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Gattung Fagus

Systematik

Familie: Buchengewächse (Fagaceae)

Gattung: Fagus

Arten

Generelles

Es sind zur Zeit etwa elf Fagus-Arten bekannt, von denen viele in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel anzutreffen sind und von denen die Rotbuche (Fagus sylvatica) die einzige Buchenart in Mitteleuropa darstellt. Alle Arten sind sommergrün (werfen ihr Laubkleid zum Herbst ab) und einhäusig getrenntgeschlechtlich, was bedeutet, dass auf einer Pflanze sowohl weibliche als auch männliche Blüten vorkommen (die Blütenstände sind dann allerdings getrennt).
Ein nahezu unverwechselbares Kennzeichen der Buchen ist ihre glatte und dünne Rinde (physiologisch handelt es sich um das nach der Keimung gebildete Korkgewebe, das später nicht mehr durch eine dicke Borke ersetzt wird), die dicht unter der Oberfläche das Kambium verbirgt. In der Fachsprache werden Bäume mit dieser Eigenschaft verwirrenderweise Rindenbäume (Peridermbäume) genannt, obwohl sie gerade keine schützende Borke ausbilden. Trotz des Namens trägt die Rotbuche im Sommer grünes Blattwerk. Suchen Sie nach einer Buche, die auch im Sommer rote Blätter trägt, halten Sie Ausschau nach der Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea), einer Mutation von Fagus sylvatica.
Buchen haben sehr schweres und festes Holz (Festigkeitsklasse D35-40), und sie gelten (zumindest die in Mitteleuropa vorherrschende Rotbuche) als bedeutender Holzlieferant für Industrie- und Nutzgebrauch. Aber das Holz gilt ebenfalls als hervorragend geeignet für den Einsatz als Räucher- oder Kaminholz.
Bei der ebenfalls in Deutschland anzutreffenden Weiß- oder Hainbuche, handelt es sich botanisch nicht um eine Buche. Stattdessen ist sie der Gattung der Hainbuchen (Carpinus) zuzuordnen, die der Familie der Birkengewächse (Betulaceae) entstammt.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Die sommergrünen Laubblätter sind wechselständig angeordnet und weisen einen krzen Blattstiel auf, an den die Blattränder ungefähr auf gleicher Höhe ansetzen. Dadurch lässt sich das Blatt auch sehr gut von Blättern der Ulme unterscheiden, deren Blattränder in unterschiedlicher Höhe mi dem Blattstiel verwachsen sind. Die Blattspreite (Blattoberfläche) ist glänzend grün, die Unterseite etwas heller und der Blattrand ist meist glatt oder leicht gezähnt. Im Unterschied zu anderen Laubbäumen bildet die Buche Nebenblätter, die sich wie kleine "Blatthüllen" um den Blattstiel schmiegen.

Die Blüten der Buche erscheinen zeitgleich mit den Blättern und zeigen sich an jungen Zweigen. Wie bereits oben beschrieben, kommen an den Bäumen sowohl männliche als auch weibliche Blüten vor, die sich folgendermaßen unterscheiden lassen:
Weibliche Blüten zeigen sich enständig (am Ende der Äste) und aufrecht stehend und sind von rundlicher Form. Die Staubblätter stehen hervor und die Blütenhüllblätter sind kaum erkennbar.
Im Gegensatz dazu hängen die länglichen, männlichen Blüten von den Blattachseln neuer Zweige herunter und ihre langen Staubblätter sind etwa zur Hälfte von den Blütenhüllblättern bedeckt.

Früchte

Hat die Buche ein Alter von mindestens 40 Jahren und damit ihre Fruktifikation (Fruchtreife) erreicht, verwandeln sich die Fruchtknoten der weiblichen Blüten (sofern sie befruchtet wurden), im Laufe des Spätsommers langsam in die bekannten Bucheckern, die im Herbst zur vollen Reife gelangen. Bei ihnen handelt es sich um dreikantige Nussfrüchte, die von einer weichstacheligen Fruchthülle (Kupula) umgeben sind. Sie bieten kleinen Nagetieren und Vögeln reichhaltige Nahrung und auch der Mensch nutzte früher die (gerösteten) Früchte der Buchen als Nahrungsquelle.

Bucheckern, die in der Schweiz "Buchennüsschen", in Italien "Faggiola" und im englischsprachige Raum "Beechnut" genannt werden, wurden (trotz ihrer leichten Giftigkeit) als Kaffeeersatz genutzt oder zu Öl gepresst.
Aufgrund ihrer Giftigkeit sollten sie NICHT als Pferdefutter genutzt werden, da diese Tiere besonders empfindlich auf die Inhaltsstoffe der (rohen) Bucheckern reagieren. Hier können bereits Mengen ab 300 gr. Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Die häufigste Verwendung dürften die Buchen als Ziergehölz in Gärten und Parks, bzw. als Forstgehölz erfahren. Säulenförmige Sorten eignen sich auch (eingeschränkt) als Straßenbaum. Wegen der hohen Schnittfestigkeit der Buche, lässt sich der Baum auch hervorragend als (sommergrüne) Hecke verwenden. Eine Kultivierung im Kübel gelingt nur eingeschränkt, da die Pflanze viel Platz für die Wurzeln benötigt. In Japan wird die Art "crenata" (bzw. "sieboldii") auch als Bonsai erzogen. Dies sollte allerdings nur ausgewiesenen Spezialisten gelingen, denn obwohl die Buche in der Natur auf nährstoffreichen Böden gut und problemlos gedeiht, ist sie in der Bonsaizucht sehr anspruchsvoll.

Nutzung des Holzes
Die Rotbuche stellt in Mitteleuropa einen der wichtigsten Holzlieferanten dar. Ihr Holz wird sowohl als Nutz-, als auch als Industrieholz (zerkleinert und zu z.B. Spanplatten weiterverarbeitet) verwendet. Ebenfalls beliebt ist die Verwendung als Räucher-, oder Kaminholz, denn durch seine Dichte brennt es sehr lange, sehr hell und heiß und ruhig brennt (es entsteht kaum Funkenstieben).
Aufgrund der Härte wird Buchenholz auch häufig zum Bau von Vollholzmöbeln oder Innenausbauten (z.B. Küchenplatten) verwendet. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Möbel in der Regel sehr schwer sind, denn das Holz weist eine hohe Dichte auf.

Empfehlungen

Besonders beliebt sind Heckenpflanzungen aus Rotbuchen. Aufgrund ihrer Schnittfestigkeit lassen sie sich leicht in Form halten und die Eigenschaft das Laub im Herbst nicht abzuwerfen sondern bis zum Austrieb an der Pflanze zu behalten, gewährt Sichtschutz für das ganze Jahr.
Solitärbäume sollten vorausschauend gepflanzt werden, denn wie oben beschreiben, benötigt die Buche im alter viel Platz für die Krone und die Wurzeln.
Verletzungen der dünnen Rinde sollten möglichst vermieden werden, denn anders als andere Bäume, haben Buchen keine dicke Borke, die das darunter liegende Cambium schützt. Deshalb können bei Verletzungen desselben (Cambium) Schädlinge (z.B. Pilze) sehr leicht in die Pflanze gelangen und diese scädigen.
Ebenso reagieren Buchen sehr empfindlich auf Sonneneinstrahlung. Ist die dünne Rinde zu lange starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann es zu "Sonnenbrand" kommen. Dabei sterben die oberen Gewebeschichten der Rinde ab (Nekrose). Je nach Schweregrad der Verbrennung erholt sich die Pflanze jedoch relativ schnell wieder von der Schädigung.
Gänzlich vermieden werden sollte die Anschüttung von Boden rund um den Baum. Denn schon eine Erhöhung des Bodenniveaus um 10cm kann mittelfristig dazu führen, dass die dünne Rinde unter dem angeschütteten Boden aufweicht und beschädigt wird.Die kann sogar den Tod des Baums herbeiführen.

Anfälligkeiten

Zu den oben bereits genannten Anfälligkeiten treten noch die Hinweise zu Schädligen hinzu. Wie oben beschreiben handelt es sich bei Buchen zwar generell um robuste Bäume. Jedoch können sie, ebenso wie andere Pflanzen geschwächt sein (z.B. durch schlechte Standortbedingungen, Verletzungen, etc.), was dazu führen kann, dass sie von Schädlingen wie z.B. Pilzen (Mehltau und Goldfell-Schüppling), Läusen (Buchenwolläusen), Spinnmilben oder weiteren Käferarten (Buchenspringrüssler und dem Kleinen Buchenborkenkäfer) befallen werden.
Hinzu tritt (vor allen Dingen bei älteren Exemplaren), eine ausgesprochene Empfindlichkeit gegen allzu trockene Böden. Dies macht z.B. die Rotbuche nicht gerade zu einem Klimawandelgehölz und möglicherweise ist absehbar, dass sich der Bestand an Rotbuchen in Zukunft merklich ausdünnen wird.

Fun Fact

Da die Buche als "Urbewohner" unserer Wälder gilt, hat sie vielseitig Eingang in die kulturgeschichte Mittel- und Nordeuropas gefunden.
Die Wörter "Buche", "Buch" und "Buchstabe" sind ethymologisch verwandt und es wird angenommen, dass man, noch bevor der Buchdruck erfunden wurde, erste dünne Buchenscheiben bechrieben wurden. Als später Pergament (Tierhäute) erfunden und so das Buchenholz als beschreibbares Medium ersetzt war, wurden noch sehr lange die Einbände wichtiger Bücher aus Buchendeckeln gefertigt.
Buchen wachsen langsamer als andere Baumarten, werden jedoch selten älter als etwa 300 Jahre.
Ebenso wie bei anderen Baumarten, kommt es bei Buchen in unregelmäßigen Abständen zur Bildung besondes vieler Samen. Diese sogenannten "Mastjahre" sind häufig ortsunabhängig, lassen sich aber auf eine erhöhte Photosyntheseaktivität im Vorjahr zurückführen. Der Zuwachs bleibt in den "Mastjahren" gering, während der "Samenertrag" in die Höhe schnellt. Dieses Phänomen tritt in unregelmäßigen Abständen auf, damit sich Schädlinge nicht auf den "Mastjahrzyklus" eistellen können.