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Kompost: wie der wertvolle Dünger entsteht

Gärtner sind so etwas wie Alchemisten, denn sie können Gold herstellen. Genauer gesagt: schwarzes Gold – auch Kompost genannt. Diese Kostbarkeit besteht im Wesentlichen aus Garten- und Küchenabfällen und ist ein hervorragender Dünger.

Natürlich kann man Laub, Rasenschnitt, Unkraut, Äste und andere Pflanzenreste, die im Garten anfallen, über die Biotonne entsorgen. Aber eigentlich sind sie dafür viel zu schade. Sie sind nämlich das Ausgangsmaterial für Kompost. Kompost hat viele gute Eigenschaften: Er fördert das Bodenleben und damit die Bodenfruchtbarkeit, erhöht die Wasserhaltefähigkeit des Bodens und sorgt für gute Durchlüftung. Und die in ihm enthaltenen Nährstoffe kommen den Pflanzen zugute, nähren und stärken sie.

Material des Komposters: Holz, Metall oder Kunststoff

Wer einen Kompost anlegen möchte, muss sich zunächst entscheiden, aus welchem Material der Komposter bestehen soll. Die Variante aus Holz ist umweltfreundlich und lässt sich optisch meist gut ins Gesamtbild des Gartens integrieren. Allerdings ist die Lebenszeit eines Holzkomposters begrenzt, da er nach und nach verrottet und so selbst Teil des Komposts wird. Unbehandeltes Holz zu wählen ist daher zumindest für diejenigen sinnvoll, die ihren Kompost im Nutzgarten einsetzen wollen. Ebenfalls sehr verbreitet sind Komposter aus Metall, die deutlich länger halten. In größeren Gärten ist es sinnvoll, mit jeweils drei Kammern zu arbeiten, um das nötige Umschichten zu erleichtern. Die erste Kammer wird befüllt, in der zweiten läuft die erste Phase der Rotte ab und in der dritten zersetzen sich die Abfälle vollständig. Wer für so eine Kompostanlage keinen Platz hat, kann einen Thermokomposter aus Kunststoff wählen. Er ist von allen Seiten geschlossen und liefert aufgrund der höheren Wärmeentwicklung schneller das gewünschte Ergebnis – nämlich das schwarze Gold des Gärtners.

Der richtige Standort

Der Kompost sollte gut mit der Schubkarre zu erreichen sein, nicht zu weit vom Haus entfernt liegen und mindestens 50 Zentimeter Abstand zur Grundstücksgrenze haben. Ein leicht beschatteter und keinesfalls in der vollen Sonne liegender, windgeschützter, aber nicht windstiller Platz ist am besten geeignet, weil sich hier die für den Verrottungsprozess notwendige Feuchtigkeit im Kompost am besten halten kann. Außerdem braucht ein Kompost direkten Bodenkontakt, damit überschüssiges Wasser versickern kann und Regenwürmer sowie andere Bodenorganismen in den Kompost hineingelangen können. Ein versiegelter Untergrund ist also keine Option.

Was darf auf den Kompost?

Rasen-, Ast- und Baumschnitt, Laub, Reste von Gemüse und Stauden, Stroh, aber auch manche Küchenabfälle wie Kaffeesatz, plastikfreie Teebeutel, schlabberige Salatblätter und andere Gemüseabfälle, Eierschalen und ungespritzte Obstschalen sind im Kompost gut aufgehoben.

Was darf nicht auf den Kompost?

Private Komposthaufen entwickeln meist nicht so viel Hitze, wie es für eine Hygienisierung des Komposts nötig wäre. Daher werden Samen von Unkräutern, Wurzelunkräuter und Krankheitserreger nicht zuverlässig unschädlich gemacht. Um das Risiko eines erneuten Ausbringens auf die Beete auszuschließen, sollten also keine samentragenden Unkräuter wie Vogelmiere oder Gänsefuß und keine Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch auf dem Kompost landen. Auch kranke Pflanzenteile haben hier nichts zu suchen. Außerdem nicht geeignet: Katzenstreu, gekochte Essensreste, nicht-pflanzliche Essensreste, konventionelle Blumensträuße, Asche und Windeln. Auch das Laub von Eichen, Kastanien, Walnussbäumen, Platanen und Pappeln ist problematisch, da die in ihm enthaltene Gerbsäure keimhemmend wirkt und die Zersetzung des Laubes verlangsamt. Um diese Wirkung nicht auf den restlichen Kompost zu übertragen, empfiehlt es sich, das Laub dieser Bäume gesondert zu kompostieren.

Den Komposter befüllen

Vielfalt ist das erste Gebot für guten Kompost. Je mehr unterschiedliche Materialien – etwa feste und weiche, grobe und feine, stickstoffarme und stickstoffreiche – zusammenkommen, desto besser ist es. Für eine gute Belüftung und guten Wasserabfluss ist es hilfreich, am Boden des Komposters kleine Äste oder anderes sperriges Material zu verwenden. Danach werden in möglichst dünnen Schichten unterschiedliche Materialien eingefüllt, am besten liegen gegensätzliche Materialien aufeinander. Also beispielsweise Grünes auf Braunem, Dichtes auf Lockerem usw. Außerdem ist es sinnvoll, noch etwas Kalk hinzuzugeben, da er den pH-Wert des Komposts günstig beeinflusst. Eine besondere Herausforderung stellt Rasenschnitt dar. Ihn gibt es in den meisten Gärten in rauen Mengen. Füllt man ihn direkt in den Komposter ein, geht das oft schief. Er verklebt, fängt an zu faulen und stinkt dann ganz fürchterlich. Das passiert nicht, wenn man den Rasenschnitt leicht antrocknen lässt und ihn nur in dünnen Schichten abwechselnd mit grobem, trockenem Material einfüllt. Da das Material für eine gute Mischung nicht gleichmäßig anfällt, kann man gehäckseltes Schnittgut von Sträuchern oder Bäumen neben dem Kompost lagern und bei Bedarf davon nehmen.

Kompost umsetzen

Das Umsetzen des Komposts sorgt für gute Belüftung und Durchmischung des Materials und trägt so zur Beschleunigung der Rotte bei. Der Kompost wird entweder im selben Behälter umgeschichtet oder, wenn mehrere Kammern zur Verfügung stehen, in die nächste Kammer umgefüllt.

Guten verrotteten Kompost kann man übrigens an seinem Geruch erkennen: Er duftet nach frischem Waldboden.