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Gattung Carpinus

Systematik

Familie: Birkengewächse (Betulaceae)

Gattung: Carpinus

Arten

Generelles

Anders als der Name vermuten lässt, gehört die Hainbuche (die auch Weissbuche genannt wird) nicht zu der Gattung der Buchengewächse (Fagaceae). Vielmehr ist sie Mitglied der Gattung Hainbuchen (Carpinus), die wiederum der Famile der Birkengewächse (Betulaceae) angehört. Gehölze (Bäume und Sträucher) der Gattung Carpinus bevorzugen die gemäßigten Gebiete der Nordhalbkugel und sind in der Regel sommergrün (werfen ihr Laub im Winter ab). Während sie ihr Hauptverbreitungsgebiet in Ostasien haben und es insgesamt etwa 50 Arten gibt, ist Carpinus betulus (Hain- oder Weissbuche), die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art.
Ebenso wie die Buchen (Fagaceae) sind Hainbuchen einhäusig getrenntgeschlechtlich (monözisch), was bedeutet, dass auf einer Pflanze sowhl weibliche als auch männliche Blüten vorkommen. Die Bestäubung findet durch Insekten, Kleintiere oder den Wind statt.
Die Zweige sind zumeist filigran und weisen spitz zulaufende Blattknospen auf. Die sommergrünen Blätter sind wechselständig, die Blattspreite ist zumeist geriffelt bis gewellt, der Blattrand ist häufig leicht gesägt.
Männliche Blüten wachsen hängend, zumeist an unbelaubten Kurztrieben und werden aus mehreren überlappenden Trgablättern gebildet. Weibliche Blüten hingegen wahsen aufrecht und haben die Form von Kätzchen und sind meist 5-, bis 20-zählig.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Hainbuchen haben relativ kleines Laub. Die sommergrünen (das Laub fällt im Herbst oder Winter ab) Blätter sind zumeist von elliptischer bis eiförmiger Form, ihre Blattspreite (Oberfläche des Blatts) ist von grüner Farbe und geriffelt, während der Blattrand leicht gesägt ist. Sie wachsen wechselständig (die Blätter stehen abwechselnd; Bei gegenständigem Wuchs stünden sich die Blätter genau gegenüber) und sie verfügen über einen kurzen Stiel. Die Blattknospen sind sehr stabil und spitz, ihre From ist konisch bis kegelförmig und sie sind von brauner Farbe. Die Herbstfarbe der Blätter ist ebenfalls braun und auffällig ist, dass sie est im Winter abfallen, also sehr viel später als das die Blätter anderer Laubgehölze.

Wie oben beschrieben sind Hainbuchen monözisch (einhäusig getrenntgeschlechtlich), was bedeutet, dass an einer Pflanze sowohl weibliche als auch männliche Blüten vorkommen. Die Formen der weiblichen und männlichen Blüten unterscheiden sich voneinander und ermöglichen so eine gute Bestimmbarkeit dieses Gehölzes.
Während weibliche Blüten aufrechte, später hängende, behaarte Kätzchen sind, die an den Enden von jungen beblätterten Ästen hängen, treten männliche Blüten an wenig beblätterten Kurztrieben auf. Sie bestehen aus mehreren, sich überlappenden Tragblättchen, die entfernt an Hopfenfrüchte erinnern.
Eine Bestäubung der Blüten findet überwiegend durch den Wind abe auch durch Insekten statt.

