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Gattung Quercus

Systematik

Familie: Buchengewächse (Fagaceae)

Gattung: Quercus

Arten

Generelles

Die Gattung Eichen (Quercus) ist mit ca. 600 Arten und ihren sehr vielen Sorten, eine der reichhaltigsten und wandlungsreichsten Gattungen in der Welt der Gehölze.
Aufgrund ihrer Robustheit und Anpassungsfähigkeit ist sie nahezu weltweit verbreitet und gilt als der wichtigste Baum (Holzlieferant, Lebensraum, Kohlendioxidsopeicher, etc.) der Nordhalbkugel. Früher trat noch die Bedeutung als Futterpflanze hinzu(Eicheln wurden häufig als Nahrungsmittel für Tiere wie Schweine und Pferde verwendet), heutzutage werden die Eicheln jedoch durch industriell hergestelltes Tierfutter substituiert.
So zahlreich ihre Arten und Sorten sind, so zahlreich sind ihre Erscheinungsformen.
Von Eichen, die sehr weit im Norden wachsen (Quercus robur = Deutsche Stieleiche; Quercus petraea = Traubeneiche), bis zu Eichen, die warme und trockene Gebiete bevorzugen (Quercus ilex = Steineiche; Quercus suber = Korkeiche), können sich die Arten teilweise erheblich voneinader unterscheiden. So existieren sowohl sommergrüne, als auch (Quercus palustris = Sumpfeiche; Quercus rubra = Roteiche) immergrüne (Quercus myrsinifolia = Bambusblättrige Eiche; Quercus lanata = "Woolly Oak") Eichen, die sich in ihrer Physiognomie an ihre jeweiligen Lebensräume angepasst haben.
Trotz vieler Unterschiede, gibt es jedoch auch Eigenschaften, die alle Arten miteinander verbindet. So gehört z.B. das Holz der Eichen mit einer Festigkeit von D 30 mit zu den härtesten Holzsorten. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der hohe Gerbstoffanteil (z.B. verschiedene Tannine in der Rinde, den Blättern und den Eicheln), der mit dazu beigetragen hat, dass die Eichen weltweit als verehrte Kultur- und Kultbäumen veerehrt werden.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Wie bereits geschildert, können sich die Blätter der Eichen recht stark voneinander unterscheiden. Es gibt sie sowohl in verschiedenen Formen (gelappt, lanzettlich, rund), mit verschiedenen Blatträndern (glatt, gesägt, gebuchtet), in verschiedenen Größen und verschiedenen Farben (grün, rot, silber/weißlich) oder sie kommen als sommergrüne (laubabwerfende) oder immergrüne (laubhaltende) Arten vor, deren Bestimmung nicht immer leicht fällt.

Hat man aber einen Baum von Interesse identifiziert, mag die Art der Blüten bei der Bestimmung helfen, denn alle Eichenarten sind einhäusig gemischtgeschlechtig (monözisch), was bedeutet, dass sowohl männliche als auch weibliche Blüten an einer Pflanze vorhanden sind. Sie zeigen sich zumeist an den jungen Trieben und hängen in länglichen Kätzchen an den Zweigen herab. Die weiblichen Blüten enthalten jeweils eine Fruchthülle (Cupula), die, sofern befruchtet, im Laufe des Spätsommers und Herbstes, zu einer Frucht (Eichel) heranwächst.

