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Gattung Taxus

Systematik

Familie: Eibengewächse (Taxaceae)

Gattung: Taxus

Arten

Generelles

Die schätzungsweise insgesamt 11 Eibenarten finden sich überwiegend in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel. Die gemäßigten Gebiete (der Nordhalbkugel) ziehen sich wie ein Streifen über den gesamten Globus und liegen zwischen der Kalten Zone im Norden (die auch Polare oder Subpolare Zone genannt wird) und den Subtropen im Süden. So finden sich Eiben-Arten sowohl in Alaska (Pazifische Eibe, Taxus brevifolia) und im Himalaya (Himalaya-Eibe, Taxus contorta) als auch in Japan (Japanische Eibe, Taxus cuspidata). Die Eibe wächst als immergrüner Strauch oder kleiner Baum und gilt als eine Pflanze, die sehr alt werden kann, obwohl der Nachweis darüber teilweise schwierig ist. Das Holz der Eibe gilt als hart aber außergewöhnlich flexibel, weshalb es schon früh zur Herstellung von Pfeilen und Bögen verwendet wurde. Beim Holzschnitt riecht das Eibenholz fruchtig frisch und ist von rötlicher Farbe. Bei älteren Exemplaren kommt es häufig vor, dass das Kernholz fault, was man daran erkennt, dass das Holz beim Schnitt faulig riecht und das Kernholz weich und "matschig" ist. Berüchtigt ist die Eibe für ihre Giftigkeit und Früchte, Blätter und Rinde oder Holz sollten keinesfalls gegessen werden.
Andererseits ist die Eibe eine sehr beliebte Heckenpflanze, da sie schnittfest und immergrün ist und ein dichtes (auch innerhalb der Pflanze) grünes, weiches Nadelkleid ausbildet. Sie ist außerdem sehr widerstandsfähig und sollte auf den meisten Böden sehr gut zurecht kommen.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Die immergrünen, zumeist weichen, kurzen Nadeln, sind spiralig am Ast angeordnet. Oberseits sind sie von dunkelgrüner Farbe, die beim Austrieb deutlich heller ist. Unterseits der Nadel verlaufen mittig zwei weißliche Striche, die die "Atmungsorgane" (Stomata) der Pflanze enthalten. Da es zahlreiche Sorten gibt, können Ihnen auch Eiben mit gelblichen oder intensiv-grünen blättern begegnen.
Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Blütenzapfen der Eibe (Eiben sind zweihäusig getrenntgeschlechtig, diözisch) sind äußerst unauffällig und klein und zumeist erkennt man weibliche Pflanzen erst im Herbst an ihren attraktiven, roten Früchten, die den giftigen Kern enthalten. Die Ausbreitung der Pollen erfolgt über den Wind, weshalb sie darauf achten sollten (sofern Sie die roten Beeren an der Pflanze wünschen) zwei Pflanzen (eine männliche und eine weibliche) zu kaufen und diese dicht beeinander aufzustellen. Eine weitere, etwas unsicherere Methode wäre, die Eibe des Nachbars zu beobachten und Ihre (weibliche) Eibe dann in die Windrichtung der Eibe Ihres Nachbarn auszurichten...wir empfehlen Ihnen die erstere.

