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Gattung Ligustrum

Systematik

Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)

Gattung: Ligustrum

Arten

Generelles

Ligustrum-Arten sind häufig Sträucher, sehr viel seltener Bäume, die immer- oder sommergrün sein können. Weltweit kommen ca. 50 Arten vor, von denen die meisten in Asien, Australien und Afrika wachsen. In Europa scheint nur der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgaris) ursprünglich vorzukommen. Ursprünglich als halbimmergrüner Strauch vorkommend, dürfte der Gewöhnliche Liguster, der auch Beinholz, Tintenbeerstrauch oder Tintenbeertraube genannt wird, aufgrund des Klimawandels und der damit einhergehenden, milderen Wintertemperaturen, in Europa mittlerweile das ganze Jahr hindurch belaubt und somit immergrün sein. Vorzugsweise werden Liguster-Sträucher, nicht zuletzt aufgrund ihrer ausdauernden Belaubung, als Heckenpflnzen eingesetzt. Sie lassen sich sehr leicht in Form schneiden, sind relativ anspruchslos und, anders als z.B. Thujen (Lebensbäume), auch im Inneren der Pflanze belaubt, weshalb auch ein stärkerer Rückschnitt möglich ist.
Vorsicht sollte man bei den nahezu schwarzen Beeren des Liguster-Strauchs walten lassen. Diese sind, ebenso wie der Pflanzensaft stark giftig und können bei Kontakt Hautreizungen und bei Verzehr, zu schweren Vergiftungen führen.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Die Blätter der Liguster-Arten sind wechselständig (stehen sich an den Ästen nicht direkt gegenüber sondern sind versetzt), meistens länglich-oval bis lanzettlich und manchmal elliptisch. Ober- und Unterseits ist ihre Farbe eher dunkelgrün und die Blätter haben eine deutlich feste, nicht weiche Haptik, weshalb die Liguster-Arten seltener von stechenden und beißenden Pflanzenschädlingen (z.B. Blattläusen) befallen werden. Viele Liguster-Arten sind immergrün (die Pflanze wirft ihr Laubkleid niemals ab). Andere, wie der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgaris), gelten als halbimmergrüne Pflanzen, die ihre Blätter nur in sehr strengen Wintern abwerfen um sich so vor Austrocknung zu schützen.
Die kleinen, weißen, wohl und intensiv duftenden Blüten, zeigen sich von Juni bis Ende Mai in konischen Rispen, die an den Astenden entstehen. Die Einzelblüten sind kelchförmig, wobei die Kelchblätter am oberen Rand des Kelchs auseinander gebogen sind. Die zwittrigen Blüten (weibliche und männliche Geschlechtsorgane befinden sich in einer Blüte) werden sehr häufig von verschiedenen Insekten angeflogen und befruchtet, woraufhin sich ab Juli die typischen, schwarzen Beeren ausbilden.

Früchte

Die Früchte des Ligusters wachsen in endständigen oder achselständigen Fruchtrispen. Sie sind oval bis rund und von fast schwarzer Farbe. Es handelt sich um Steinfrüchte, die bis zu drei Samen enthalten.
Vorsicht muss geboten sein, wenn die Früchte in Privatgärten oder in Kübeln auf Balkonen oder Terrassen kultiviert werden. Vor allen Dingen Kinder sollten dann nicht unbeaufsichtigt in der Nähe der Pflanze spielen, denn die Früchte der Liguster-Arten sind stark giftig und es sollte unbedingt vermieden werden diese zu essen. Werden sie dennoch in größerer Zahl verspeist, treten sicher Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Leibschmerzen oder Kreislauflähmungen auf, die unbedingt einer Behandlung durch eine ÄrztIn bedürfen und die bei Kindern schon zu Todefällen geführt haben.
Ebenso ist der Kontakt mit austretendem Pflanzen- oder Fruchtsaft zu vermeiden, so wie er beim Pflanzenschnitt (Heckenschnitt) vorkommen kann. Da der Kontakt zu Hautreizungen oder Ausschlag führen kann, sollten unbedingt Schutzhandschuhe und ggf. langärmelige Kleidung getragen werden.
Sehr beliebt sind die Früchte bei Vögeln. Bis zu 20 Vogelarten ernähren sich und ihren Nachwuchs ausgiebig von den Beeren und wenn die Beeren verdaut sind, findet man sie als dunkelblaue bis schwarze Hinterlassenschaften im weiteren Umkreis um die Pflanze.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Aufgrund der hohen Schnittfestigkeit und der weiteren Eigenschaften, wie die hohe Bodentoleranz, die sehr gute Beständigkeit gegen Klimaveränderungen, die hohe Trockenheitstoleranz und die nahezu immergrüne Belaubung, gelten Liguster-Sträucher als eine der beliebtesten Heckenpflanzen. Durch ihre tief in die Pflanze hineinragende Belaubung, ihre dichte Verzweigung und ihre sattgrüne Laubfärbung, gelingt es jedem Gärtner leicht, eine Liguster-Hecke zu pflegen und in Form zu halten.
Sollte die Pflanze nicht als Hecke, sondern als Solitär gezogen werden, bietet sich die Kultivierung als Gartenpflanze an. Straff aufrecht als kleiner Busch wachsend, kann der übermäßigen Ausbreitung leicht durch einen Schnitt Einhalt geboten werden. Durch ihre Fähigkeit auch im Halbschatten zu wachsen, können Liguster-Arten auch für Unterpflanzungen für höher wachsende Baumgruppen in Erwägung gezogen werden.
Hat man weniger Platz zur Verfügung und möchte dennoch nicht auf das schöne Laub und die tollen Blüten des Ligusters verzichten, kann die Pflanze auch zur Terrassen- oder Balkonbegrünung verwendet werden. Ihr Wuchs bleibt dann zwar wesentlich kleiner, es werden aber in etwa so viele Blüten ausgebildet, als wenn sie in der Natur stünde. Achten sollte man für diesen Fall jedoch darauf, dass der Pflanzkübel nicht austrocknet und dass die Pflanze nicht in der vollen Mittagssonne steht, da sich andernfalls ihre Blätter einen "Sonnebrand" zuziehen könnten.
Kleinwüchsigere Sorten wie der Zwergliguster "Lodense" (Ligustrum vulgare "Lodense"), eignen sich durch ihren langsamen Wuchs auch zur Begrünung von Grabstellen oder zur Randbegrünung von Wegen.

