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Ein Hügelbeet anlegen

Auch wenn es so aussieht: Ein Hügelbeet ist keinesfalls nur ein langgezogener Erdhaufen. Denn unter der oberen Erdschicht stapeln sich unterschiedlichste organische Materialien, die sich im Laufe der Zeit zersetzen und dabei sowohl Wärme als auch Nährstoffe abgeben. Super Bedingungen für Kürbis & Co.

Hügelbeete, auch als Hügelkulturen bekannt, funktionieren ähnlich wie Hochbeete. Der Unterschied besteht darin, dass Hügelbeete keine feste hohe Umrandung haben, sondern zu den Enden hin, wie normale Hügel auch, flach auslaufen. Solche Beete sind im Garten eine optische Bereicherung, können aber noch viel mehr als nur schön aussehen.

Was für ein Hügelbeet spricht
Ein Hügelbeet ist ein Vielfraß. Alles, was nach einem Hecken- oder Baumschnitt und anderen Aufräumarbeiten im Garten anfällt, nimmt es in sich auf. So wird aus einfachem Gartenabfall eine Ressource, die ein ertragreiches Superbeet nährt – die Tour zum Recyclinghof oder die Kompostierung entfällt damit. Das Beet ist im Vergleich zu einem Hochbeet also sehr günstig, denn alles, was für den Bau benötigt wird, ist oft im eigenen Garten oder vielleicht beim Nachbarn schon vorhanden.

Ein weiteres Plus von Hügelbeeten liegt in der durch die Verrottung entstehenden Wärme im Inneren des Hügels. Durch sie verlängert sich die Anbauzeit um einen guten Monat; das Gemüse kann früher gepflanzt und entsprechend früher geerntet werden. Doch nicht nur die Wärme hat einen günstigen Einfluss auf das Gemüse. Auch die Nährstoffe, die in großen Mengen über die Jahre hinweg während der Zersetzung des Füllmaterials frei werden, kommen den Pflanzen auf dem Beet zugute. Außerdem von Vorteil: Staunässe, die in ebenerdigen Beeten mitunter zu Ernteausfällen führt, kann auf Hügelbeeten nicht entstehen, denn die dicke organische Materialschicht bleibt immer locker. Bis zu einem Drittel mehr Anbaufläche steht dem Gärtner zur Verfügung, wenn er in die Höhe baut, und bücken muss er sich bei der Gartenarbeit auch ein bisschen weniger.

Was gegen ein Hügelbeet spricht
Den vielen Vorteilen stehen ein paar Nachteile gegenüber. Zum einen macht es mehr Arbeit, ein Hügelbeet anzulegen als in der Ebene zu gärtnern. Und zum anderen ist so ein Beet nicht von Dauer. Nach etwa fünf bis sechs Jahren ist es abgesackt und muss erneuert werden. Manche Gärtner haben wegen der lockeren Struktur des Hügels Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung. Doch dieses Problem lässt sich mit einer dicken Mulchschicht meist lösen.

Größe, Standort und Ausrichtung
Die empfohlene Breite eines Hügelbeetes liegt zwischen 140 und 160 Zentimetern. Wäre es breiter, wären Pflege und Ernte ein Problem. In der Höhe misst das Beet meist 60 Zentimeter bis höchstens 100 Zentimeter, während die Länge variabel ist und sich nach den Bedürfnissen der Gärtner und dem zur Verfügung stehenden Platz richtet. Bei der Wahl des Standortes ist zudem ausreichend Platz für einen Weg rund um das Beet herum einzuplanen.

Die meisten Gemüsesorten brauchen viel Sonne. Ein sonniger Standort ist daher die beste Wahl. Ausgerichtet wird ein Hügelbeet am besten nord-südlich, denn auf diese Weise bekommen alle Kulturen gleichmäßig viel Sonnenlicht ab. Wer sich nicht an diese klassische Ausrichtung halten kann oder möchte und das Beet stattdessen west-östlich ausrichtet, hat eine lange nach Süden gewandte Seite und eine ebenso lange nach Norden gewandte Seite. Auch das kann Vorteile haben. Auf der südlich ausgerichteten Seite finden Sonnenanbeter wie Tomaten oder Paprika einen guten Standort, während Pflanzen, die weniger Sonne benötigen, auf der Nordseite gut aufgehoben sind. Doppelten Nutzen generiert man, wenn man das Beet nicht länglich baut, sondern in Halbkreisform nach Süden geöffnet. So entsteht im Inneren des Halbkreises eine Sonnenfalle, eine Art Auffangstation für die Sonnenwärme, die ihrerseits wärmeliebenden Pflanzen ein perfektes Plätzchen bietet.

Wie baut man ein Hügelbeet? In Schichten!
Ist der richtige Platz gefunden, wird als erstes die Fläche markiert und von Unkraut und weiterem Bewuchs befreit. Anschließend wird die gesamte Beetfläche spatentief ausgehoben und mit einem feinmaschigen Drahtgeflecht vor Wühlmäusen geschützt. Der Erdaushub kann neben dem Beet gelagert werden. Dann geht’s ans Schichten.

1. Die erste Lage besteht aus grobem Holz und Strauchschnittgut, das im Kern des Beetes – mit gutem Abstand zu den Beeträndern hin – hügelförmig etwa 40 bis 60 Zentimeter hoch eingefüllt wird. Aus der Schicht herausragende Äste werden abgeschnitten.
2. Die in der ersten Schicht entstandenen größeren Hohlräume werden mit einem Teil des Erdaushubs locker aufgefüllt. Danach wird die erste Schicht mit umgedrehten Grassoden – falls diese vorhanden sind – abgedeckt.
3. Nun folgt eine rund 20 Zentimeter dicke Schicht mit organischen Materialien wie Laub, Stroh, Heu und Rasen- oder Staudenschnitt. Wichtig ist, dass das Material feucht ist, damit der Kompostierungsprozess gut in Gang kommt. Beim Auftragen des Materials sollte die Form des Hügelbeetes nicht aus dem Blick geraten.
4. Eine etwa 15 Zentimeter hohe Schicht aus halbreifem Kompost bildet die vorletzte Lage.
5. Die letzte ungefähr 20 Zentimeter dicke Schicht bestehen aus einem Mix des restlichen Erdaushubs mir reifem Kompost - eventuell können Hornspäne oberflächlich in den Boden eingearbeitet werden. Zum Schluss werden letzte grobe Erdklumpen zerschlagen, der Hügel wird in seine endgültige Form gebracht und festgeklopft.

Bewässerung
Oben auf dem Hügel wird eine Rinne modelliert, damit Regen- oder Gießwasser besser gehalten werden kann. Zudem empfiehlt es sich, für jede Pflanze, die gepflanzt wird, eine kleine Terrasse zu formen, so dass immer senkrecht gepflanzt werden kann. Eine dicke Mulchschicht aus Heu oder angetrocknetem Grasschnitt sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Boden bleibt. Wer nicht mulchen möchte, kann natürlich auch einen Tropfschlauch verlegen oder die Gießkanne bemühen.

Bepflanzung
Wegen des sehr hohen Nährstoffgehaltes des Beetes sollten in den ersten beiden Jahren sogenannte Starkzehrer wie Kürbisse, Gurken oder Tomaten gepflanzt werden. Erst in den Jahren danach folgen Mittel- und Schwachzehrer. Und nach etwa sechs Jahren ist Schluss. Und wer mag, startet an anderer Stelle in eine neue Runde.

Du willst auch ein Hügelbeet bauen, aber dir fehlen noch ein paar Dinge wie Spaten, Kompost oder Pflanzerde? Dann schau mal hier: