Fragen an den Meister


13.09.2017

Frage Nr. 22609: Sturmschaden am Beamtenbaum (Trompetenbaum)

Hallo Herr Meyer, im Oktober 2014 hatten wir bei Ihnen einen 200cm Trompetenbaum gekauft. Seitdem wächst und gedeiht er, die Höhe beträgt 4,50m und der Stamm hat ca. 9cm Durchmesser. Zur Stabilität hatten wir damals 3 Pfähle eingegraben. Heute nun nach 3 Jahren hat der Sturm die Krone in 2 Teile gebrochen :-( Wir sind traurig, er war gerade richtig ins Wachsen gekommen und hatte schon schön für Schatten und Sichtschutz gesorgt. Glauben Sie es macht Sinn ihn mit Baumwundverschluss zu versiegeln und er könnte irgendwann wieder gleichmäßig austreiben oder ist der Baum verloren? Er ist genau an der Stammgabel gebrochen, dadurch fehlt dort die Hälfte vom Stamm :-( Wir sind einfach nur traurig. Hätte man hier besser vorbeugen können? Falls ja, wie? Viele Grüße, Andy

SturmschadenamBeamtenbaumTrompetenbaum
SturmschadenamBeamtenbaumTrompetenbaum
SturmschadenamBeamtenbaumTrompetenbaum
SturmschadenamBeamtenbaumTrompetenbaum
SturmschadenamBeamtenbaumTrompetenbaum

Antwort: Das ist ja wirklich sehr schade, nicht schön mit an zu sehen. Aber dieser Baum hat keine Zukunft mehr. Ich möchte ihnen als treuen Kunden und Fragesteller ;-) (Ihre Emailadresse prägt sich gut ein) aber einen 10% Sturmrabatt für einen neuen Baum anbieten. Wenden sie sich bei Interesse mit ihrer Bestellung bitte direkt an unseren Service. Bitte nehmen sie dann auch Bezug auf diese Meisterfrage. Ich wünsche ihnen mit dem nächsten Baum etwas mehr Glück.



