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Gewöhnliche Haselnuss:

Früchte, Ruten und Magie

Die Gewöhnliche Haselnuss ist ein einheimischer Strauch mit vielfachem Nutzen. Sie bietet leckere und gesunde Nüsse, dient schon früh im Jahr als Pollenlieferant und stellt mit ihrem Schnittgut exzellentes Handwerksmaterial zur Verfügung. Über Wünschelruten und was es mit „Frau Haselin“ und den roten Minikraken auf sich hat.

Dass Aschenbrödel ausgerechnet in drei verzauberten Haselnüssen Hilfe findet, kommt nicht von ungefähr. Man schreibt dem Strauch seit jeher erstaunliche Kräfte zu. In der Ernährung natürlich sowieso, denn die Nuss ist sehr energiereich und hatte schon in der Steinzeit einen wichtigen Stellenwert als Nahrungsmittel. Aber auch die Geschichten und Traditionen rund um die Pflanze zeigen ihre nahezu magische Bedeutung. Die Germanen beispielsweise nannten sie ehrfurchtsvoll „Frau Haselin“ und stellten sie unter Fällschutz. Zweige des Haselstrauches sollten vor Hexen und Schlangen schützen, und die Äste des Strauches dienen noch heute als Wünschelruten, da ihnen die Eigenschaft zugeschrieben wird, Kraftströme fließen zu lassen.

Wuchshöhe, Standort und Wurzelsystem

Die Gewöhnliche Haselnuss (Corylus avellana), auch Haselnussstrauch oder Waldhasel genannt, gehört zur Familie der Birkengewächse. Sie wächst als mehrstämmiger Strauch, wird drei bis sechs Meter hoch und liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Ist es schattiger, wächst sie zwar auch, bildet aber viel weniger Nüsse aus. Haselnusssträucher bilden flach unter der Erdoberfläche ein intensiv verzweigtes Wurzelsystem. Bei der Bodenbearbeitung rund um die Pflanze ist also Vorsicht geboten.

Männliche und weibliche Blüten unterscheiden

An jedem Haselnussstrauch wachsen sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die allerdings meist zu unterschiedlichen Zeiten aufblühen. Daher ist es für einen guten Ertrag sinnvoll, ein oder besser sogar zwei weitere Sorten in die Nähe zu pflanzen. Unterscheiden kann man männliche und weibliche Blüten sehr leicht. Die männlichen sind als gelbe, sechs bis zehn Zentimeter lange Kätzchen gut erkennbar. Die weiblichen Blüten hingegen sehen den Laubblattknospen sehr ähnlich und sind daher kaum auszumachen. Einzig ein paar fadenförmige, wenige Millimeter lange rote Narben schauen aus der Spitze der vermeintlichen Knospe heraus und erinnern dabei an rote Minikraken. Die Kätzchen blühen im Februar und März und eröffnen die Heuschnupfensaison. Windböen setzen manchmal gut sichtbare Pollenwolken frei. Obwohl Bienen den Haselnussstrauch gerne anfliegen, findet die Bestäubung trotzdem durch den Wind statt. Besucht werden nämlich nur die männlichen Blüten, denn die weiblichen haben den Bienen nichts zu bieten.

Ökologischer Nutzen des Haselnussstrauches

Der Strauch passt sehr gut in Wildgehölzhecken oder auch in Einzelstellung in größere, naturnahe Gärten. Bei entsprechender Sortenwahl ist er aber auch in anderen Gärten und sogar im Kübel ein Gewinn. Durch das frühe Pollenangebot ist der Strauch von großem ökologischem Nutzen. Aber auch die Nüsse selbst sind sehr begehrt. Kleinsäuger wie Eichhörnchen, Siebenschläfer und Mäuse fressen die gehaltvollen Früchte genauso wie einige Vogelarten wie Kleiber oder Eichelhäher. Die Tiere tragen zur Verbreitung der Haselnuss bei, indem sie ein paar der als Notration vergrabenen Nüsse einfach vergessen.

Zellernüsse und Lambertsnüsse

Die Früchte des Haselnussstrauches werden Zellernüsse genannt. Wer im Handel Haselnüsse kauft, bekommt oft keine Zeller-, sondern Lambertsnüsse. Diese stammen von der nahe verwandten Lambertshasel (Corylus maxima) ab. Sie kommt ursprünglich von der nordwestlichen Balkanhalbinsel und wird heute vorwiegend in der türkischen Schwarzmeerregion angebaut. Aus beiden Arten sind viele Sorten gezüchtet worden wie etwa die Rote Zellernuss, die Hallesche Riesennuss oder auch Webbs Preisnuss. Die Erntezeit der Nüsse liegt im September und Oktober.

Pflegen und Schneiden

Die Gewöhnliche Haselnuss braucht kaum Pflege. Eine Portion Kompost im Frühjahr reicht aus. Da die Pflanze schnell zu einem dichten Strauch heranwächst, ist es ratsam, sie alle zwei bis drei Jahres auszulichten. Dabei schneidet man kranke, verletzte und sich kreuzende Äste relativ bodennah ab. Ebenfalls möglich ist es, die Pflanze auf den Stock zu setzen, also nicht nur einzelne Äste zu entfernen, sondern sie komplett zurückzuschneiden.

Der Haselnussbohrer

Der Erzfeind einer guten Haselnussernte ist der Haselnussbohrer. Ein eigentlich sehr hübscher Rüsselkäfer, der aber mit großem Zerstörungspotenzial ausgestattet ist. Er legt seine Eier im Juni in die noch unreifen Früchte. Die Larven fressen die Frucht auf und verlassen die Nuss durch das typische kleine kreisrunde Loch in der Schale, um im Boden zu überwintern. Hat die Schale einer Haselnuss also ein Loch, kann man sich die Mühe ersparen, die Nuss zu knacken. Kleiner Tipp: Frühreifende Sorten sind weniger anfällig für den Haselnussbohrer, weil bei ihnen die Schale im Juni schon so verholzt ist, dass der Käfer schlechte Karten hat.

Verwendung der Ruten

Haselnusssträucher werden nicht nur wegen ihrer Nüsse angebaut, sondern auch wegen ihrer sehr geraden Ruten. Die eignen sich nämlich hervorragend zum Verarbeiten. Man kann Zäune aus ihnen herstellen oder Windschutzwände. Genauso kann man sie etwas feinteiliger verwenden und sie zu Körben verflechten. Eine besonders tolle Möglichkeit der sinnvollen Schnittgutverwertung besteht darin, die Ruten als Rankhilfe einzusetzen und beispielsweise ein Gerüst für Bohnen zu bauen. Steckt man ein paar kräftige Ruten in Kreisform in den Boden und sät Bohnen rund um die Ruten, wächst das Hasel-Bohnen-Tipi in wenigen Wochen zu. Für Kinder ein toller Spaß und für Erwachsene eine Augenweide.

Lasst euch diese wunderbaren Sträucher mit ihren magischen Nüssen nicht entgehen. Kann ja niemand wissen, ob man nicht doch mal wie einst Aschenbrödel ein Jagdgewand, ein Ball- oder ein Hochzeitskleid braucht. Aber selbst wenn es mit dem Zauber nicht klappen sollte, bietet der Haselnussstrauch mit ihren Nüssen und Ruten noch weiteren Nutzen!

Lasst euch von der Vielfalt der Haselnuss überraschen!


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