Empfehlungen

Wollen Sie "Ihrem" Liguster etwas Gutes tun, pflanzen sie ihn bitte an einen sonnigen bis halbschattigen Platz, in ganz normale Gartenerde (das gilt natürlih auch, falls Sie planen eine Terrasse oder einen Balkon zu begrünen. Er sollte innerhalb kürzester Zeit gut anwachsen und sich an seinem neuen Platz zuverlässig behaupten. Für Liguster gelten die üblichen Pflegetipps, wie sie auch für viele andere, genügsame Pflanzen bekannt sind: Die Erde sollte feucht gehalten werden, ohne dass sich Staunässe bildet. Ein gelegentliches, kurzes Austrocknen nimmt die Pflanze jedoch nicht übel. Breiten sich die Liguster-Pflanzen im Laufe der Zeit zu sehr aus, können sie sehr gut in Form geschnitten werden und wenn man den Schnitt im Herbst vornimmt, so kann man ziemlich sicher mit einer frischen Blüte im nächsten Jahr rechnen.

Anfälligkeiten

Aufgrund der kräftigen Blätter, gelten Liguster-Arten in der Regel als sehr widerstandsfähig gegen den Befall mit Shädlingen. Dennoch können sich gelegentlich Veränderungen an der Pflanze bemerkbar machen, denen Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Bilden sich auf den Blättern beispielsweise braune bis schwarze Flecken, die auch zu einem Absterben der Blätter bei immergrünen Arten führen können, könnte es sich um die Blattfleckenkrankheit handeln, einer Pilzerkranlung, auf die schnell reagiert werden sollte. Ebenfalls um eine Pilzerkrankung könnte es sich handeln, wenn sich die Blätter einrollen und verfärben. Sterben dann auch noch ganze Äste ab, kann es sich um einen Befall mit dem Bodenwelkepilz "Verticillium" handeln, dem am besten mit einem Bodenaustausch begegnet werden sollte, da keine bekannten chemischen Mittel gegen diesen Pilz existieren.
Weitere Veränderungen, die sich an der Pflanze zeigen können, müssen nicht unbedingt auf den Befall mit Pilz- oder Bakterienerregern zurückzuführen sein. Ebenso können schlechte Boden- oder Standortbedingungen (wie bei allen anderen Pflanzen) dazu beitragen, dass die Pflanze einen mickrigen oder langsamen Wuchs aufweist oder sich die Blätter verfärben.
Vor dem Einsatz von chemischen Präparaten sollte deshalb zunächst abgeklärt werden, ob Standortverbesserungen (Austausch der Erde; Umsetzen der Pflanze, etc.) nicht auseichen um die Pflanze zu retten.

Fun Fact

Obwohl giftig, erfuhren die Beeren des Liguster-Strauchs früher reichhaltige Verwendung.
So wurde z.B. der in den Beeren enthaltene Farbstoff Ligulin zum Färben von Leder und anderen Stoffen, sowie zum Färben von alkoholischen Getränkne, wie Weinen oder Spirituosen verwendet.
Eine weitere interessante Verwendung war die Möglichkeit, mithilfe von Ligulin-getränkten Teststreifen, kohlenaures Kalk im Wasser oder im Boden nachzuweisen. Dafür wurde ein Papier mit einer Ligulin-Lösung behandelt und dieses anschließend in Wasser oder ein Bodensubstrat getaucht. Verfärbte sich der (bis dato) rötliche Streifen nach blau, so enthielt die Probe Verbindungen des kohlensauren Kalks und es konnten die gegebenen Bodenverbesserungen vorgenommen werden.
Vor Bekanntwerden der Giftigkeit des Ligusters, galten die Inhaltsstoffe der Blätter, der Rinde und der Beeren als Blutdruckwirksam. Mit moderneren Möglichkeiten der Forschung fand man jedoch heraus, dass es wohl die Glykoside Ligustrosid, Oleuropein und Syringin waren, die diese Wirkung hervorgerufen haben. Da sie, in zu großen Mengen konsumiert, zu Vergiftungen führen können, nahm man schließlich Abstand von der Verwendung des Ligusters als Droge.