Früchte

Nach der Blüte reifen die Früchte der Hainbuchen bis in den Herbst. Sie zeigen sich an ährigen Fruchtständen. Zunächst sind sie von grüner Farbe, eine braune Verfärbung zeigt die Fruchtreife an. Es handelt sich bei ihnen um Nussfrüchte, die sehr fest mit einem deilappigen Vorblatt verwachsen sind. Durch diese Vrwachsung erinnern die Samen entfernt an die Früchte von Ahorn-Bäumen (Acer), denn durch die Verwachsung sehen die Samen aus als hätten sie Flügel und wenn die Nüsschen vom Baum abfallen, drehen sie sich ebenfalls kreiselnd zur Erde. Haben die Samen einen geeigneten, geschützten Platz auf dem Boden gefunden, keimen sie nach etwa 1-2 Jahren. Allerdings ist zu beachten, dass die Früchte nur keimen, wenn es zuvor für einen längeren Zeitraum zu niedrigen (oder feuchten) Temperaturen gekommen ist, da die Nussschale sehr fest und dick ist und durch die Lagerung im Boden erst einmal aufgeweicht werden muss. Erst dann kann sich der Samen seinen Weg durch die stabile Hülle bahnen.
Im Gegensatz zu den Früchten der Buchen (Fagaceae), deren Früchte unbehandelt giftig sind, können die Früchte der Hainbuchen scheinbar verzehrt werden und bilden auch ein ungefährliches und beliebtes Tierfutter.

Verbreitung

Hainbuchen, zu denen z.B. auch Arten wie die Hopfenbuche oder die Haseln (Corylus) gehören, sind überwiegend von Europa bis Asien verbreitet. Sie bevorzugen wintermilde Standorte, deshalb findet man sie eher in Mitteleuropa aber auch in Nord- und Mittelamerika. Während die Hain- oder Weissbuche (Carpinus betulus) überwiegend in West-, Mittel- und Südosteuropa verbreitet ist, findet man die Orient-Hainbuche (Carpinus orientalis) übrwiegend auf dem Balkan, in Südosteuropa und in Vorderasien. Mit ca. 33 Arten (von insgesamt ca. 50) bildet Ostasien den Verbreitungsschwerpunkt.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Hainbuchen sind beliebte Forstpflanzen, da sie durch ihre Größe und ihr weites Laubdach ein schönes Mikroklima für Kleinstlebewesen bilden. Sie machen in etwa 14% der "Sonstigen Laugbehölze" aus, die in Bayern ca. 5% der gesamten Laubwälder bilden.
Dadurch, dass ihr Laub nicht so viele Gerbstoffe bildet wie etwa das Laub von Eichen, trägt es im Herbst und Winter auch zur Bodenverbesserung bei. Aufgrund seiner Verträglichkeit kann das Laub auch als Tierfutter verwendet werden.
Häufig wurde und wird das harte und widestandsfähige Holz zu Werkzeugen verbaut oder auf andere Art genutzt. So war es früher üblich aus Hainbuchenholz z.B. Wagenräder und deren Speichen zu fertigen. Heutzutage dient das Holz noch zur Herstellung von Werkzeugstielen, Hammerköpfen oder Schlagzeugsticks.
Aufgrund der hohen Schnittverträglichkeit und -festigkeit und der relativen Anspruchslosigkeit was den Standort angeht, können Hainbuchen (Carpinus betulus) besonders gut als Heckenpflanzen verwendet werden. Ihr Wuchs ist dicht, sie verlieren das vorjährige Laub erst sehr spät im Winter und sie können in nahezu jede Form geschnitten werden. Als zusätzliches "Feature" bieten sie zahlreichen Vögeln Schutz und geeignete Brutplätze.
Zwar lässt sich die Hainbuche gut als Bonsai erziehen (beliebte Arten sind: Carpinus japonica und Carpinus laxiflora aber auch Carpinus betulus), jedoch ist die Kultivierung im Kübel zur Dach-, Balkon- oder Terassenbegrünung wenig attraktiv, bisher eher selten und dürfte in der Regel nicht gut gelingen. Ursache hierfür sind die ausgeprägte Hauptwurzel und das ausgedehnte Wurzelwerk, das sich schnell im Pflanzgefäß ausbreitet. Sollte trotzdem versucht werden Hainbuchen auf diese Weise zu verwenden, sollte ein regelmäßiger Wurzelschnitt und evtl. der Wechsel des Pflanzgefäßes (jeweils etwas größer) erwogen werden.

