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Gattung Acer

Systematik

Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

Gattung: Acer

Arten

Generelles

Weltweit werden bis zu 200 Aten zur Gattung Acer gezählt. Sie kommen auf nahezu allen Kontinenten vor und haben ihre hauptsächlichen Verbreitungsgebiete von Eurasien über Nordafrika bis nach Zentral- und Nordamerika.
Acer sind überwiegend sommergrüne Bäume oder Sträucher (sie werfen ihr Laub also zum Winter ab). Zwar sind Acer am häufigsten auf der Nordhalbkugel zu finden, durch seine Anpassungsfähigkeit kommen aber auch Exemplare in subtropischen und tropischen Gebieten vor. Besiedelte Höhenlagen reichen von Meeresniveau bis zu ca. 2000 Metern, wobei die höchsten Höhen nur in den Tropen erklommen werden, da Acer wintermilde, sonnige Lagen bevorzugen.
Sehr reichhaltig ist das Erscheinungsbild der verschiedenen Arten hinsichtlich Habitus und Blattwerk. So finden sich z.B. mitteleuropäische Bäume mit aufrechtem Wuchs, die Höhen von bis zu 30 Metern erreichen können (Berg-Ahorn, Acer pseudoplatanus), aber auch kleine Exemplare, die verkrümmt wachsen (Fächerahorn, Acer palmatum) oder strauchartige Gehölze (Birkenblättriger Ahorn, Acer stachyophyllum), die auch in Asien verbreitet sind.
Genauso groß wie die Vielfalt des Habitus sind die Erscheinungsformen und -Farben der Blätter. Zwar weisen alle Arten Blätter auf, die gelappt sind, jedoch ist die Lappung der Blätter sehr unterschiedlich ausgeprägt. Von kaum gelappt (Streifen-Ahorn, Acer pensylvanicum, der auch eine tolle Rinde aufweist) bis zu sehr stark und filigran gelappt (Silber-Ahorn, Acer saccharinum), finden sich Arten und Sorten, die sehr abwechslungsreich und interessant sind.
Schließlich ist noch die Bedeutung der Acer als Nutzholz zu nennen. Aufgrund seiner schönen Holzstruktur und Maserung ist Ahorn-Holz vor allen Dingen im Möbel- oder Instrumentenbau beliebt, wo es als Edelholz oder als Furnier häufige Verwendung findet. So sind z.B. im nordamerikanischen Raum Möbel aus „American hard maple“ (Schwarzer Zucker-Ahorn, Acer saccharum subsp. nigrum) beliebt und die berühmten Stradivari-Geigen sind aus besonders seltenem, geriegeltem Ahorn-Holz hergestellt.

Wuchsform

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Blatt und Blüte

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Wie oben bereits angedeutet, ist die Vielfalt der Blattformen bei Acer sehr groß. Zwar sind alle Arten mehr oder weniger gelappt, jedoch gibt es innerhalb dieser Form sehr viele Variationen. Von schwach dreifach-gelappt, mit nahezu runder Blattform (Acer pennsylvanicum), über fünffach-gelappt mit spitzen Blattenden (Acer saccharinum) bis zu einer sehr tief eingeschnittenen, filigranen neun- bis elffachen Lappung beim Acer japonicum, hält die Gattung Acer eine große Formenvielfalt bereit.
In der Regel sind alle Arten sommergrün (das Blatt wird im Herbst abgeworfen), jedoch existieren auch mindestens zwei Arten, die ihr Laubkleid das ganze Jahr über tragen. Diese findet man allerdings in wintermilden, bzw. tropischen Gebieten. So wachsen "Acer paxii" mit schwach gelappten, stark an Efeu erinnernden Blättern , im Südwesten Chinas und "Acer sempervirens", der Kreta-Ahorn mit elliptischen, gefiederten Blättern.

Ahorn-Blüten hingegen zeigen sich meist an doldigen oder rispigen Blütenständen und sind überwiegend eingeschlechtlich. Die Dolden oder Rispen hängen an den Blattachseln herab und sind durch ihre Farbe (die Variationen reichen je nach Art von rot bis intensiv gelblich-weiß) meist stark von dem dunkleren Laub gut zu unterscheiden und werden häufig von Insekten angeflogen. Die Blüten sind auch für den Menschen essbar und können als Zugabe für Salate oder als Gemüse gegessen werden.