Früchte

Bei den Früchten der Eibe handelt es sich im biologischen Sinne nicht um eine Frucht sondern um einen Samenmantel, der dem Kern einerseits Schutz bietet und ihm andererseits als Keimhilfe dient. Der Samenmantel enthält viel gelartige, klebrige Flüssigkeit, die sehr zuckerhaltig ist. Die Keimung verläuft dann wie folgt:
Fällt der reife Samen auf den Boden, verrottet der Samenmantel und der Kern wird von der Flüssigkeit und dem Gewebe eingehüllt. Durch die Flüssigkeit fängt der Kern an aufzuquellen und setzt nach dem "aufplatzen" zunächst die Wurzelanlagen frei, die ihren Weg in den Boden suchen. Durch die zuckerhaltige Flüssigkeit, stehen der Wurzel sofort wichtige Mineralstoffe zur Verfügung, die es der Eibe auch erlauben, nährstoffärmere Böden zu besiedeln. Hat die Eibe mithilfe ihrer eigenen "Geburtshilfe" so die ersten Schritte am neuen Standort vollzogen, beginnt sie ihr langsames aber stetiges Wachstum.
Ein weiterer, wichtiger Grund für die Attraktivität ihrer Früchte (die sowohl auf Menschen als auch auf Tiere sehr anziehend wirken können), dürfte in der generativen Vermehrung zu sehen sein. Durch die rote Leuchtkraft und die süße Hülle, sind Eibenfrüchte ein sehr begehrtes, natürliches Vogelfutter. Die Tiere fressen die Samen, fliegen fort und scheiden sie an anderer Stelle wieder aus.
Verwunderlich bleibt dabei, dass die sehr giftigen Samen, die so giftig sind, dass sie sogar Pferde, Rinder oder Menschen töten können, den Vögeln scheinbar nichs anhaben. Und es lässt sich nur so erklären, dass die Samenhülle eben keine Giftstoffe enthält und gefahrlos verzehrt werden kann.
Da die Entnahme der Samenhülle, ohne den Kern zu verzehren jedoch schwierig und für Kinder sogar nahezu unmöglich sein dürfte, warnen wir ausdrücklich davor, die Früchte der Eibe zu essen und dort, wo Kinder spielen, hauptsächlich männliche Pflanzen zu verwenden.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Die meisten Taxus-Arten eignen sich hevorragend als Heckenpflanzen, denn ihre Nadeln sind immergrün, sie sind ausgesprochen schnittverträglich und blickdicht und sie kommen mit den allermeisten Böden gut zurecht. Sie lassen sich außerdem in nahezu jede Form schneiden, da ihre Äste lang benadelt sind und man somit beim Rückschnitt nicht sofort in die unbelaubten Bereiche schneidet, was zu Löchern im Nadelkleid führen würde. Aufgrund der Giftigkeit der Eiben-Arten sollte aber an bestimmten Stellen auf die Pflanzung einer Eiben-Hecke verzichtet werden. An Spielplätzen etwa oder in Siedlungen, in denen viele Familien mit Kindern wohnen, sollte nach Alternativen Ausschau gehalten werden. Auch als "Gesunde Randbegrünung" auf Weiden eignen sich Eiben-Hecken nicht, denn es sind zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen Weidetiere nach dem Genuß von Eibensträuchern verendet sind. So sind z.B. im Jahr 2017 im sächsischen Werdau drei Pferde gestorben, nachdem sie von einer unkundigen Person mit Eibengrün gefüttert wurden. br> Da Eiben aber auch sehr schön anzusehen sind, wenn sie freistehend wachsen, werden sie häufig in Gärten und Parks gepflanzt. Hierfür eignen sich allerdings nur einige Arten. Am bekanntesten dürfte hier Taxus media (eigentlich Taxus x media) sein, die aus einer Kreuzung der Arten baccata und cuspidata (Japanische Eibe) hervorgegangen ist. Sie wird häufig für Solitärpflanzungen verwendet, da sie einen ausgesprochen schönen Habitus hat und eine tolle Krone ausbildet. Da sie langsamer wächst als Taxus baccata, eignet sie sich aber auch als Heckenpflanze und durch das langsamere Wachstum kann auf mindestens einen Heckenschnitt pro Jahr verzichtet werden.
Weniger häufig findet man Taxus baccata als Kübelpflanze zur Begrünung für den Balkon oder die Terrasse. Der Grund hierfür dürfte sein, dass Taxus-Arten ein ausgedehntes Wurzelwerk ausbilden und im Kübel häufig kümmerlich und langweilig bleiben. Ebenso dürfte e nahezu ausgeschlossen sein, Taxus als Zimmerpflanze zu kultivieren.

Empfehlungen

Eiben sind in der Regel sehr robust und kommen auf sehr unterschiedlichen Böden gut zurecht, sofern einige grundlegende Regeln eingehalten werden:
Vermeiden Sie es bitte, die Pflanze zu sehr austrocknen zu lassen, bzw. die Pflanze so stark zu gießen, dass sich Staunässe bildet. Beide Szenarien "stressen" die Pflanze so stark, dass es in der Folge zu einem Schädlingsbefall (siehe "Anfälligkeiten") kommen kann.
Pflanzen Sie Eiben nicht dort wo Kinder spielen oder wo Tiere weiden. Eiben sind stark giftig und können sogar zum Tod führen, sollten Pflanzenteile gegessen werden. Verwenden Sie stattdessen lieber "harmlose" Heckenpflanzen wie Bambus oder Ahorn (wenn Sie keine immergrüne Hecke benötigen).
Sollten Sie keine Kinder oder Tiere haben, pflanzen Sie Ihre Eibe als Solitärpflanze mit genügend Abstand zu allen Seiten. Durch regelmäßigen, vorsichtigen Rückschnitt, erhalten Sie im Laufe der Zeit ein einzigartiges Lebewesen mit charakteristischem, individuellem, knorrigem Wuchs, um das Sie andere Gartenbesitzer beneiden werden.