Früchte

Die Früchte der Eichen können sich ebenfalls sehr stark voneinader unterscheiden. Ihre Formen und Farben reichen von den bekannten Eicheln der Deutschen Stieleiche (Quercus robur) (ovale Eichelfrucht in schmaler Fruchthülle), über die der Sumpfeiche (Quercus palustris), die fast kreisrund und halbbedeckt in ihrer Fruchthülle sitzen, bis zu den Früchten der Steineiche, die klein und nahezu vollständig von der Cupula bedeckt sind.
Dort wo Eicheln vorkommen, gelten sie als attrraktive Tierfutterlieferanten. So ernähren sie nicht nur zahlreiche Kleintiere wie Eichhörnchen und Eichelhäher von den nährstoffreichen Früchten der Eichen. Auch Pferde (in Maßen) und vor allen Dingen Schweine freuen sich über die Zufütterung von Eicheln. In der spanischen Extremadura werden die zu schlechtenden Schweine sogar extra im Freiland gehalten, damit sie die herabfallenden Eicheln der Kork- und Steineichen fressen. Aus ihrem Fleisch entsteht später z.B. der "Jamón ibérico de bellota" (Iberischer Vorderschinken, auch "Montanera" genannt), der mit zu den köstlichsten und wertvollsten Schinkensorten gehört.

Verbreitung

Eichen kommen auf nahezu allen Kontinenten oberhalb des Äquators vor. Auf der Nordhalbkugel gibt es weit verbreitete Vorkommen, von denen das artenreichste in Nordamerika zu finden sein dürfte. Dort, sowie in Nordeuropa, stellt die Eiche auch einen bedeutenden Wirtschaftfaktor dar, auch wenn das Eichenhoz nicht so schnell nachwächst wie z.B. das Holz der Fichte. Vorkommen von Eichen sind aber auch aus Mexiko oder Nordafrika bekannt.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Obwohl die Eiche ein vielseitiger und widerstandfsähiger Baum ist, empfehlen sich für die Eiche nicht alle Haltungsformen uneingeschränkt. Da die Eiche in den meisten Ausprägungen eher als Großbaum wächst, sollte auf eine Kultivierung im Kübel verzichtet werden, es sei denn, es handelt sich um eine kleine (gezüchtete) Sorte (z.B. Quercus palustris "Green Dwarf"), die wenig Raum für das Wurzelwerk beansprucht. Zwar werden Eichen auch als Bonsai erzogen, jedoch gilt diese (hoffentlich erfolgreiche Art der Kultivierung) als äußerst schwierig und ist wohl den wenigen Spezialisten vorbehalten. Die üblichen Pflanzszenarien dürften die Pflanzung als Solitär (vorsicht, man benötigt viel Platz und eine langfristige Planung, denn Eichen können bis zu 800 Jahre und älter werden), die Pflanzung im Forst (guter aber langsam wachsender Holzspender) oder die Pflanzung als Hecke (erstaunlich Schnittverträglich) sein. Sicher lassen sich Eichen (z.B. Quercus palustris) auch zur Entwässerung feuchter Stellen im Garten verwenden, allerdings sollte beachtet werden, dass Eichen sehr "anhänglich" sind und auch dann noch weiterwachsen, wenn die feuchte Stelle schon längst trockengelegt ist.
Alle Eichenarten benötigen also einen tiefgründigen Boden und viel Platz nach allen Seiten, denn die Eiche ist ein echter Baum, der ein kräftiges Wurzelwerk ausbildet und sich mit aller Kraft im Boden verankert.

Empfehlungen

Planen Sie die Pflanzung einer Eiche sorgfältig und langfristig. Die Bäume werden hoch, bilden eine große Krone und ausgedehnte, kräftige Wurzeln mit einer starken Hauptwurzel, die auch leicht Gehwegplatten anheben oder in Entsorgungssysteme eindringen kann. Die Eiche ist widerstandsfähig und ausdauernd (Achtung: Ältere Bäume neigen zu Totholz, das aber in der Regel gut anhaftet), so dass sie auf den meisten Böden gut zurechtkommen sollte.
Die Aussaat gelingt leicht, denn abgefallene Eicheln können einfach in die Erde gesteckt werden, wo sie meist im darauffolgenden Jahr zuverlässig keimen.