Empfehlungen

Hainbuchen sind eher anspruchslos und pflegeleicht und lassen sich, wie oben erwähnt, sehr gut in Form schneiden. Ihre Aufzucht und Pflege sollte leicht gelingen, wenn die Erde nährstoffreich und tiefgründig ist. Sie vertragen Schatten recht gut, reagieren aber empfindlich auf Staunässe, sofern diese länger anhält. Hat man viel Platz, einen großen Garten oder gar einen ausschweifenden Park zur Verfügung, empfiehlt sich die Pflanzung als Solitär. So gepflanzt, wird man sehr lange, sehr viel Freude an einem wunderschönen Baum haben, dessen Stamm mit der Zeit knorrig wird und einen interessanten Blickfang bietet. Hat man weniger Platz, vielleicht einen Kleingarten oder ein enges Grundstück, empfiehlt sich die Pflanzung als Hecke. Im Sommer sehr schön grün und in Form geschnitten, eignet sich die Hainbuche für die meisten Standorte an denen andere Pflanzen vielleicht "versagen" würden. Eine hohe Schatten- und Trockenheitstoleranz, eine Belaubung bis in den Winter, die sie zu einem Sicht- und Windschutz machen und ein Anziehungspunkt für Vögel sind Argumente, die bedacht werden sollten, falls Sie mit dem Gedanken spielen sich eine neue Hecke zuzulegen.

Anfälligkeiten

Ähnlich wie die meisten Pflanzen sind Hainbuchen dann gegen Schädlinge widerstandsfähig, wenn sie gute Standortbedingungen vorfinden und sie keine Wunden aufweisen, durch die Schädlinge (hauptsächlich Pilze) in ihren Organismus eindringen können. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, kann es z.B. gelegentlich zu einem leichten Mehltaubefall (ungefährlich) oder einer Anhäufung von Blattläusen (ebenfalls harmlos) kommen. Da die Hainbuchen robust sind, könnte man versuchen den ben genannten Krankheiten mit Bodenverbesserungen oder der Gabe von Dünger zu begegnen. Handelt es sich um den Befall mit der Blattfleckenkrankheit, die durch den Pilz Gnomoniella carpiniea (gehört zur Familie der Schlauchpilze) ausgelöst wird, könnten die Folgen gravierender sein. Durch den Pilz verliert der Baum einen Großteil seiner Blätter, was bei jungen Bäumen dazu führen kann, dass sie den entstehenden Blattmasseverlust nicht kompensieren können und absterben. Im Gegensatz dazu reagieren ältere Bäume toleranter auf den Befall, jedoch sollte im Einzelfall abgeklärt werden wie dem Schädlingsbefall am besten begegnet werden sollte.

Fun Fact

Obwohl die Hainbuche zu einem großen, stämmigen Baum heranwachsen kann, werden die meisten Gewächse selten älter als 150 Jahre. Allerdings finden sich in Deutschland und weltweit Hainbuhen (Carpinus betulus), die dank guter Pflege (z.B. Einkürzen der Krone) oder optimaler Standorte, diese "Altershöchstgrenze" überschreiten können.
So finden sich etwa in Deutschland (z.B. Dorfkirche, Rheinberg-Orsoy) und Italien (z.B. Pozza dei Cinghiali, Bovezzo) Exemplare die über 300 und im Falle Deutschlands sogar über 400 Jahre alt sind. In der Slowakei (Hrab v Bohuniciach, Bohunice), Polen (Forest, Jankowice), den Niederlanden (Castle Twickel, Delden), den Vereinigten Staaten von Amerika (Historic Rosemont Manor, Berryville), Bulgarien (Mladezhka Bachs, Mladezhko) und Frankreich (Les Champs Bonnevau, Molphey) finden sich immerhin noch Exemplare, die das 200ste Lebensjahr überschritten haben und auch in Belgien (Ter Rijst, Heikruis), Österreich (Stadt, Stadtpark, Bezirk Geidorf) und Tschechien (Royal Garden (Kralovska zahrada), Praha) gibt es Hainbuchen, die schon jetzt ein sehr hohes Alter erreicht haben.