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Gattung Fargesia

Systematik

Familie: Süßgräser (Poaceae)

Gattung: Fargesia

Arten

Generelles

Die Gattung Fargesia umfasst bis zu 90 Arten, von denen ca. 80 nur in China beheimatet sind. Dort wachsen sie in Höhen bis zu 4000 Metern und bevorzugen gemäßigtes Klima. Die Gattung Fargesia gehört zur Unterfamilie "Bambusoideae", was bedeutet, dass sie die Eigenschaft hat zu verholzen. Im Gegensatz zu anderen Bambus-Arten bildet sie jedoch keine Wurzelrhizome, weshalb sie auch leicht in bestehende Pflanzungen integriert werden kann und dort räumlich begrenzt, "an ihrem Platz" bleibt.
Mit Höhen von bis zu 6 Metern und ihren immergrünen Blättern, kann die Pflanze einen sehr schönen Sichtschutz im Garten abgeben. Sie sind in der Regel winterhart und relativ schnittfest und werden selten von Schädlingen befallen. Da Fargesia-Arten Hapaxanthe, plurienne Pflanzen sind (sie blühen nur einmal in ihrem Leben, wachsen aber mehrjährig), tragen sie nicht jährlich Blüten und verändern ihr Ausshen somit kaum. Sollte ihre Pflanze doch einmal blühen (was ca. alle 120 Jahre der Fall ist), müssten Sie sich danach nach einer neuen Pflanze umsehen, denn Fargesia-Arten haben mit der Blüte "ihr Lebensziel" erreicht und sterben daraufhin ab.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Die Gattung Fargesia gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae), deren Blätter durch einen grasartigen Aufbau gekennzeichnet sind. Typische Merkmale sind parallelnervige, stark lanzettliche, spitz zulaufende Blätter, die in Blattspreite und Blattscheide eingeteilt sind. Während sich die Blattspreite breit entfaltet und die Aufgabe hat, möglichst viel Sonnenlicht einzufangen, rollt sich die Blattscheide zuammen und umschließt große Teile der Blattscheide des vorigen Laubblattes und verleiht somit dem Stengel Festigkeit. Der Stengel ist zumeist hohl und durch die Nodien (Wachstumsknoten) entsteht zusätzliche Stabilität. Die Halme der Fargesia-Arten können eine Stärke von bis zu 3cm erreichen und im Gegensatz zu anderen Süßgräsern bilden sich an den Nodien zumeist drei oder mehr Zweige, die wiederum die Blätter tragen.
Die Blüten der Fargesia-Arten entstehen an separaten Halmen, die sich schnell bräunlich verfärben und vertrocknet oder abgestorben wirken. Wenn sie sich öffnen, ragen die Blütenährchen aus den Blättern heraus und können so befruchtet werden. Da Fargesia-Arten Hapaxanthe (auch monokarpe) Pflanzen sind, leutet die Blüte zugleich auch den Tod der Pflanze ein. Da der Blüh-Zyklus aber bei 80-120 Jahren liegt, brauchen Sie keine Angst zu haben, dass Ihre Pflanze kurz nach dem Kauf abstirbt.

