Königskerze

Anpassungsfähige Staude mit prachtvollen Blütenständen


Allgemein

Die Königskerze (Verbascum) gehört zur Pflanzenfamilie der Braunwurzgewächse und ist in großen Gebieten Europas und Asiens beheimatet. Die, bei uns auch als Fackelblume bekannte Pflanze hat ihren Namen der Tatsache zu verdanken, dass ihre Blütenstände in der Vergangenheit mit Teer und Pech bestrichen und als Docht für Lampen oder als Fackeln benutzt wurden.
Bei der Königskerze handelt es sich um eine krautige, meist zweijährige Staude, welche eine Wuchshöhe zwischen 150 und 200 Zentimeter erreicht. Von Mai bis August schmückt sich die Pflanze mit ihren wunderschönen und prachtvollen Blüten. Die Blüten stehen in ährigen, traubigen oder rispenartigen Ständen und erfreuen den Gartenfreund mit ihren leuchtenden Farben. Königskerzen sind insgesamt robust, anpassungsfähig, relativ schnellwüchsig und sollten in keinem Ziergarten fehlen.
Die Pflanzen haben auch in der Medizin eine große Bedeutung. Bereits seit der Antike ist die Königskerze als Heilpflanze bekannt. So enthalten die Blüten Schleimstoffe die zur Behandlung von Atemwegserkrankungen verwendet werden. Sie legen sich wie ein schützender Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen und wirken beruhigend und lindernd.


 

Verwendung

Königskerzen eignen sich hervorragend für Naturgärten und zur naturnahen Gartengestaltung. Das liegt vor allem an der Selbstaussaat der Pflanze und das es immer etwas ungewiss ist, wo sie im Folgejahr im Garten zu finden sind. Doch auch für Heide- oder Steingärten eignet sich die Pflanze gut. Im Steingarten besteht jedoch die Gefahr, dass die Königskerzen durch ihre Selbstaussaat weniger konkurrenzstarke Stauden verdrängen. Sehr schön wirken die Pflanzen in Kombination mit Fackellilien, Pampasgras oder Schwertlilien. Die oberen Blütenstände eignen sich auch wunderbar als Schnittblume für die Vase.


 
 

Standort und Boden

Die Königskerze bevorzugt einen hellen, sonnigen und warmen Standort, einige Sorten fühlen sich aber auch im Halbschatten wohl. Ist der Standort jedoch zu dunkel, kümmert die Pflanze vor sich hin und bildet keine Blüten aus. Je nach maximaler Wuchshöhe sollte die Königskerze geschützt stehen Gerade die großen Exemplare können sonst leicht umknicken wenn sie dem Wind schutzlos ausgeliefert sind. Ein geschützter Standort in der Nähe einer Mauer oder Hauswand ist daher zu empfehlen. Da sich die Pflanzen besonders gut in kleinen Gruppen machen, sollte ein Pflanzabstand von etwa einem Meter eingehalten werden.
Was den Boden angeht ist die Pflanze nicht sehr wählerisch, sie kommt sowohl mit mageren, kalkhaltigen Substraten, als auch mit humusreichen Substraten zurecht. Zu feucht sollte der Boden jedoch nicht sein, da sie auf Staunässe empfindlich reagiert. Am besten gedeiht sie auf einem gut durchlässigen, kalkhaltigen und mageren Boden. Soll die Königskerze in einem Pflanzgefäß auf der Terrasse kultiviert werden, sollte auf eine Mischung aus herkömmlicher Blumenerde und Humus zurückgegriffen werden.


 

Pflege

Da die Königskerze recht robust ist benötigt sie keine besondere Pflege. Lediglich die Wasserversorgung sollte beachtet werden. Die Pflanze kommt zwar besser mit Trockenheit zurecht, der Wurzelballen sollte dennoch nicht austrocknen da dies ein schnelles Verwelken der schönen Blüten zur Folge hat. Staunässe sollte auch unbedingt vermieden werden, da die Königskerze sehr anfällig für Wurzelfäule ist. Während der warmen Sommermonate sollte daher immer darauf geachtet werden ob der Boden noch feucht genug ist. Die Wahl des Wassers macht der Pflanze nicht viel Sorgen, sie kann sowohl mit kalkhaltigem Leitungswasser, als auch mit Regenwasser gegossen werden.
Eine Düngung der Pflanzen ist in der Regel nicht notwendig, wenn der Boden im Frühjahr und während der Blühphase mit Kompost angereichert wird. So werden dem Boden Nährstoffe hinzugefügt und auf einen Langzeitdünger kann verzichtet werden.


