte der Boden gründlich von Unkraut befreit und gut gelockert werden. Außerdem ist es wichtig, dass die Erde feucht ist. Im Garten fallen automatisch viele Materialien an, die zum Mulchen im Gemüsegarten gut geeignet sind.

1. Rasenschnitt steht in den meisten Gärten reichlich zur Verfügung. Ein bisschen angetrocknet ist er ein super Mulchmaterial – wenn man ein paar Dinge beachtet. Trägt man Rasenschnitt zu dick auf, bildet er schnell eine klumpige Masse und beginnt zu faulen. Daher ist es besser, ihn nur höchsten zwei bis drei Zentimeter aufzutragen oder ihn mit braunem Material wie Holzhäcksel zu mischen. Das braune Material sorgt dabei nicht nur für eine gute Belüftung, sondern auch für ein günstiges Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis.

2. Auch Unkraut lässt sich gut zum Mulchen verwenden. Am besten lässt man es dort fallen, wo man es rausgerupft hat – und zwar so, dass die Wurzeln keinen Bodenkontakt haben. Aber Achtung! Hat das Kraut schon Samen gebildet, pflanzt man mit dieser Methode weiteres Unkraut an.

3. Besonders gut eignen sich auch Brennnesseln und Beinwellblätter. Sie reichern den Boden mit viel Nährstoffen an und zersetzen sich sehr schnell, müssen also oft nachgelegt werden. Unter anderem profitieren Gurken, Tomaten und Bohnen sehr von diesem Material.

4. Auch anfallende Gemüsereste wie schlapperige Salatblätter, Möhrengrün, das man nicht verwenden möchte, oder Kohlblätter können zerkleinert zum Mulchen verwendet werden. Tomaten bekommt es beispielsweise sehr gut, mit den eigenen abgeschnittenen Blättern und Geiztrieben gemulcht zu werden. Hier gilt, genauso wie für alle anderen Mulchmaterialien auch: Nur gesunde Pflanzenteile zum Mulchen verwenden!

Wer seine Kohlpflanzen mit Tomatenblättern mulcht, kann auf weniger Kohlweißlinge hoffen. Denn die hübschen, aber Schaden verursachenden Schmetterlinge werden von dem Geruch der Tomatenblätter verwirrt und abgeschreckt (-> noch mehr Tipps zur schädlingsvertreibenden Wirkung von Pflanzen).

5. Stroh, Laub und Holzhäcksel sind kohlenstoffreiche, aber stickstoffarme Materialien. Werden Gemüsebeete mit ihnen gemulcht, ist es notwendig, stickstoffreiche Materalien unterzumischen, um eine Stickstoffunterversorgung des Gemüses zu verhindern. Was die Nutzung von Holzhäckseln betrifft, sind Gärtner unterschiedlicher Meinung. Während manche damit gute Erfahrungen machen, warnen andere Gärtner davor, Holzhäcksel im Gemüsebeet zu verwenden. Sie befürchten, dass im Häckselgut Gerbstoffe enthalten sein könnten, die eine keimhemmende Wirkung haben.

Stroh ist aufgrund seiner langsamen Zersetzung im Gemüsegarten besonders geeignet für Kulturen mit langen Vegetationszeiten oder bei mehrjährigen Kulturen wie Erdbeeren oder Rhabarber. Bei den Erdbeeren sorgt das Stroh auch dafür, dass die Früchte weniger anfällig sind für Grauschimmel und zudem sauberer geerntet werden können.

Rindenmulch nicht im Gemüsebeet
Rindenmulch ist fürs Gemüsebeet ungeeignet. Er enthält viele Gerbstoffe, die zwar dazu beitragen, Unkraut in Schach zu halten, aber auch dazu führen können, dass das Gemüse nicht optimal wachsen kann. Besser aufgehoben ist der Rindenmulch auf Wegen, unter Sträuchern und Bäumen und in Staudenbeeten.