11 Kommentare von Kunden zu dieser Frage:

Meister Meyer am 16.09.2017:
Ich bin ja total begeistert, wie viele Menschen sich hier Gedanken machen. Einfach toll. Danke dafür.
Wegen Neu-Austrieb links am 15.09.2017:
Also, alles was über dem gesplitterten Holz ist (linke Krone und alles darüber) wird nicht mehr reparabel sein, das Blattwerk wird mit der Zeit verwelken. Die Astversorgung ist praktisch schon gekappt, und die Stelle, die Versorgungsbahnen, werden sicher veröden. Wenn Sie den kaputten Stamm links unter diesem Splitter-Riss wegsägen, kann, wenn Platz ist, der Baum auch seitlich wieder austreiben (wie bei der Haselnuss "corylus avellana"). Ein Lausbefall hat bei mir einen Holunder ruiniert, ich habe in auf den Stock gesetzt, und er trieb tatsächlich im nächsten Jahr wieder unten am Rest seitlich aus. Allerdings ist das Stockausschlagsvermögen bei jedem Baum anders: Wie das beim Trompetenbaum ist, weiß ich nicht. Mit einer geradlinig knorrigen Eiche kann man sowas sicher nicht so einfach machen, wie mit einem sehr strauchartig wuchernden Baumart. Nicht empfehlen würde ich es auch bei der Holzbirne oder dem Holzapfel. Da würde ich kaum schneiden, eher noch bei Eichen oben nur. Meist bilden sich im beginnenden Frühling am übriggebliebenen Stammrest kleine Knospen, die neuen Austriebe bilden (je höher der verbliebene Rest, desto wahrscheinlicher). Schneiden sie ihn links "direkt/unmittelbar" ohne Raum über der linken Vergabelung ab (ist der verbliebene linke Ast also kurz), ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er nicht mehr nach oben austreibt, wohl ist der Platz für einen Neuaustrieb dann für den Baum nicht mehr lohnenswert. Das muss man probieren, da jede Baumart da anders ist. Sie können ja bis Frühling warten, jedenfalls direkt unter dem Riss muss der Stamm links schon jetzt weg. Ob direkt unterhalb des Risses oder ganz unten am Gabel-Ansatz, müssen Sie entscheiden. Solange jedenfalls der rechte Austrieb da ist, müsste er erhalten bleiben. Ob links "unter dem Riss" nochmal kommt, muss man warten.
Ein Mitleser am 15.09.2017:
Leider habe ich keinen Tipp, wie Sie den Baum retten können, aber auf die Frage hin, ob sie ihn hätten besser schützen können; mir hat man mal gesagt: Bei so großen Blättern, die viel Windangriffsfläche bieten, ist es nicht ganz ungewöhnlich, dass es zu einem Bruch kommen kann. Der Stamm steht schön festgezurrt im Eck und die Krone mit den dünneren Trieben, an denen die ganzen großen Wind anfälligen Blätter hängen, können sich frei bewegen. Ihr Baum steht recht frei. Eigentlich gut, um schön zu wachsen, jedoch kann er von allen Seiten mit Wind angegriffen werden. Falls Sie sich entschließen sollte, den Baum zu ersetzen, bin ich mir aufgrund des Standorts nicht sicher, ob es sinnvoll ist erneut einen Baum mit so großen Blättern zu nehmen; wenngleich ich den Reiz der großen Blätter nachvollziehen kann. Egal für welchen Sie sich entscheiden sollten, vielleicht wäre es ratsam die Krone zusätzlich auch zu stützen, bis der Baum noch etwas größer geworden ist?
andy am 14.09.2017:
Das sind interessante Tipps. Aber eine Frage habe ich noch: Was passiert, wenn ich den Stamm knapp unter dem Riss gerade absäge? Treibt der Baum unterhalb des Schnittes eine neue Krone aus oder steckt er seine ganze Kraft in den untersten Seitenteieb? Was passiert wenn ich den oben genannten gerade Stammschnitt mache und zusätzlich noch den untersten Seitentrieb ganz nah am Stamm wegschneide? Treibt er dann oben eine neue Krone aus? Viele Grüße, Andy
Aufpassen beim Sägen: Rechter Ast am 14.09.2017:
Auf den rechten gesunden rechten Stamm aber aufpassen. Es gibt Bäume, die reagieren empfindlich auf das "Durchschütteln" beim Sägen, besonders empfindliche, noch dünnere Äste. Der bricht dann vielleicht noch mit ab. Das Sägen kostet Kraft, oder das Sägeblatt hängt oft in der Holzfaserung fest (je nach Baum): Man merkt, dass es den Baum dann oft ziemlich "hin- und herbewegt", die mechanische Kraft kann den gebogenen noch empfindlicheren gesunden rechten Ast durch dieses "Schleudern" eventuell mit wegknicken. Jedes Holz ist anders. Haselnusszweige kann man z.B. einfach so abbrechen...
Noch ein Zusatz zum Schnitt - defekter A am 14.09.2017:
Der linke Stamm führt zur oberen Krone links. Ab der Gabelung. Unter der Gabelung natürlich nicht schneiden, das ist die "gemeinsame" Versorgung. Vielleicht 10-20 cm über der Gabelung linke Seite, oder direkt unter dem Beginn Längsrisses links, idealerweise. Genau weiß ich nicht, wo der Riss unten anfängt, aber wenn es geht, kann man den Riss darunter so sauber und komplett waagerecht (auf den rechten Ast beim Sägen aufpassen) entfernen. Der linke dicke "Haupt"-Ast mit der Krone ist jedenfalls komplett hin. Die Splitterung ist zu tief, da kann man nichts versiegeln... Aber rechts lebt der noch ganz gut. Man muss den Baum nur gesamt dann nach links kippen, das wird nicht auffallen, hat dann einen Stamm ehemals rechte Astgabel). Aber der wird dann wohl wieder an den Seiten austreiben und neue Seitenäste bilden.
Trompeten-Baum - Schnitt des Baumes am 14.09.2017:
Ich würde es auch so machen. - Unter der gesplitterten dicken linken Hauptast-Stelle alles gerade/waagerecht absägen. Nicht zu tief am Ansatz des gesunden kleineren rechten Ast- oder Stammausläufers. Aber so, dass es nicht auffällt. Wenn die gesplitterte Stelle (und das darüber) weg ist, wird sich der Baum wohl von einigen Wurzeln trennen, die durch den oberen Wegfall (linker Stamm) nicht mehr benötigt werden. Die werden dann langsam verwittern oder vertrocknen, die müsste man irgendwann vor allem wohl auf der linken Seite nach dem Ausgraben/Anheben des Ballens so abziehen können. Aber das würde ich lieber erst einmal belassen, ist sicherer. Mein weiß nicht, welches Wurzel-Geflecht oberirdisch wohin führt. Eventuell, wenn es geht, das weiß ich nicht: Falls der linke kaputte dicke Hauptast-/trieb nicht mehr gebraucht wird (und entfernt wurde), kann man versuchen, den "unter die Erde" zu bringen, also alles tiefer zu setzen, dass er nicht überirdisch herausschaut, oder auffällt. Das habe ich bei Gummibäumen mal gemacht, und noch woanders (Felsenbirne). Vl. ist dann so ein Wundverschlussmittel nicht schlecht, dass da erst einmal keine Bakterien oder Pilze eindringen. Aber wie weit so ein Baum-Ast in die Erde kann, weiß ich nicht. Aber so würde am Ende sicher nichts mehr auffallen. Obwohl: Beim Wundverschluss würde ich mich aber noch einmal informieren, dass das luftdichte Verschließen nicht eher noch mehr Schaden anrichtet! Da scheiden sich die Geister...Oberirdisch sicher kein Problem, aber dauerhaft unterirdisch. Da gibt es ja Harz.
andy am 14.09.2017:
Hallo, vielen Dank für den Tipp. Könnte ich denn nicht versuchen die Rissstelle gerade abzusägen und den gesamten Riss mit Wundverscgluss zu versiegeln? Oder fehlt zuviel vom Stamm sodass der andere Kronenteil auch kaputtgeht? Den unteren Seitenast könnte man lassen, aber wird der denn jemals gerade und ein richtiger Baum? Viele Grüße, Andy
Linken Stamm kappen, rechts belassen! am 14.09.2017:
Ich habe mir nochmal die Bilder angeschaut: Der dickere Hauptstamm links ist kaputt. Den müssten man eventuell unter der Bruchstelle kappen. Der rechte Austrieb (der kleine Stamm mit der Strauchkrone) könnte den neuen Baum fast ersetzen, sieht ja schon aus wie der Hauptstamm, nur kleiner mit fast derselben Krone. Also den kleinen Stamm rechts praktisch belassen. Um diesen dann "gerade" zu kriegen, vl. etwas warten, bis die Wurzeln des großen Stammes verwittern, dann das Reststück nochmal ausheben und gerade richten. Voila.
Kundenmeinung am 14.09.2017:
Wenn unter der Gabel, also Bruchstelle, noch Seitenäste austreiben, kann man es noch einmal versuchen. Ich hatte bei Holunder und noch einem Baum guten Erfolg damit. Manchmal treiben Bäume ohne Äste wieder aus. Man nennt das auch Stockausschlag, oder dessen Stockausschlagsvermögen. Da sind viele Bäume recht unterschiedlich. Sie bilden dann Seitenzweige, die nach oben die neue Krone übernehmen und überwachsen die Mitte. Bäume regenerieren sich nicht, sie wachsen woanders wieder aus und ersetzen evtl. analog die andere Stelle. Jeder Baum, der weiterleben kann, ist das immer ganz nett.
andy am 13.09.2017:
Vielen Dank Herr Meyer, es macht wirklich Spaß hier Fragen zu stellen und mitzulesen. Vielen Dank für das Angebot. Liebe Grüße, Andy




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