 
 

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Königskerze nicht notwendig, kann aber eine zweite Blüte hervorrufen. Dazu werden die verblühten Pflanzen direkt nach der Blüte bis zum Boden zurückgeschnitten. Ansonsten kann die verblühte Blüte auch an der Pflanze verbleiben, auch sie sieht noch sehr dekorativ aus. Auch wenn sich die Pflanze selbst aussähen soll, sollte die verblühte Blüte nicht weggeschnitten werden. Ansonsten können kranke und welke Triebe, sowie Pflanzenteile welche von Schädlingen befallen sind, abgeschnitten und entsorgt werden.


 

Überwintern

Während die meisten mehrjährigen Königskerzen-Arten winterfest sind, sterben die einjährigen nach der Blüte ab und kommen im folgenden Jahr nicht wieder. Um den mehrjährigen Arten das Überwintern zu erleichtern, können die Beete mit Mulch, Laub oder Reisig bedeckt werden. Kübelpflanzen können an einen geschützten Platz in der Nähe des Hauses oder auf der Terrasse gestellt und mit einem Vlies, Noppenfolie oder Jute gegen die Kälte geschützt werden.


 

Vermehren

Die Vermehrung der Königskerzen erfolgt recht unproblematisch. Sortenreine Arten können über Aussaat, Hybride über Wurzelstecklinge vermehrt werden.
Werden die Blütenstände nach der Blüte an der Pflanze belassen erfolgt die Selbstaussaat ganz von alleine. Dabei ist jedoch nie vorherzusehen an welchem Platz die neuen Pflanzen im Folgejahr erscheinen. Um dem entgegenzuwirken können die Samen gesammelt und von Hand vorgezogen und die Jungpflanzen dann in den Garten gesetzt werden. Torftöpfchen eignen sich dafür besonders gut. In die Töpfchen wird Anzuchterde gefüllt und auf dieser werden die Samen verteilt, leicht angedrückt und angefeuchtet. Die Töpfe werden an einen geschützten, sonnigen Platz gestellt bis der Sämling mindestens vier Blattpaare ausgebildet hat. Dann können die Pflänzchen mitsamt Topf eingepflanzt werden.
Die Vermehrung über Wurzelstecklinge erfolgt über Wurzelstücke welche der Mutterpflanze entnommen werden. Der geeignete Zeitpunkt dafür ist im Herbst. Die Wurzel einer gesunden und kräftigen Pflanze wird freigelegt und es werden etwa 5 bis 10 cm lange Stücke herausgeschnitten. Die oberen Enden werden dabei gerade, die unteren schräg abgeschnitten. Die schräg angeschnittenen Enden werden so in Erde gesteckt, dass die oberen Enden mit der Erde bündig abschließen. Oben drauf kommt noch einmal ein 1 cm dickes Substrat und dann überwintert das Ganze in einem unbeheizten Frühbeet. Wenn sich im darauffolgenden Sommer die erste Blattpaare entwickelt haben können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.


 
 

Krankheiten und Schädlinge

Königskerzen sind im Allgemeinen sehr widerstandsfähig gegenüber einer Vielzahl von Krankheiten und Schädlingen. Wie vorher schon erwähnt kann ein stark verdichteter Boden und schwer abfließendes Wasser Wurzelfäule fördern. Wirkt die Pflanze verkümmert und strömt ein faulender Geruch aus dem Substrat deutet dies auf einen Befall hin. Gegen diese Krankheit lässt sich so nicht viel ausrichten. Ist die Krankheit noch nicht weit fortgeschritten, kann die Pflanze an einen trockenen Platz umgepflanzt werden und hat eine Chance sich wieder zu erholen.
Desweiteren kann die Königskerze von Blattläusen befallen werden. Dies macht sich durch eingerollte, welke Blätter und eine klebrige Schicht auf den Gewächsen deutlich. Bei einem Befall können die Pflanzen großzügig mit einer Seifenlauge abgeduscht werden um so die Schädlinge abzuspülen.