Früchte

Die "Früchte" der Fargesia-Arten sind flache Samen, wie sie für Süßgräser typisch sind. Die Samenkörner bestehen aus dem Mehlkörper, dem Nährgewebe und den Blatt- und Wurzelanlagen. Alles wird umhüllt von einer festen und schützenden Samenschale, die es erlaubt, dass die Körner längere Zeit gelagert werden können, ohne dass sie ihre Keimfähigkeit einbüßen. Kommen die Körner nach längerer Zeit dann in Berührung mit Wasser, fangen sie an zu quellen und der Wachstumsprozess setzt sich in Gang.
Da Pflanzen der Gattung Fargesia keine Wurzelrhizome ausbilden sondern sich aus einem Horst (der keine Ausläufer bildet) enwickeln, stellen die Samen die einzige Möglichkeit dar, die Pflanzen generativ zu "erneuern". Zwar kann auch der Horst geteilt und die entnommene Pflanze an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden, allerdings handelt es sich genetisch dann um dieselbe Pflanze, die dem "alten" Wachstumszyklus unerliegt.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Fargesia-Arten haben einige interessante Eigenschaften, die sie zu sehr attraktiven Pflanzen machen, die sich für ein breites Einsatzspektrum eignen.
So können sie z.B. hevorrragend als Soltärpflanze in Gärten oder Parks verwendet werden, da sie, anders als andere Bambus-Arten keine langen Wurzelausläufer (Rhizome) sondern nur Horste bilden, benötigt man beim Pflanzen keine Rhizomsperre. Die Pflanze breitet sich somit nicht ungewollt aus und der Wuchs bleibt sehr schön örtlich begrenzt.
Diese Eigenschaft kommt ihr auch zugute wenn sie in ein bestehendes Staudenbeet oder in eine bestehende Teich- oder Uferrandbespflanzung integriert werden soll. Ihr Wuchs ist relativ langsam und sollte sich der Host der Pflanze doch mit der Zeit zu sehr vergrößern, kann er leicht geteilt und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden.
Auch die Pflanzung einer Hecke aus Fargesia-Pflanzen sollte in Betracht gezogen werden. Sie bilden ein recht dichtes Laubwerk, welches gut vor Blicken und Wind (auch im Winter schützt), denn sie sind immergrün. Sie können bei Bedarf (vorsicht, nicht zu stark) eingekürzt werden und mit ihrem verzweigten Astwerk bieten sie Vögeln genügend Schutz zum Brüten.
Hat man keinen Garten oder Park zur Verfügung, lassen sich Fargesia-Arten auch sehr gut im Pflanzkübel kultivieren, mit dem anschließend die Terrasse, der Balkon oder gar die Wohnung begrünt werden kann. Bei dieser Pflanzvariante sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Pflanzsubstrat stets ausreichend feucht (Staunässe bitte vermeiden) gehalten, der Standort ausreichend sonnig oder zumindest hell (Wohnung) gewählt und und die Pflanzen bei sehr tiefen Temperaturen regelmäßig mit einem Frostschutz versehen werden.
Zwar sind Fargesia-Arten in der Regel ausreichend winterfest, allerdings bietet hier der Topf aufgrund seiner Größe keinen ausreichenden, natürlichen Frostschutz, wie es z.B. bei einer Pflanzung in die Garetnerde der Fall wäre.

Empfehlungen

Damit Sie möglichst lange Freude an Ihren Fargesia-Exemplaren haben, empfehlen wir Ihnen folgende Empfehlungen zu beachten:
Schneiden Sie Ihre Fargesia-Hecke nicht zu stark zurück, denn es dauert einige Zeit bis die Pflanze aus dem Horst nachwächst. In der Regel reicht ein Schnitt der Spitzen, was die Pflanze "dicht" und verzweigt wirken lässt.
Versehen Sie Ihre Fargesia-Pflanzen in jungen Jahren mit einem Frostschutz (bei Kübelpflanzen auch in höherem Alter). Obwohl ausreichend winterhart, bedenken Sie bitte, dass die meisten Arten aus Asien stammen und sich somit in Mitteleuropa erst einmal "akklimatisieren" müssen.
Gießen Sie Ihre Fargesia-Schätze nie übermäßig aber ausreichend. Die Pflanze nimmt Ihnen sowohl Staunässe als auch Trockenheit übel und reagiert recht schnell auf Veränderungen solcher Art.
Machen Sie sich keine Sorgen darum, dass sich die Pflanze "wie Unkraut" im Garten ausbreiten könnte. Fargesia-Arten bilden lediglich einen Horst und keine Ausläufer, so dass die Pflanze lokal gebunden bleibt.

