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Foto: Ondrej Prosicky / Shutterstock.com

Wie man den Maulwurf aus dem Garten vertreibt

Er sieht zwar supersüß aus, ist aber trotzdem meist nicht gerne gesehen: der Maulwurf. Wenn er den Garten zur Hügellandschaft umgestaltet, liegen die Nerven der Gärtner oft blank. Was kann man tun, um dem umtriebigen Wühler Einhalt zu gebieten? Ihn direkt zu bekämpfen ist verboten. Ihn friedlich, aber bestimmt zum Umzug zu überreden hingegen nicht.  Wie das klappen kann, erfahrt ihr hier.  Außerdem: eine Einladung, die vermeintliche Untertage-Plage auch einmal anders zu betrachten.

Als Zeichentrickheld oder als Stoffkuscheltier ist der kleine Buddler überaus beliebt. Macht sich der Maulwurf aber im Garten zu schaffen, ist es mit der Sympathie schnell vorbei. Viele Gärtner sind genervt, wenn die kleinen Rüsselnasen Rasen, Gemüse- oder Blumenbeete in Hügellandschaften verwandeln. Fallen oder Giftköder sind hier keine Lösung. Denn der Maulwurf ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt und darf nicht gejagt, gefangen, verletzt oder getötet werden. Es bleiben also nur zwei Möglichkeiten mit dem Maulwurf umzugehen: Entweder macht man es ihm ungemütlich, so dass er lieber woanders sein Glück sucht, oder man arrangiert sich mit den Häufchen.

Gerüche, Geräusche und Gerüttel: drei Ansatzpunkte, um den Maulwurf zu vertreiben

Maulwürfe sind mit ihren stecknadelkopfgroßen Augen zwar nahezu blind und können gerade mal hell und dunkel unterscheiden, aber ihr Geruchssinn ist umso ausgeprägter. Strenge Gerüche mögen sie gar nicht. Genauso wenig kommen sie mit lauten und/oder andauernden Geräuschen zurecht. Auch Erschütterungen des Bodens in ihrem Revier ist den Tieren ein Graus. Mit diesem Wissen lässt sich einiges machen. Aber um es gleich vorwegzunehmen: Keine Methode führt mit Sicherheit zum Erfolg. Manche Gärtner machen gute Erfahrungen mit einer Taktik, die bei anderen Gärtnern überhaupt keinen Effekt hat. Und umgekehrt. Am besten ist es, Methoden zu kombinieren und am Ball zu bleiben.

Der Eingang unter dem Maulwurfshügel

Wer Gerüche in die Gänge einbringen möchte, muss zunächst einen Eingang finden. Bei Maulwurfshügeln ist das einfach, denn der Zugang zum Tunnelsystem liegt relativ mittig unter dem Erdhaufen. Findet man einen Eingang am Rand des Hügels, hat man es vermutlich gar nicht mit einem Maulwurf, sondern mit Wühlmäusen zu tun – was viel ärgerlicher wäre! Ist der Maulwurfsgang gefunden, ist es ratsam, den Hügel nicht platt zu treten, sondern abzutragen. Auf diese Weise lässt sich der optische Schaden deutlich vermindern, denn zurück bleibt nichts weiter als ein kleines Eingangsloch. Übrigens: Platt getretene und zugedrückte Eingänge sind kontraproduktiv, denn die Hügel dienen der Belüftung des Gangsystems. Sind die Einstiegslöcher zugedrückt, sorgt der Maulwurf an anderer Stelle für neue Luftzufuhr.

Strenge und beißende Gerüche

Gerüche, die Maulwürfen stinken, gibt es reichlich: Lebensmittel wie Buttermilch oder Molke, aber auch faule Eier oder Fischköpfe können zum Erfolg führen. Wobei zumindest letztere mitunter Ratten anlocken. Ebenfalls geeignet zur Vergrämung von Maulwürfen sind Jauchen aus Brennnesseln, Wermut oder Holunderblättern. Auch Knoblauch als Sud oder in kleine Stückchen geschnitten kommt bei den Rüsselnasen nicht gut an. Genauso wenig wie frische Walnussblätter, Thujazweige, ein Gemisch aus Meerrettich und Wasser und die Pflanzung von Kaiserkronen und Tagetes patula.

Laute Geräusche und Gerüttel

Ständige Geräusche des Rasenmähers und tobende Kinder nerven den Maulwurf sehr. Weitere Argumente für den schnellen Umzug liefert man den Wühlern, wenn man Eisenstangen in die Hügel rammt und mehrmals am Tag mit einem Hammer dagegen schlägt. Manche Gärtner berichten von Windrädern oder anderen Krachmachern, bei denen beispielsweise Getränkedosen an in den Boden gerammten Eisenstangen befestigt werden. Auch ein im Handel erhältlicher batterie- oder solarbetriebener Maulwurfschreck ist eine Option. Vieles, was Geräusche macht, sorgt gleichzeitig für Erschütterungen. Tobende Kinder zum Beispiel, aber auch Hunde, Pferde und Rasenmäher.

Katzen und andere Feinde

Katzenbesitzer müssen sich über das Vertreiben von Maulwürfen meist keine Gedanken machen. Denn obwohl sich Maulwürfe über Tage kaum blicken lassen, sind Katzen bei der Jagd nach den kleinen Buddlern recht erfolgreich. Auch andere Tiere wie der Mäusebussard, die Schleiereule, der Steinmarder, der Fuchs und das Mauswiesel stellen dem Maulwurf nach. Wer für diese Tiere mit Steinhaufen, Gehölzhecken, wilden Ecken und Ansitzstangen einen geeigneten Lebensraum in seinem Garten schafft, kann auf tatkräftige Unterstützung hoffen.

Frieden schließen

Sollten alle Methoden nicht fruchten, kann man immer noch umdenken und den vermeintlichen Störenfried einmal anders betrachten. Im Gegensatz zu Wühlmäusen, die als reine Vegetarier der Megaschreck im Garten sind, ist der Maulwurf ein reiner Fleischfresser. Und dazu ein hungriger. Bis zu 30 Kilogramm futtert ein Maulwurf pro Jahr. Und das obwohl er mit seinen 70 bis 120 Gramm Körpergewicht nicht einmal so schwer ist wie eine mittelgroße Chicorée. Auf seinem Speiseplan stehen nicht nur Regenwürmer. Auch kleine Schnecken, Engerlinge und andere Larven, Raupen, Würmer und sogar ganz junge Wühlmäuse und andere Mäuse schmecken dem Maulwurf. Wühlmäuse scheinen das zu wissen und meiden Gärten oft, in denen Maulwürfe leben.

Aber nicht nur als Schädlingsbekämpfer zeigt sich der Maulwurf als nützlicher Gartenhelfer. Mit seiner Grabetätigkeit durchmischt er den Boden, durchlüftet und drainiert ihn. Und die kleinen Häufchen, die er regelmäßig aufwirft, könnte man statt als Ärgernis auch einfach als kostenlose Lieferung von Blumenerde betrachten. Diese Erde ist nämlich locker, feinkrümelig und wurzelfrei aufbereitet – und damit perfekt geeignet für das Befüllen von Blumentöpfen.

Ein Nasenschreck für Maulwürfe und ein Augenschmaus für Menschen: Kaiserkronen und Tagetes.