Anfälligkeiten

Auch wenn Eiben-Arten als sehr widerstandsfähig und äußerst robust gelten, können sich an ihnen Schadbilder zeigen, die auf den Befall mit Insekten oder anderen Schädlingen, wie z.B. Pilzen, hindeuten können.
Wurzelfäule
Ähnlich wie die meisten anderen Lebewesen, besitzen Pflanzen eigentlich einen von der Umwelt abgeschlossenen Organismus, in dem Wachstums-, Transport-, Stoffwechsel-, Fortpflanzungs- und Alterungsvorgänge abgeschirmt von der Umwelt ablaufen. Zwar ist (ähnlich wie der Mensch) die Pflanze ständig in Kontakt mit der Umwelt, atmet in ihr, wächst in ihr, verändert seine Form in ihr, jedoch findet dieser "Naturkontakt" stets nur indirekt statt. Durch Verletzungen im Wurzelbereich, die z.B. durch Staunäße (oder zu lange anhaltende Trockenheit) und dadurch verursachten Tierfraß (Engerlinge, Dickmaulrüßler) oder durch unachtsame Handhabung von Pflanzwerkzeugen (Spaten, Schaufel) entstehen können, können Schädlinge in die Pflanze eindringen (hier in die Wurzel) und die Pflanze schädigen. Eine Pilzart, die Wurzelfäule verurssacht, ist der Phytophthora-Pilz. Das Wort Phytophthora stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Der Pflanzenvernichtende". Phytophthora-Arten sind relativ pflanzenspezifisch und wenn ihre Eibe befallen ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Phytophthora ramorum. Äußere Anzeichen sind gelbliche und dann absterbende Nadeln (Nadelnekrose). Ist die Pflanze stark befallen, kann sie nur noch entfernt werden. Befindet sich der Befall in einem frühen Stadium, sollten Fungizide zum Einsatz kommen.
Insektenbefall
Ebenfalls im Wurzelbereich kann es zu starken Schädigungen durch Insektenfraß kommen. Vorzugsweise Dickmaulrüßler und Maikäfer (Engerlinge) legen ihre Larven im Wurzelbereich der Eibe ab, wo sie die jungen, zarten Wurzeln schädigen und somit eine Nährstoffaufnahme der Pflanze verhindern. Äußerlich macht sich ein Befall mit Dickmaulrüßlern oder Engerlingen dadurch bemerkbar, dass die Pflanze verkahlt und im späteren Verlauf einen kränklichen Geamteindruck macht. Gegen beide Schädlinge helfen Nematoden, die über den Fahhandel bezogen werden können.
Schildlaus
Ein anderes Insekt, das die Blätter der Eibe befallen kann, ist die "Eibenschildlaus". Mit ihrem festen (Schutz-) Schild setzt sie sich zwischen Blattgrund und Ast fest und bohrt dort mit ihrem Saugrüssel die Leistungsbahnen an. Auch hier sollten Sie, soweit möglich, im Fachhandel nach einem umweltschonenden Pflanzenschutzmittel Ausschau halten.

Fun Fact

Neben ihren zahlreichen weiteren Eigenschaften, gilt die Europäische Eibe schon seit der Steinzeit als "Bogenbaum". Die Härte und Elastizität ihres Holzes, wurde nicht nur für Alltagsgegenstände geschätzt (z.B. Eimer aus Eibenholz) sondern insbesondere wurden aus ihr Bögen und Pfeile gefertigt, deren Beliebtheit bis in die Neuzeit andauerten. Ein sehr berühmter Besitzer eines Eibenbogens nebst Pfeilen war der Gletschermann "Ötzi", der in der sogenannten "Kupfersteinzeit", also vor ca. 5300 Jahren lebte.
Aber auch in römischer Zeit (vor ca. 3000 Jahren) hielt die Bekannheit und die Beliebtheit des Baums an und hier prägte sich wohl die botanische (lateinische) Bezeichnung der Eibe (Taxus) heraus, welche von den Römern wohl aus dem Griechischen "Toxon" abgeleitet wurde und ebenfalls (militärischer) Bogen bedeutet.
Aber ihre Beliebtheit wurde ihr spätestens im ausgehenden Mittelalter mit der Zunahme und Differenzierung von Handelsnetzwerken zum Verhängnis. In Deutschland entwickelten sich Eibenbögen zum Exportschlager und Forschungen ergaben, dass im 16. Jahrhundert in einem gemessenen Zeitraum von etwa 60 Jahren, 500.000 bis 600.000! Eiben geschlagen wurden um sie (vor allen Dingen nach England) zu exportieren. In England galten nämlich zu dieser Zeit Eibenbögen als die bevorzugte Waffe des Englischen Militärs und auch Shakespeare spricht in seinem Drama "The Tragedy of King Richard the Second" vom "zweifach tödlichen Eibenbogen..." (im Original: "Of double-fatal yew against thy state").
Überhaupt sheint Shakespeare eine Vorliebe für den Eibenbaum zu haben oder vielleicht zeigen seine zahlreichen Zitate und Bezüge auch nur die Bedeutung des Baums für die englische Gesellschaft des 16., bzw. 17. Jahrhunderts. Denn neben dem oben zitierten Text, gibt es auch Pasagen, die auf die Giftigkeit, bzw. die Heilkraft der Eibe Bezug nehmen. So tötet in seinem Drama "Hamlet" das Toxin der Eibe als „Saft vom gottverfluchten Eibenbaum“ oder hilft als Heilmittel gegen Hunde-, Schlangen- oder Insektenbisse.