Anfälligkeiten

Fargesia-Arten gelten als sehr widerstandsfähig, robust und unanfällig gegen Schädlinge. Trotzdem kann es einige Schadbilder geben, auf die Sie reagieren sollten.
Blattläuse sind in der Regel kein Problem. Häufig schaffen es ihre relativ weichen Saugrüssel es nicht, die doch recht kräftigen Blätter anzubohren und ihnen ernsthaft zu schaden. Häufiger kann es zu einem Befall mit Woll- oder Schildläusen kommen (vor allen Dingen, wenn Fargesia als Zimmerpflanze gehalten wird), auf den jedoch mit im Handel erhältlichen Mitteln, wirkungsvoll reagiert werden kann. Wolläuse erkennt man an ihren weißen, klebrigen Fasern, Schildläuse an ihren festen, sie schützenden Schilden, die sich nur schwer von der Pflanze entfernen lassen.
Ein weiteres Indiz für das eingeschränkte Wohlbefinden der Pflanze können auchgelbliche Blätter sein. Hier muss jedoch unterschieden werden: Kommen vereinzelt gelbliche und vertrocknete Blätter vor und zeigen sich darunter frische, grüne Triebe, handelt es sich lediglich um einen ganz natürlichen Vegetationswechsel. Verfärbt sich die Pflanze aber großflächig gelblich und sieht insgesamt kränklich aus, ist dies möglicherweis ein Indiz für eine Fäulnis, auf die schnell reagiert werden sollte. Ursache ist zumeist ein zu reichhaltiges Geießen in Verbindung mit Staunässe. Für diesen Fall sollten Sie die Pfanze aus ihrem Übertropf nehmen und das überflüssige Wasser abgießen. Schneiden Sie bitte auch die bereits beschädigten (verfärbten und abgestorbenen Pflanzenteile) von der Pflanze ab. Vermeiden Sie daraufhin für die nächsten Tage das Gießen und prüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit mit den Fingern. Sie werden feststellen, dass zunächst die Erdoberfläche austrocknet und sich die Erde insgesamt zusammen zieht. Warten Sie drei bis vier Tage mit dem erneuten Gießen und fangen Sie dann langsam und vorsichtig wieder damit an. Die Pflanze ist ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, wenn das Wasser unten aus dem Topf austritt.
Bei Freilandpflanzen kann es selten zu Frostschäden kommen, die sich in der Regel von selbst wieder auswachsen.

Fun Fact

Obwohl Fargesia und andere Bambus-Arten eine weite Verbreitung in mitteleuropäischen Gärten, Parks und Gartencentern gefunden haben, gibt es immer noch einige erstaunliche Fakten, die weniger bekannt sind. Beispielhaft sollen im folgenden einige aufgezählt werden:
Die Fargesia-Blüte
Wie bereits beschrieben, sind Fargesia-Arten monokarpe Pflanzen, die nur einmal im Leben blühen und nach der Blüte absterben. Da die meisten im Handel erhältlichen Samen, bzw. angezüchteten Exemplare von wenigen "Mutterpflanzen" abstammen, blühen alle Abkömmlinge einer Pflanze weltweit mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt. So kam es beispielsweise von 2006 bis 2008 zu einer weltweiten Fargesia nitida Vollblüte, in deren Folge viele Pflanzen abstarben und mit neuen Exemplaren ersetzt werden mussten.
Etymologie
Scheinbar stammt das Wort "Bamboo" (aus dem das deutsche Wort "Bambus" hervorgegangen ist), aus dem Wortschatz der Bewohner des indonesischen Archipels, mit dem sie die Geräusche bezeichnet haben, die durch das Aneinanderschlagen der hohlen Bambusstämme (eigentlich verholzten Stämme) entstanden sind.
Folklore
Einige fenöstliche Sagen beinhalten die Erzählung, dass die erste Frau und der erste Mann (die ersten Menschen, die man "Die Schöne" und "Der Starke" nennt) durch einen einsamen Vogel aus einem hohlen Bambusrohr "befeit" wurden. Der Vogel ließ sich nämlich nach einem langen, anstrengen Flug, müde auf einem Ast nieder und wurde schließlich von einem herabfallenden Bambussstück getroffen. Aus Verärgerung hackte er so lange auf das Bambusstück ein, bis ein Loch entstand, dem "Die Schöne" und "Der Starke" entstiegen.
Umwelt
Mit bis zu einem Meter pro Tag, sind einige Bambus-Arten die am schnellsten wachsenden Pflanzen auf der Erde und produzieren somit einen schnell nachwachsenden Rohstoff, der in vielen Bereichen sogar die Leistungen anderer Pflanzen übertrifft. So haben Forscher beispielsweise herausgefunden, dass aufgrund seines schnellen Stoffwechsels (dessen Merkmal auch ein schnellers Wachstum ist), ein ausgewachsener Bambuswald, bis zu 35 % mehr Sauerstoff freisetzen und mehr Kohlendioxid aufehmen kann als ein vergleichbarer Laubwald.