Früchte

Nachdem die Blüten befruchtet wurden, entwickeln sich aus ihren Fruchtknoten im Verlauf des Sommers die typischen, geflügelten Spaltfrüchte, die im Volksmund auch "Nasenkneifer" oder "Nasenzwicker" genannt werden. An ihrer Basis liegt der Samen in einer festen Fruchthülle (dem Flügel). Ist der Samen reif, verfärbt er sich bräunlich und fällt vom Baum ab. Durch den Flügel gerät er beim Fallen in eine Kreiselbewegung und kann durch den Wind über weite Strecken verbreitet werden um neue Standort zu besiedeln. Ebenso wie die Blüten scheinen die Samen essbar zu sein. Dazu werden die Samen aus ihrer Fruchthülle gelöst und danach angebraten oder in Öl und Essig eingelegt. Der Geschmack soll würzig-herb sein. Jedoch sollte beim Verzehr darauf geachtet werden, dass nicht allzu große Mengen verzehrt werden, denn die Früchte und Blüten des Ahorns enthalten sogenannte Saponine, die die Magenschleimhaut reizen können.

Lebensbereiche

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Nutzung

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Da die Arten des Acer häufig pflegeleichte und recht widerstandsfähige Bäume oder Sträucher sind, erlauben sie eine hohe Verwendungsvielfalt.
Wegen der sehr schönen Herbstfärbung einiger Arten (z.B. Fächerahorn (Acer palmatum), Japan-Ahorn (Acer japonicum), Goldahorn (Acer shirasawanum 'Aureum') oder des Zucker-Ahorn (Acer saccharum), lassen sich diese hervorragend als Ziergehölze in Gärten oder Parks verwenden. Da die genannten Arten auch häufig kleiner bleiben, eigenen sie sich ebenfalls für die Kultivierung im Pflanzkübel, der wiederum gut auf Dachgärten, Balkonen oder Terrassen platziert werden kann.
Wie oben bereits ausgeführt wurde, ist ebenfalls die Erziehung zum Bonsai sehr beliebt.
Acer campestre, der Feldahorn, wird häufig als Heckenpflanze genutzt, da er recht schnittverträglich ist und dicht verholzt. Sein im Sommer dichtes Laubkleid beitet zahlreichen Vogelarten zuverlässigen Schutz und aus vielen Feldahorn-Hecken hört man im Frühjahr reichhaltiges Vogelgezwitscher.
Hat der Ahorn-Baum sein Lebensende erreicht, eignet sich sein Holz hervorragend als Furnier oder es wird zu Möbeln oder Instrumenten verarbeitet (s.o.).

Empfehlungen

Sollten Sie sich mit dem Gedanken tragen einen Acer als Solitär in Ihren Garten oder Park zu pflanzen, achten Sie bitte darauf, dass der Baum genügend Abstand zu allen Seiten hat und dass der Boden tiefgründig ist. So haben Sie zumindest die Voraussetzungen dafür gechaffen, möglichst lange Freude an Ihrem neuen Gefährten zu haben.
Aber auch die Pflanzung als Hecke mit geeigneten Acer-Arten (z.B. Acer campestre - Feldahorn) kann empfohlen werden, denn sein Wuchs wird bei regelmäßigem Schnitt recht Blick- und Winddicht und im Sommer trägt der Feldahorn ein schönes Laubkleid.
Ebenfalls möglich ist eine Bepflanzung von Terrassen, Dachterrassen und Balkonen mit kleineren Acer-Arten. Acer japonicum (Japanischer Ahorn) oder Acer palmatum (Fächer-Ahorn) mögen hier als Anregung dienen.
Für Spezialisten sollte hier noch die Erziehung und Pflege als Bonsai genannt werden. Sehr schön ist, dass der Baum (auch in dieser Form gepflanzt), seinen Laubwechsel beibehält und sich somit seine Blätter zum Herbst hin, rot einfärben.
Unabhängig davon, welche Pflanzform Sie wählen: Mit einem Ahorn erhalten Sie ein widerstandsfähiges, vielseitges und relativ pflegeleichtes Gehölz.