Sollten Sie doch einmal genug von Ihrem Baum haben oder ihn (evtl. aufgrund eines falschen Standorts, s.o.) fällen müssen, beachten Sie bitte, dass das Holz der Eiche sehr schwer ist. Bereits größere Seitenäste können aufgrund ihres Gewichts erhebliche Verletzungen verursachen, sollte der Baumschnitt nicht fachgerecht erfolgen (z.B. wenn der Ast unkontrolliert einreißt).
Sind die Baumfällarbeiten aber erledigt, kann man wieder die Vorzüge des Eichenholzes genießen, denn im Kamin oder Ofen verbrennt es langsam und (bei einigen Arten) aromatisch.

Anfälligkeiten

Obwohl stark und mächtig, können Schädlinge die Eiche befallen und ihr zusetzen. Die häufigsten Krankheien dürften der Mehltau, der Eichenfeuerschwamm, Krebs und der Rindenbrand sein. Während Eichen den Mehltau als ältere Bäume gut "aussitzen" können, deutet diese Krankheit meist auf einen ungünstigen Standort hin, denn Mehltau lässt sich bevorzugt auf geschwächten Pflanzen nieder. Dies kann in jungen Jahren zu einem verkümmerten Wuchs führen und dem Mehltau ollte evtl. mit Maßnahmen zur Standortverbesserung begegnet werden.
Ähnlich verhält es sich beim Eichenfeuerschwamm , der ebenfalls bevorzugt geschwächte Pflanzen befällt, bzw. dort eindringt wo der Baum (z.B. durch Astschnitt oder Holzausbruch) offene Wunden hat und somit Angriffsflächen für den Organismus bietet. Meist zeigt sich der (sichtbare) Fruchtkörper am Stamm des Baums. Steht der Baum an einer Stelle, an der er z.B. den öffentlichen Verkehr gefährden könnte, sofern er umfallen sollte, sollte bei einem Eichenfeuerschwammbefall ein Experte hinzugezogen werden um die Standsicherheit des Baums zu beurteilen. Bei dieser Art von Pilzbefall hat sich nämlich häufig das Myzel (fadenförmiges Zellengeflecht des Pilzes) bereits im Baum ausgebreitet, weshalb es für einen Laien schwer zu beurteilen ist ob sich Retaurierungsmaßnahmen (z.B. Entlastungsschnitt oder Rückschnitt) noch lohnen oder ob der Baum gefällt werden sollte.
Krebs und Rindenbrand sind ebenfalls Pilzerkrankungen, die sowohl junge als auch alte Bäume befallen können. Beide sind gut sichtbar (bei Krebs zeigen sich Wucherungen, bei Rindenbrand Fruchtkörper) und es sollte mit ihnen (sofern es sich um große Bäume an Standorten handelt, die potenziell gefährlich sind) ebenso verfahren werden wie bei einem Befall mit dem Eichenfeuerschwamm.

Fun Fact

Aufgrund ihrer Holzeigenschaften stellte die Eiche bereits in früheren Jahrhunderten ein sehr beliebtes Baumaterial dar. So wurde es nicht nur an Land zum Bau von Häusern, Brücken und anderen Bauwerken gebraucht sondern es fand auch beim Bau der Hamburger Speicherstadt (1888 - 1937) reichliche Verwendung. Seit dieser Zeit ruht die Speicherstadt auf ca. 3,5 Millionen Eichenpfählen, die etwa 12 Meter tief im Hamburger Schlick (Matsch) versenkt wurden und bis heute (trotz der Feuchtigkeit) einem Gebiet, so groß wie etwa 36 Fussballfeldern, einen sicheren und stabilen Halt geben.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Verwendung von Eichenholz in der Böttcherei. Dabei handelt es sich um die Herstellung von Fässern, die zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten dienen. Eichenholzfässer (der Traubeneiche = Quercus petraea) werden sehr gerne zur Aufbewahrung von Wein, Whiskey oder Sherry verwendet, da sich die Gerbstoffe des Holzes während der Lagerung aus dem Holz lösen und in den Flüssigkeiten chemische Prozesse auslösen. So entstehen z.B. nur wenn sie in Eichenfässern gelagert werden, so genannte "Quercuslactone", die den Geschmack der aufbewahrten Flüssigkeiten positiv beeinflußen.