Anfälligkeiten

So wie andere Bäume auch, geraten Ahorn-Arten zunehmend durch den Klimawandel unter Druck. Durch hohe Niederschlagsmengen (die Staunässe verursachen und die generelle Luftfeuchtigkeit erhöhen), milde Winter (in denen viele Schädlinge nicht mehr absterben) und auch ausgedehnte Trockenperioden, erhöht sich die Anfälligkeit der Pflanzen vor allen Dingen für Pilzkrankheiten. Hier sind insbesondere die Verticillium-Welke oder die Rußrindenkrankheit zu nennen, die ebenfalls durch einen Pilz verursacht wird, zu nennen.
An Acer können aber auch Krebsarten auftreten, ebenso wie bei Eichen oder Linden.
Empfindlich reagieren Acer-Arten auf Staunässe und Bodenverdichtung, weshalb sich Acer nur eingeschränkt als Straßenbaum verwenden lässt.

Fun Fact

Ebenso wie die Hänge-Birke (Betula pendula), bilden Ahorne im Frühjahr sehr viel Pflanzensaft, der bei einem Ast- oder Stammschnitt reichhaltig aus dem Stumpf austritt. Dieses Phänomen entsteht am Beginn der Wachstumsperiode einerseits durch den Wurzeldruck (wenn die Wurzeln wieder anfangen zu wachsen), andererseits durch das an den Ästen verdunstende Wasser, da diese von der Sonne aufgeheizt werden. Die Pflanze tranportiert dann sehr viel Pflanzensaft im Cambium (dünne Wachstumsschicht unter der Borke) in die Spizen der Äste, zu den sich entwickelnden Blättern.
Obwohl dies erschreckend aussehen kann und einem das Gefühl oder die Sorge verursachen könnte, dass der Baum "ausblutet", ist es ungefährlich. Denn durch den Ausströmen des Saftes werden Keime und Pilzsporen aus der Wunde ausgewaschen und können sich so nicht im Cambium oder Kernholz festsetzen. Es handelt sich also um einen natürlichen Schutzmechanismus dieser Bäume und es gibt Experten, die argumentieren, dass man die "Hauptschnittzeit" von Bäumen und Sträuchern in das Frühjahr verlegen sollte um sich diesen Mechanismus zunutze zu machen, denn bisher ist die Hauptschnittsaison der Spätherbst.
Zu diesem Zeitpunkt haben viele Pflanzen bereits ihr Wachstum eingestellt und die durch den Baumschnitt entstandenen Wunden "klaffen" mehrere Monate offen und "unbehandelt" und bieten somit Sporen und anderen Schädlingen gute Angriffsflächen. Auch eine Behandlung der Wunden mit Baumanstrich (der häufig Fungizide enthält), ist häufig nicht hilfreich, da sich die Sporen jederzeit und überall in der Luft befinden und dadurch (zu ihrer großen Freude), unter dem Schutzanstrich eingeschlossen werden. Unter diesen optimalen Bedingungen können sie sich dann bis zum nächsten Frühjahr sehr gut entwickeln.
Das oben gesagte gilt selbstverständlich nur für Baumwunden, die nicht "per se" zum Tod des Baums führen. Denn, sägt man z.B. den Stamm unterhalb der Krone ab, ist der Baum unwiderbringlich verloren und der Baum blutet tatsächlich aus...

Ein "gezieltes" Bluten wird übrigens verursacht um Birkensaft und Ahornsirup zu gewinnen. Dazu wird der Baum bis ins Cambium angebohrt und es wird am Stamm ein Behälter zum Auffangen des Saftes angebracht (ähnlich wie bei der Gewinnung von Kautschuk). Im Falle des Ahornsirups wird der gewonnene Saft dann über dem Feuer langsam erhitzt, bis das Wasser verdunstet und die zurückbleibende, eingedickte Flüssigkeit, erhält durch die angereichterten Mineralstoffe, ihren süßlichen Geschmack.